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24. Juni 2005

Aus dem Gulli, 24.6.

MPAA entschuldigt sich - Selbstmordhilfen im Netz verboten - Kernkraftwerksdaten in der Tauschbörse - Hardware-Dialer

MPAA: Sorry, wir haben übertrieben

Waren im Wert von 30 Millionen Dollar seien bei einer Razzia in einem DVD-Presswerk beschlagnahmt worden, behauptete letztlich die MPAA und wurde anschließend bei einer Reihe offensichtlicher Lügen ertappt. Wie sich nun herausstellt, sind auch die 30 Millionen völlige Fantasiezahlen gewesen: dies sei nicht der Wert der beschlagnahmten Waren, sondern der Wert der DVDs, die man theoretisch mit den Produktionsanlagen hätte herstellen können.
Die Erfindung beliebiger Schadenssummen hat bei der Medienindustrie indessen Tradition. Von der Glaubwürdigkeit des Verbandes kann man sich ein entsprechendes Bild machen.

Selbstmordanleitungen im Netz verboten

In Australien stehen Online - Selbstmordanleitungen seit heute unter Strafe. Wer im Netz den Lebensmüden entsprechende Anleitung zum erfolgreichen Suizid anbietet, wird mit Geldstrafe von bis zu 550.000 australischen Dollar bestraft, meldet Reuters. Auch das Animieren zum Selbstmord sei nun strafbar. Das Gesetz sei indessen nicht dazu gedacht, die in Australien ebenfalls lebhaft geführte Debatte um die Zulässigkeit von Sterbehilfe zu unterdrücken, so Justizminister Chris Ellison.

AKW-Daten in der Tauschbörse

Vertrauliche Daten zweier von Mitshubishi betriebenen Atomkraftwerke sind in der in Japan beliebten Tauschbörse "Winnnie" gelandet. Grund sei ein Virus gewesen, welcher sich über diese Filesharingplattform verteile. "Sicherheitskritisch" seien die Daten nicht gewesen, die 50 MB an Daten, die ins Tauschnetz geschwappt seien, würden vor allem Inspektionsberichte und Handbücher enthalten. Die Beliebtheit der P2P - netze scheint sich ungebrochen weiter zu vergrößern: wenn schon sicherheitsrelevante Rechner in Kernkraftwerken fürs Filesharing verwendet werden, dürfte der P2P-Siegeszug kaum noch zu stoppen sein.

Hardware - Dialer im NTBA?

Ein dreiviertel Jahr lang Dialer-Rechnungen in Höhe von mehreren tausend Euro zu erhalten, ohne zu wissen, wie es zu den Einwahlen kommt: die Fake - Alarmglocken sollten eigentlich losklingeln. Dennoch soll die Warnung Daniel Hopfs an dieser Stelle weitergegeben werden: denkbar ist es allemal, dass über eBay modifizierte Telefonanlagen vertickt werden, die chipgesteuert teure 0190 - und 0900 - Nummern anrufen. Hopf berichtet konkret von einem bei eBay gekauften NTBA, der über einen eingelöteten Chip nachts die teuren Nummern angerufen habe.

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