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16. Januar 2006

Aus dem Gulli, 16.1.

200k Zombies täglich - pwned: Baseball-Statistiken - Hostienschänder bei ebay

Jeden Tag mutieren 200.000 Rechner zu Zombies

Eine Studie CipherTrusts legt erschreckende Zahlen offen: Über Trojaner und Exploits mutieren inzwischen täglich fast eine Viertelmillion Rechner weltweit zu ferngesteuerten Zombies, die anschließend für Spamversand, Phishingversuche und DDoS - Attacken genutzt werden können. Die Infektionsquote steigt damit stark an: in den letzten sechs Monaten hatte die tägliche Zuwachsraten "nur" 170.000 Rechner pro Tag betragen - im Dezember waren es über 247.000 Rechner täglich. Schuld am aktuellen Anstieg seien vor allem neue Sober-Varianten. Nicht alle infizierten Rechner sind indessen noch steuerbar: im Fall eines ehemals aus den Niederlanden gesteuerten Botnetzes wird davon ausgegangen, dass trotz der Festnahme der Betreiber das Netz weiter wachse: auf inzwischen über 1,5 Millionen Rechner. Welche aktuell jedoch niemand gezielt einsetzen kann.

Wem gehört die Baseball-Statistik?

Man stelle sich vor: nach einem Bundesligaspieltag hat ein TV-Sender das Recht, die Gesamtzahl der gefallenen Tore und die aktuelle Torschützen-Rangliste zu ermitteln und diese zu veröffentlichen. Wer diese Informationen ebenfalls angeben will, muss Lizenzgebühren abführen. Was absurd klingt, ist Gegenstand einer Klage in den USA, in der es nicht etwa um die Einführung solcher Lizenzgebühren geht, sondern um deren Abschaffung: wer die Baseball-Statistiken der Major League Baseball publizieren will, muss momentan Lizenzen zahlen. CBC Distribution and Marketing klagt gegen die aktuelle Praxis - nach ihrer Ansicht werden Baseballstatistiken mit dem Ende des Spiels zu schlichten historischen Tatsachen, die man ohne vorherige Gebührenentrichtung veröffentlichen kann. Major League Baseball wehrt sich: man hat schließlich für die Rechte, die Treffer- und Homerunquoten der Spieler errechnen und veröffentlichen zu dürfen, schlappe 50 Millionen Dollar gezahlt.

eBay-Hostienschänder angezeigt

Einige Wörtchen über einen Brotklumpen gemurmelt, und schon hat er das Potential, zum Politikum bei eBay zu werden: die katholische Kirche kann offenbar nach wie vor Wunder vollbringen, wenn sie auch irgendwie nicht mehr an frühere Glanzzeiten des Gründervaters heranreichen. In einem Zusammenspiel geradezu göttlicher Harmonie konnten Leser der auch ansonsten bemerkenswert skurrilen Seite kreuz.net zusammen mit dem Online-Auktionshaus eBay und den leider nur angeblich getätigten, segenspendenden Worten Papa Razzis Online-Blasphemie geradezu teuflischen Ausmaßes verhindern. Die Versteigerung einer angeblich päpstlich gesegneten Oblate konnte dank des tatkräftigen Einsatzes von "katholischen Lebensrechtlern" eben noch verhindert werden, dem Besitzer des inzwischen zerbrochenen Stücks Jesusfleisch drohe als "angeblicher Hostienschänder" Anzeige wegen Betrugs sowie wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses.

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