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26. April 2005

Auch Frankreich will Provider zur Netzzensur zwingen

Revisionistenseite soll von den ISPs für User gesperrt werden

Nicht nur Nordrhein-Westfalen und China sollen zukünftig das Internet zensieren: Frankreich forderte drei US - Webhoster auf, Seiten zu sperren: jedoch nur für Websurfer aus Frankreich.

Konkret geht es um die Revisionistenseite von AAARGH, der "Association des Anciens Amateurs de Récits de Guerre et d'Holocauste". Auf ihrer Homepage findet sich die übliche wirre Mixtur aus Auschwitzlüge, jüdischer Weltverschwörung und rassistischer Hetzerei.

Die Seite werde bei insgesamt drei Hostern angeboten, die Provider OLM und Globat hätten bereits eine Beendigung des Hostings in Aussicht gestellt - womit die französische Bitte übererfüllt wäre und die Seiten überhaupt niemandem mehr zugänglich wären.

Die Seite bleibt durch die Weigerung des Hosters ThePlanet, den Zugang für französische User zu sperren, weiterhin erreichbar. Entsprechend wird in Frankreich bereits gefordert, die Seite nun durch die französischen ISPs filtern zu lassen - auch wenn Sperren dieser Art technischen Nonsense darstellen und mittels Proxies leicht umgangen werden können.

Frankreich könnte sich damit bei Ländern wie China, Saudi-Arabien und Nordrhein-Westfalen einreihen - dort werden ebenfalls seitens der ISPs Inhalte gefiltert, von denen die Regierungen annehmen, ihre Beurteilung sei ihren Bürgern nicht zuzutrauen - offenbar glauben die Verantwortlichen, vom reinen Betrachten einer Revisionistenseite werde der Surfer zum Nazi - anstatt dass er angesichts von Überschriften wie "Wie haben BÜCHER frei abzuladen" in Gelächter ausbricht.

Die Lügen der Revisionisten sind vielfach widerlegt. Der unter Revisionisten beliebte Leuchter-Report, nach dem es keine Vergasungen in den KZs gegeben haben soll, kann anschaulich und klar vollkommen demontiert werden - entsprechende Seiten führen auf anschaulichste Weise vor, mit welchen Lügen und absurden Behauptungen Revisionisten arbeiten müssen, um ihren haltlosen Behauptungen einen Anschein der Glaubwürdigkeit zu geben. Entsprechend sollten sich gerade Antirassisten überlegen, ob sie den Nazis verwehren wollen, sich in aller Öffentlichkeit zu blamieren - oder ob sie durch (zwecklose) Sperrversuche ihrer Seiten verhindern möchten, dass Unsinn als Unsinn entlarvt wird.

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