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21. Februar 2006

AU-Provider Filesharingtraffic ist OK

Drei Großprovider gegen das zweigleisige Internet

Trafficshaping ist ein Trend bei den Providern, der in Deutschland noch nicht in größerem Ausmaß angekommen ist, die internationalen Entwicklungen schaffen neben Bedenklichkeiten auch Grund zur Hoffnung, dass dem auch so bleibt. Die Furcht vor dem "zweigleisigen Internet" wird in der letzen Zeit vermehrt diskutiert, die Neutralität der ISPs und der Backbonebetreiber angezweifelt. Die drei größten australischen Provider Telstra, Optus and iiNet gaben nun ein Statement zum freien Datenverkehr ab, nachdem Bedenken unter der australischen Userschaft aufkamen. Independent Service Providers und BigAir verteidigten im Vorfeld der Statements ihre Praxis, Filesharingtraffic nach möglichkeit zu drosseln.

ISPs sollten sich vermehrt darum kümmern, dass ihre Infrastruktur ohne Stauungen läuft, anstatt sich um die technisch schwierige Unterscheidung zwischen verschiedenen Trafficsorten zu kümmern, so iiNets Direktor Michael Malone. Die Drosselung von P2P-Traffic wird dagegen unter den verschiedensten Begründungen verteidigt: einerseits macht er je nach Schätzung einen großen Teil des Gesamttraffics aus - die meisten Zahlen bewegen sich bei über 50% -, sei seiner Natur nach kein Traffic mit einer hohen Priorität und darüberhinaus "zwielichtig". Auch Nutzer stehen der Praxis ambivalent gegenüber: viele sind gewillt, langsameren P2P-Traffic hinzunehmen, wenn dies für den zügigen Betrieb zeitkritischer Anwendungen wie Email oder Messaging notwendig würde.

Die Befürchtungen, das Netz würde sich technisch zur Zweiklassengesellschaft entwickeln, sind nicht aus der Luft gegriffen: neben der Praxis, p2p-Traffic zu drosseln, bieten ISPs auch in zunehmendem Maß Trafficpriorisierungen beispielsweise für VoIP an bzw. drosseln bestimmte Dienste, für die kein (kostenpflichtiges) Premiumpaket gebucht wurden.

Den Bemühungen der ISPs, Trafficfressern das Maul zu stopfen, stehen die Maßnahmen der Entwickler entgegen: beispielsweise für den Torrent stehen die nächsten Versionen populärer Clients bereits in den Startlöchern. Feature: Verschlüsselung des Traffics dahingehend, dass auf ISP-Seite der P2P-Traffic nicht von anderen Trafficarten unterscheidbar wird.

Wie auch Malone konstatiert: das Erkennen und Limitieren bestimmter Trafficsorten ist technisch eine knifflige Sache. Leichter wird sie auch in Zukunft nicht werden.

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