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28. Juli 2005

Aus dem Gulli, 28.7. (2)

Limewire vor dem Aus? - Free as in "Free Beer" - Das Ende des 35mm-Kinofilms naht - MS radiert Apple aus

Limewire vor dem Aus?

Aus dem Hause Limewires wurde kurz nach dem Grokster-Urteil des Supreme Court verlautbart, man überlege, das Programm einzustellen - nach dem Statement des Gerichts sei unklar, ob man nicht schnell von einer Folgeklage betroffen sein könnte. Nun erschienen seitdem die Betas in schneller Folge - die Weiterentwicklung des Programms wurde offenbar unvermindert fortgeführt und die 4.9.9 beta ist seit gestern verfügbar. Nun aber hat LimeWire still und leise die Werbepartnerschaft mit p2pnet.net beendet - das Unternehmen befände sich "im Umbruch", so die Stellungnahme von LimeWire. Fragen, ob das Programm nun doch eingestellt würde, wurden indessen nicht beantwortet, man hofft nun auf Klarheit nach einem auf morgen angesetzten Hearing zu den Implikationen des Grokster-Urteils.

Free as in "Free Speech", not in "Free Beer"?

Dass Freie Software frei im Sinn der freien Meinungsäußerung sei und nicht im Sinne von Freibier, ist oft gehörte Kurzerklärung des Prinzips von GNU- und anderer freier Lizenzen. Nun hat eine Gruppe von Studenten der Uni Kopenhagen mit Vores Øl ("Unser Bier") ein Open-Source-Bier entwickelt. Version 1.0 kommt mit 6% Alkohol und Zusatz von Guarana ins Haus, damit man auch nach dem Konsum noch fit bleibt. Bier und Kippen kann man bekanntermaßen noch nicht downloaden, das Rezept hingegen steht unter einer Creative-Commons-Lizenz und kann frei verwendet werden. Auch der Vermarktung durch beliebige Brauereien stehe nichts im Wege, und die Druckvorlagen und Farbschemas für die Labels hat man vorsorglicherweise auch bereits ins Netz gestellt. Warum Bier? "Warum nicht? Wir mögen Bier", so die Antwort, und das klingt nach einer soliden und nachvollziehbaren Begründung. Anfragen erhielten die Studenten bereits von Brauereien aus Brasilien, Mexiko und Afghanistan, eine dänische Brauerei plant für den Herbst ein erstes offizielles Release.

Hollywood einigt sich auf digitalen Nachfolger des 35mm - Films

Digitale Filmprojektion im Kino sei die Zukunft, so die Ansicht der großen Hollywoodstudios, und darüberhinaus könne man einiges an Kosten sparen, wenn Filme künftig als reines Datenpaket (DRM-geschützt, versteht sich) an die Kinos ausgeliefert werden - oder gar per Satellit dorthin übertragen, wie in Irland momentan im landesweiten Test. Über die finale technische Plattform haben die sieben großen Studios nun Einigung erzielt - auf die Kinobetreibern kommt entsprechend in absehbarer Zeit die pro Vorführraum um die 75.000 Dollar schwere Nachrüstung auf die neue Digitaltechnik zu, wollen sie weiterhin die Blockbuster zeigen. Mittels Veränderungen im Lichtniveau der Filme, fürs Auge unsichtbar, für Digicams hochverwirrend, wollen die Studios nebenher die Camrips eliminieren. Ob in Zukunft entsprechend die Movies gleich vom digitalen Projektor abgegriffen werden, wird sich zeigen. Indessen werden die meisten Prereleases ohnehin vor dem Weg in die Kinos in der Nachproduktion abgegriffen.
Die Spezifikationen der neuen Projektionstechnik kann man sich in einem 175 Seiten starken PDF näher betrachten.

Apple von Microsoft ausradiert

Die Konkurrenz von Apple einfach digital auszuradieren, mag Traum von MS sein, und auch vielen anderen Mitmenschen dürfte ein Verschwinden der seltsamen bläßlichen Kisten und ihrer bisweilen gar noch seltsameren User kein unangenehmer Gedanke sein. Und so erfreut es natürlich zu sehen, dass Microsofts neuer Kartendienst die Apple-HQs zumindest virtuell leicht genuked aussehen läßt:

Apple nach MS

Schaut man sich dasselbe bei Google Maps an, so sind die heiligen Hallen der Jobs-Jünger leider unverändert vorhanden:

Apple nach Google

Nun hat nicht Google vergessen, seine Bilder nach einem bislang unbemerkten taktischen Atomschlag gegen die Macwelt zu aktualisieren, es verhält sich bedauerlicherweise genau anders herum: Microsoft hatte teilweise kein aktuelles Kartenmaterial kaufen können, zum Zeitpunkt der Aufnahme der MS-Kartenbilder war das Apple-HQ zu weiten Teilen noch schlicht nicht gebaut. Die guten alten Zeiten.

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