gulli: AOL wegen Herausgabe von Suchlogs verklagt
26. September 2006

AOL wegen Herausgabe von Suchlogs verklagt

Von drei AOL-Kunden wurde Klage gegen den Provider eingereicht. Ihre Privatsphäre sei durch die Herausgabe von AOL-Suchlogs verletzt worden. AOL bot anonymisierte Suchanfragen von 650.000 Usern im Web an, die Zuordnung der Suchanfragen zu Identifikationsnummern ließ aufgrund der häufig persönlichen Suchbegriffe Rückschlüsse auf die Identität der User zu. Pro geschädigtem Nutzer, der sich der Klage anschließt, werden 5.000 Dollar Schadenersatz gefordert.

Die Publikation der Suchanfragen führte zur Trennung AOLs von drei der beteiligten Mitarbeiter. Die Suchanfragen wurden im Rahmen eines Forschungsprogramms veröffentlicht, die Usernamen waren zwar anonymisiert, da verschiedene Suchanfragen eines bestimmten Users jedoch einer Identifikationsnummer zugeordnet wurde, waren teilweise Rückschlüsse auf die Identität der User möglich - diese suchten nach persönlichen Daten wie Name oder Sozialversicherungsnummer. Die Datensätze kursieren seitdem im Netz.

Laut einem der Kläger reichten AOLs Entschuldigungen definitiv nicht aus.

"Die Kunden zahlten AOL dafür, dass ihre Privatsphäre geschützt bleibt. Das ist hier nicht passiert."

Neben den Schadenersatzforderungen solle AOL sich um die Schließung der Angebote der Suchlog-Datenbank im Netz kümmern. Weiterhin werden für verschiedene Rechtsverstöße durch die Veröffentlichung insgesamt 5.000 Dollar Schadenersatz pro klagendem Kunden gefordert. Spannendste Forderung: AOL solle aufhören, Suchhistorys seiner User zu speichern und weiterhin alle existierenden Suchlogs löschen.

AOL gab bislang keine Erklärung dazu ab. Das Ergebnis der Klage dürfte vor allem auch in Bezug auf andere Suchmaschinen spannend werden. Datenlecks kann praktisch kein Betreiber einer Suchmaschine hundertprozentig ausschließen. Einen ersten Eindruck von den finanziellen Folgen eines Datengaus können sich andere Suchmaschinenbetreiber im Laufe des Verfahrens nun machen.

Vor allem Google wird seit jeher wegen dem massiven Aufzeichnen von Userdaten kritisiert. Das Cookie, mit dem Google beispielsweise Suchanfragen eindeutig einem User zuordnet, läuft erst 2038 aus. Für viele Netznutzer dürfte eine Publikation aller jemals von ihnen eingegebenen Google-Suchanfragen durchaus kompromittierend sein.

  • 2 Kommentare zum Artikel
  • Von drei AOL-Kunden wurde Klage gegen den Provider eingereicht. Ihre Privatsphäre sei durch die Herausgabe von AOL-Suchlogs verletzt worden. AOL bot anonymisierte Suchanfragen von 650.000 Usern im Web an, die Zuordnung der Suchanfragen zu Identifikationsnummern ließ aufgrund der häufig persönlichen Suchbegriffe Rückschlüsse auf die Identität der User zu. Pro geschädigtem Nutzer, der sich der Klage anschließt, werden 5.000 Dollar Schadenersatz ...

    gullinews am 26.09.2006 14:00
  • Wo darf man sich denn da anmelden die 5000€ könnte ich für einen neuen Rechner gut gebrauchen, bin ja schon seit 10 jahren zahlender AOL Kunde *g*

    !Skar!™ am 26.09.2006 19:18
  • das es bis 2038 geht also das cookie von google liegt einfach dran dass es net länger geht (2038 problem beim unix timestamp) also is es eig. auf die längst mögliche zeit ausgelegt

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