Antipiratbyrån: Racheaktion für The Pirate Bay Verfahren

gullinews am Montag, 08.06.2009 13:54 Uhr (Rating: )

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Henrik Pontén war auf Seiten von Antipiratbyrån als Anwalt im Prozess gegen The Pirate Bay vertreten. Dass er sich dabei nicht besonders viele Freunde gemacht hat, beweist eine jüngste Racheaktion.

Vor kurzem konnte Henrik Pontén ein etwas ungewöhnliches Schreiben von den schwedischen Behörden in Empfang nehmen. Das Schreiben kam von der schwedischen Steuerbehörde (Skatteverket) und erklärte ihm, dass sein Antrag auf Namensänderung genehmigt worden sei.

Dumm bloß, dass Pontén keinen Antrag auf Namensänderung gestellt hatte. Im weiteren teilte ihm das Schreiben nun mit, dass er praktisch ab sofort offiziell "Pirat Pontén" heißen würde. Seit dem 29. Mail kann Pontén nun diesen Namen tragen, was unzweifelhaft zu einigen Belustigungen in der Filesharer-Szene sorgen wird. "Die Piratenbewegung hat bereits vorher versucht mir zuzusetzen und als das nicht funktioniert hat, versucht man es eben so", erklärte Pontén gegenüber dem Aftonbladet. Die Attacke selbst bezeichnet er als "lächerlich" und versucht derweil seinen alten Namen wieder zurück zu bekommen. "Dies bestätigt mir eigentlich nur noch mehr, dass ich im Recht bin. Die Piratenbewegungen sprechen oft von der Wichtigkeit von persönlicher Integrität, aber diese Namensänderung verletzt meine Integrität. [...]. So wie ich das sehe, gibt es eine Kampagne gegen all diejenigen, die nicht mit der Piratenbewegung übereinstimmen. Sie versuchen unser Recht zur freien Meinungsäußerung zu beschränken. Sie haben bereits früher Maßnahmen versucht, jetzt benutzen sie eben andere Methoden."

Interessanterweise vermutet er den Angriff scheinbar aus den Reihen der schwedischen Piratenpartei, wie er gegenüber Aftonbladet festhält. Er forderte diese auch offiziell auf, sich von diesem Angriff zu distanzieren. Der Stellvertretende Vorsitzende der Partei, Christian Engström, fühlte sich scheinbar genötigt einen Kommentar hierzu abzugeben: "Die Gegenseite bloßzustellen ist absolut in Ordnung, aber diese Art von Verhalten ist einfach nur daneben. Wir distanzieren uns von solchen Angriffen und Neckereien. Es nützt der Partei nichts."

Wer sich an dieser Stelle wundert, wie diese Namensänderung abgelaufen sein könnte, sollte zur Kenntnis nehmen, dass keine Identitätsprüfung bei einem Änderungsantrag durchgeführt wird. Die betroffene Person erhält lediglich ein Schreiben, dass die gewünschte Änderung durchgeführt wurde. Ingegerd Widell von Skatteverket erklärte, dass "Pirat Pontén" seinen Original-Namen in Kürze zurückerhalten werde.

Insgesamt gesehen ein kindischer Streich, der nicht nur keinerlei wirklichen Nutzen hatte, sondern der Contentindustrie nur in die Hand spielt. Um ernst genommen zu werden, bedarf es sachlicher Argumenten und keiner sinnlosen Ausnutzung von eventuellen Lücken in der staatlichen Maschinerie. Der einzige Effekt, den dieser Streich hatte, äußerte sich in Form einer Distanzierung der Piratenpartei. Es dürfte jedoch klar sein, dass Pontén bei jeder sich bietenden Gelegenheit der Filesharer-Szene unter anderem diese lächerliche Aktion ankreiden wird, insbesondere, da hier ein persönlicher Angriff ausgeführt wurde. Die Integrität einer Person, so unbeliebt sie auch ist, zu zerstören, lässt auch die Angreifer in keinem besonders guten Licht stehen.(Firebird77)

(via torrentfreak, thx!)

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26 Reaktionen aus dem gulli:Board

Dornenreich am 09.06.2009 02:11:24:
Lol ! Und was kommt als nächstes ? Overlord Schäuble und Kipo-Uschi ? Edit: Nein, Keingang von Schäuble wäre besser ^^...

Mike34 am 09.06.2009 09:22:09:
Also so ganz glauben kann ich die Nachricht ja nicht... Sollte das so leicht möglich sein, in Schweden seinen Namen zu ändern!? Überlegt doch mal was da alles dran hängt: Melderegister, Sozial-, Renten-, Arbeitslosenversicherung... Lustig fand ich die Aktion trotzdem :T...

nagini am 09.06.2009 12:40:01:
Sollte das so leicht möglich sein, in Schweden seinen Namen zu ändern!? Überlegt doch mal was da alles dran hängt: Melderegister, Sozial-, Renten-, Arbeitslosenversicherung... Offenbar ist es dort wesentlich leichter, jemandem eine neue Identität zu verpassen, als einen u...

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