gulli: Aus dem Gulli, 30.6.
30. Juni 2005

Aus dem Gulli, 30.6.

Plattenlabel: Das Management ist schuld! - Macs scheinen zukunftssicher - WM-Tickets nicht knicken

Plattenlabel: Das Management ist schuld

Es geht durch die Blogs und hinterläßt eine Spur der vollkommenen Verblüffung. Die Sanctuary Group, weltgrößtes Indie-Plattenlabel, musste Verluste von 40% hinnehmen und stecke in einer tiefen Schuldenkrise, erklärt das Label der Öffentlichkeit. Man stelle sich nun vor: Ein Medienunternehmen. Eine große Geschäftskrise. Und kein Wort von Tauschbörsen, kein Wort von CD-Brennern und musiktauschenden Schülern. Unmöglich? Tatsächlich sei an den Problemen des Labels von Musikern wie Destinys Child, Lou Reed und Morrissey das Management schuld, konkret das der Sanctuary Urban - Abteilung, die unter anderem massive Verzögerungen bei der Plattenveröffentlichung verschuldet hätte.
Es geschehen wahrhaftig Zeichen und Wunder.

Mac zukunftsoffen: Y10K-Kompatibilität jetzt

MacOsX Tiger kann nun... nein, kann es eigentlich doch nicht. Aber zumindest den Anschein der einmal mehr herausragenden Zukunftssicherheit der komischen Geräte mit dem Apfel drauf kann der Macuser von Welt einmal mehr kultivieren: indem er seine Datumsanzeige Y10K - kompatibel macht. Datumsangaben wie "30.06.02005", an solchen Dingen erfreut sich offenbar das seltsame Völkchen der Mac-Nutzer bisweilen. Eine entsprechende Anleitung ermöglicht allen Tiger-Usern diese schicke Anzeigeform: die aber das Manko hat, dass die vorstehende Null beim Jahreswechsel 31.12.09999 auf 1.1.10000 von Hand geändert werden muss.
Weiter gedacht hat bereits 1999 die Internet Society. Im RFC 2550 wurde angesichts der Tatsache, dass auf das Y10K - Problem zwangsläufig ein Y100K folgen muss, eine fortlaufende Datumsstruktur definiert, die ein für allemal mit entsprechenden Problemen aufräumt. Der Mac - seiner Zeit voraus? Knapp achttausend jahre vielleicht, aber andere sind eben doch schon weiter. Tja.

Eintrittskarten bitte nicht knicken...

...denn sonst könnte der RFID-Chip kaputtgehen. Für die RFID-versehenen Eintrittskarten der WM 2006 sollen entsprechende Warnhinweise ausgegeben werden, ein weiteres Problem könne sich dadurch ergeben, dass manche Leute dazu neigen, gekaufte Eintrittskarten bis zur Verwendung an die Pinnwand zu hängen. Auch hierbei droht die Zerstörung des Chips und anschließende Probleme beim Einlass (und der Überwachung des Zuschauers, natürlich).
Die entstehenden Probleme seien RFID-Verfechter Otto Schily nach jedoch bekanntermaßen nur Angstmacherei von Datenschützern.
In den zur WM eingesetzten Chips wird Name, Geburtsdatum und Ausweisnummer der Karteninhaber gespeichert sein, dazu die favorisierte Mannschaft, damit man die Gäste bereits beim Betreten des Stadions sortieren kann. Wer sein Ticket knickt, macht sich damit vermutlich der Verursachung einer logistischen Katastrophe bei einer die Nation repräsentierenden internationalen Großveranstaltung schuldig. Man kann nur hoffen, dass das Strafmaß einigermaßen erträglich bleiben wird.

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