gulli: Australien: Hisbollah soll Facebook für Morddrohung benutzt haben
07. April 2008

Australien Hisbollah soll Facebook für Morddrohung benutzt haben

Ein Anhänger der iranischen Terrororganisation Hisbollah soll das Social Network Facebook für die Ankündigung von Morddrohungen missbraucht haben. Wie das Online-Portal "Australian IT" berichtet, erhielt eine jüdische Facebook-Nutzerin die Drohungen gegen sich und ihre Familie, nachdem sie eine Online-Freundschaftsanfrage des selbst ernannten Terroristen abgelehnt hatte.

Die australischen Behörden haben aktuell eine Untersuchung gegen den Mann, der sich selbst unter dem Namen Ibrahim Dirani bei einer libanesischen Facebook-Gruppe angemeldet hatte, eingeleitet. Der Anbieter sperrte den terroristischen Nutzer, nachdem die Polizei vergangene Woche auf den Fall aufmerksam gemacht wurde. Polizeiberichten zufolge soll die Nachricht des Terrorverdächtigen lauten: "Ich bin Hisbollah und ich werde dich und deine ganze Familie töten das verspreche ich." Die nun eingeleitete Untersuchung ist die erste dieser Art in Australien. Viele Sicherheitsdienste müssen sich eingestehen, dass sie nur bedingt auf solche Drohungen vorbereitet sind. Die Internationalität von Facebook etwa erschwere es den Sicherheitsunternehmen, die betreffenden Täter zu fassen. Die Leute auf solchen Webseiten gestalteten ihre Profile zumeist mit falschen Angaben um ihre wahre Identität zu verschleiern, beklagen die Firmen.

Anti-Terror-Experten warnen nun auch davor, dass terroristische Organisationen soziale Netzwerke zur Rekrutierung von Mitgliedern missbrauchen könnten. Es könne sich ein ähnliches Problem wie mit pädophilen Sexualstraftätern entwickeln, die MySpace, Facebook & Co in der Vergangenheit bereits zu ihren Zwecken genutzt hatten. Im Allgemeinen setzen sich die Nutzer vor allem durch eigene Unachtsamkeit den Gefahren in den Online-Netzwerken aus. Viele gehen mit ihren Daten zu freizügig um, oder nehmen grundsätzlich jede Anfrage bedenkenlos an. "Das Problem bei Facebook ist dann, dass jeder 'Freund' infolge automatisch auf die gesamten persönlichen Informationen zugreifen und diese ausspionieren kann", bemängelt Shanton Chang, Technologie-Experte an der Universität von Melbourne.

Die meisten Nutzer seien sich nach wie vor nicht darüber im Klaren, von wie vielen Menschen ihre Profile tatsächlich eingesehen werden können. "So ist es sowohl für Marketing-Firmen als auch Terrorgruppen einfacher, die Daten der Mitglieder einzusehen und zu nutzen", so Chang. In Zukunft würden die Social-Networking-User allerdings auch geübter darin werden, normale Nutzer von Unruhestiftern zu unterscheiden, prognostiziert der Experte. Facebook hat zuletzt zumindest die Möglichkeiten, persönliche Daten zu schützen, etwas verbessert. "Wir nehmen das Thema Datenschutz sehr ernst und versuchen eine vertrauensvolle Umgebung für die Nutzer zu schaffen", so eine Sprecherin von Facebook. Neue Freundeslisten würden den Usern nun helfen, besser auszuwählen, welche Informationen mit welchen Gruppen von Leuten geteilt werden. Der beschriebene Vorfall dürfte trotzdem eine Ausnahme bleiben.

Indes bleibt abzuwarten, welche Gesetzesinitiativen aufgrund solcher Meldungen von den Politikern zukünftig in die Wege geleitet werden. Diese sehen dadurch oftmals die öffentliche Sicherheit gefährdet oder sie sind zumindest froh darüber, dass endlich jemand ihr Vorhaben rechtfertigt.

  • 21 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von t-time LOOOOOL Aber da du in "Berlin-Neukölln 44" wohnst hab ich unglaublich Respekt vor dir! Am Arsch der Welt. Boah "Arsch der welt" = eure hauptstadt wenn ich mich nciht irre

    libanonstyla am 15.04.2008 20:09
  • Zitat: Zitat von libanonstyla "Arsch der welt" = eure hauptstadt wenn ich mich nciht irre Liegt ja auch ziemlich nahe an der polnischen Grenze. Und ganz wiet weg von Brüssel. @Destroyah: Wer weiterhin das Märchen von der islamischen Toleranz verbreitet, behindert jene muslimischen Intellektuellen, die ernsthaft an jener Reform des Islam arbeiten, die im neunzehnten Jahrhundert so ...

    Lucky_Skywalker am 15.04.2008 22:43

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