gulli: Attack of the Drones: Überwachungsdrohnen in Miami
26. März 2008

Attack of the Drones Überwachungsdrohnen in Miami

Was zu erwarten war: Drohnen werden in Bälde auch zur "Kriminalitätsbekämpfung" eingesetzt. In Miami soll eine über 6 Kilo schwere Drohne in Zukunft als "Extra-Augenpaar in gewissen taktischen Situationen" dienen. Die Polizei in Miami-Dade lässt gerade die unbemannte, fliegende Kamera testen, nach Zulassung soll sie im Polizeidienst eingesetzt werden. Das Beobachtungsgerät kann mit herkömmlichen Kameras wie auch infrarot "sehen" und soll insbesondere bei der Überwachung schwer zugänglicher Ziele helfen.

Angedacht war alles schon früher: bisherige Versuchseinsätze wurden jedoch von der US-Luftüberwachung FAA (Federal Aviation Administration) vorerst gestoppt. Militär und FBI arbeiten schon längerer Zeit mit Drohnen, im Zuge der Militarisierung der Polizeiarbeit sowie der "inneren Sicherheit" war es jedoch eine reine Frage der Zeit, bis die ersten Drohnen auch im polizeilichen Einsatz aufsteigen.

Wobei die Drohnen eine der ersten Techniken sind, bei denen die Bürgerrechtler mit den staatlichen Schnüfflern auf Augenhöhe agieren bzw. ihnen gelegentlich gar eine Nasenlänge voraus sind. Im Zuge der "Gegenaufrüstung" nach der zunehmenden Bürgerüberwachung mit immer ausgefeilteren Techniken wurde innerhalb von zwei Jahren die "private Überwachungsdrohne" vom kostspieligen Prototypen zur durchaus erschwinglichen Eigenbau-Lösung.

Drohne auf dem 24c3

 

Deutlich unter 1000 Euro liegen inzwischen die Preise für die Materialien, mit denen eine Kameradrohne mit Fernsteuerung und GPS-Navigation konstruiert werden kann. Relativ kurze Flugzeiten weisen die "privaten Drohnen" noch auf, aber mit ihren sechs Kilogramm Gewicht wird die "Miami-Drohne" auch kein Glanzbeispiel an energiesparender Leichtbauweise sein.

Und dass die Bürger der Polizei auf diesem Gebiet durchaus noch - oder schon - voraus sind, zeigte sich schon zum G8-Gipfel auf Heiligendamm, auf der eine der ersten "Bürgerdrohnen" bereits flog - mit polizeilicher Genehmigung, selbstverständlich. Auch wenn einer der nicht eingeweihten Beamten angesichts der fliegenden Überwachungskamera schon frohlockte, ob das die neue Drohne der Bundespolizei sei. Antwort der Bürgerrechtler: "Nein, das ist unsere."

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