gulli: Atlantic: CDs zu MP3 rippen ist illegal

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11. Dezember 2007

Atlantic CDs zu MP3 rippen ist illegal

Ein seltsames Rechtsverständnis pflegt das Label Atlantic - in einem Verfahren gegen einen mutmaßlichen Filesharer führt Atlantic an, dass nicht nur das Bereitstellen von MP3-Files in einem Shared-Folder von KaZaA ein Urheberrechtsverstoß sei, sondern bereits das Rippen der CD. MP3-Files sollen damit per se als illegal betrachtet werden - unabhängig davon, ob eine CD einen Kopierschutz hat oder nicht.

Denn in einem Ergänzungsantrag im laufenden Verfahren schreiben die Rechtsvertreter Atlantics externer Link in neuem Fenster folgtwie folgt:

"Der Angeklagte verfügte über nicht gestattete Kopien der Musik des Klägers auf seinem Rechner ... Es steht außer Zweifel, dass der Angeklagte diese unerlaubten Kopien auf dem Rechner hatte ... Praktisch alle Files auf dem Beweisstück B sind im 'mp3'-Format. ... Der Angeklagte hat zugegeben, diese Tonaufzeichnungen ins mp3-Format kopiert zu haben, um sie mit seiner Frau zusammen anzuhören. Das mp3-Format ist ein 'komprimiertes Format, das die schnelle Übertragung von digitalen Audiofiles von einem Rechner auf einen anderen erlaubt, via Email oder einem beliebigen anderen Datenübertragungsprotokoll'..."

Dass ein CD-Rip "unerlaubt" sei, wäre selbst im Fall kopiergeschützter Quell-CDs fraglich, bei Standard-CDs durch Privatkopie, in den USA analog per Fair Use gedeckt.

Wo die Reise hin soll, wird aus der Argumentation der Kläger klar: mp3 als "komprimiertes" und "schnell übertragbares" Format soll per se schon den Verdacht heraufbeschwören, der Rip würde ausschließlich mit dem Motiv der anschließenden Verbreitung auf andere Rechner angefertigt. Wer nicht in den Verdacht geraten will, Files zu verteilen, soll doch gefälligst nach .wav konvertieren?

Selbst heute in Zeiten gigantischer Festplatten wäre eine solche Argumentation schlicht blödsinnig. Der Fall ist indessen bereits zwei Jahre her - Anfang 2006 verfügte noch nicht jeder Haushalt über dreistellige Gigabytes an HD-Kapazität.

So ist es mehr als peinlich, dass in Zeiten mobiler Player ein Label immer noch versucht, mp3s mit der Illegalität in Verbindung zu bringen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass auch Atlantic heute nicht mehr allzu viele CDs verkaufen könnte, wenn die Menschen nicht die Möglichkeit hätten, ihren Inhalt auch auf zeitgemäßer Technik abzuspielen. Und das ist heute eben der mobile mp3-Player.

  • Wenn die liebe Musikindustrie folgendes kapieren würde: Ich persönlich habe bis vor 5 Jahren ca. € 100.- für CD's pro Monat ausgegeben... Bis es mir zu teuer wurde... Wenn die CD's im Schnitt um € 5.-billiger wären, würd ich mir demnach auch wieder mehr kaufen, aber € 17.99 für ne einfache CD (Neuerscheinung) sind einfach zu teuer... Und wenn nebenbei nicht jeder Schrott nen Plattenvertrag kriegen würde,könnte man die Preise pro CD ...

    snaggletooth am 17.12.2007 03:21
  • Hi. Zitat: Zitat von snaggletooth  Wenn die CD's im Schnitt um € 5.-billiger wären, würd ich mir demnach auch wieder mehr kaufen, aber € 17.99 für ne einfache CD (Neuerscheinung) sind einfach zu teuer... . Nein, da hast du aber etwas falsch verstanden. Die Musikindustrie hat die Preise erhöhen müssen, weil die ganzen bösen Raubkopierer den Markt maßgeblich kaputtgemacht haben - ...

    J.M.Mierscheid am 17.12.2007 10:24
  • Das ist echt der Oberhammer. Ich habe aber keine Lust mir die Titel anzuhören, wie es mir die CD vorschreibt und will nicht alle Nase lang die CD wechseln, weil auf einer CD nur 2 -3 gute Titel sind. Mann, die Welt wird immer verrückter, erst macht man Reklame mit den Möglichkeiten, dann will man wieder alles verbieten. Gruß malo-residente

    malo-residente am 17.12.2007 18:12
  • Zitat: Zitat von snaggletooth  ... Wenn uns der ganze Schrott erspart bliebe, mehr auf Qualität statt Quantität geachtet werden würde, könnte sich auch jede "Käuferschicht" jedes Monat einige neue CD's leisten... ... Da gehören aber immer Zwei zu: Die Einen, die den Plastik-Schrott pressen und die Anderen, die immer noch bereit sind für den Müll Geld auszugeben So lange sich noch genug Käufer ...

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