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17. Juli 2008

AOL Spammer muss für 30 Monate hinter Gitter

Das weltweit zunehmende Spamaufkommen stört nicht nur die jeweiligen Adressaten enorm, sondern ist auch den Behörden und Offiziellen ein Dorn im Auge. Dieser Auffassung ist auch der Amtsrichter von New York, Denny Chin. In seinen Augen ist das "Spammen" schon längst kein Kavaliersdelikt mehr und müsse bereits im Keim erstickt werden. In New York wurde diese Woche erneut eine Entscheidung getroffen. Das Urteil lautet: 30 Monate Haft für einen Dauer-Spammer und 27 Monate für seinen Komplizen.

Adam Vitale ist der Name des Haupt-Übeltäters. Mehr als 250.000 Spam-Mails hat er im Laufe seiner Karriere als Spammer in den Umlauf gebracht. Besonders interessant waren für ihn offensichtlich Adressen von AOL-Kunden. An diese hat er über 1,2 Millionen Mails adressiert. Mittels seiner technischen Kenntnisse und der Kooperation mit Todd Moeller war es den beiden Kriminellen möglich, den Spam-Filter auszutricksen. Unter anderem haben sie sich den Weg am Filter vorbei durch die Veränderung des Email-Headers geebnet.

Hinzu kommt, dass für den Versand der unliebsamen Post diverse Computer verwendet wurden. "Spamming ist eine Straftat. Hierbei kann nicht mehr die Rede von einem "Dummen-Jungen-Streich" sein. Zu weitreichend und kostspielig sind die verursachten Schäden", so der Amtsrichter bei seiner Urteilsbegründung.

Vitale selbst ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. 22 Mal wurde er bereits verurteilt. Erst kürzlich wurden Ermittlungen gegen ihn unternommen, da der begründete Verdacht bestand, er betreibe einen Prostitutionsring über Craigslist. Nach den nun gehäuften Verurteilungen gibt der Spamkönig vom Big Apple jedoch an, er habe seine Lektion gelernt und werde künftig die Finger von dubiosen Machenschaften lassen. Ein maßgeblicher Grund für die Änderung seiner Einstellung dürfte die verhängte Strafe sein. Wegen der Missachtung von Anti-Spam-Gesetzen muss er 30 Monate ins Gefängnis. Hinzu kommt die Zahlung der stattlichen Summe von 180.000 US-Dollar an AOL. Im Zuge einer verdeckten Operation konnte Vitale und Moeller das Handwerk gelegt und stichhaltige Beweise gesammelt werden. Verdeckte Ermittler haben die beiden Verurteilten angeheuert, um ein neues Security-Produkt mittels E-Mail-Spam populär zu machen. Als Entgelt wurde ihnen die Hälfte der Einnahmen versprochen und so war die Entscheidung schnell gefunden. Auch Todd Moeller kommt dabei nicht ungeschoren aus der Sache heraus und wurde zu 27 Monaten Gefängnis verurteilt. Dieses Gerichtsurteil dient offensichtlich zu einem Großteil auch dazu, ein Exempel zu statuieren. Ob die knapp 200.000 US-Dollar Strafe und die Verurteilung als Abschreckung ausreicht - das wird alleine die Zeit zeigen. (gS-)

(via vnunet.com, thx!)

  • 4 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: sent 250,000 spam messages to more than 1.2 million email addresses belonging to AOL subscribers Vielleicht meinen sie, dass er mit jeder Mail gleich mehrere adressiert hat. Naja, wer Millionen von Menschen belästigt, nur für Geld, der sollte sich nicht wundern...

    Sonnentier am 17.07.2008 15:08
  • Der kann da auch länger drinn bleiben, wenn ihr mich fragt. Viel zu wenig. Geht ja nicht nur um das Versenden von eMails, sondern Betrug. Dass er das Medium eMail zu verhunzt gehört viel strenger bestraft, als Präzedenzurteil.

    Kontrolltroll am 17.07.2008 15:42
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