Android: iPhone & Nokia-Handys sollen mit G1 unter Beschuss geraten

Android: iPhone & Nokia-Handys sollen mit G1 unter Beschuss geraten

gullinews am Montag, 22.09.2008 17:48 Uhr

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New York. Auch wenn sie es nur ungerne zugeben würden, aber dieses Datum erwarten alle Wettbewerber mit Hochspannung. Google wird morgen zusammen mit T-Mobile die ersten Geräte der neuen Handyserie, die mit dem Android OS ausgestattet sind, vorstellen. Der taiwanesische Hersteller High Tech Computer Corporation (kurz HTC) wird das G1 produzieren. Das neue Steckenpferd der Googelianer soll mit seiner Ausstattung und Bedienung in direkter Konkurrenz zu Apples iPhone und den Top-Geräten des finnischen Marktführers Nokia stehen. In den USA soll nächsten Monat die Markteinführung mit einem absoluten Kampfpreis vonstattengehen. Auch in Europa wird es abhängig von den Verkaufszahlen auf dem US-amerikanischen Markt nicht mehr ewig dauern, bis das neue Handy angeboten wird. Es wäre geradezu fahrlässig sich das deutsche Weihnachtsgeschäft entgehen zu lassen.

Die Herrschaften aus dem kalifornischen Mountain View und ihre strategischen Partner scheinen sich bezüglich des Namens noch nicht ganz einig geworden zu sein. Der Hersteller der Hardware spricht vom "HTC Dream", T-Mobile stellte das Projekt als "Kila" vor. Wieder andere bezeichneten Googles Mobiltelefon als "G-phone" oder kurz "G1". Klar ist allerdings, dass der Neue im Haifischbecken über einen Touchscreen und eine ausklappbare Qwerty-Tastatur verfügen wird.

Die Bezeichnung Kila dürfte dabei direkt klarstellen, worum es T-Mobile und Co. geht. Der portable Killer soll nicht etwa Meerestiere, sondern die Marktanteile der Wettbewerber vertilgen - umso mehr, umso besser. Der angekündigte Preis dürfte sich in diesem Marktsegment wie ein Tsunami auswirken. In den USA soll das Gerät (die Kosten für den Vertrag nicht eingerechnet) für lediglich 199 Dollar (knapp 140 Euro) verkauft werden. Es bleibt abzuwarten an welcher Stelle Apple, Nokia und die anderen Hersteller nach dieser Flutwelle stehen bzw. liegen werden. Zumindest für Steve Jobs Firma dürfte dieser Verkaufspreis wie ein direkter Hieb ins Gesicht wirken. Die Ankunft des G1 ist dabei lediglich die erste Salve Gewehrschüsse, um die Software dieses Marktes komplett unter die eigene Kontrolle zu bringen. Die Entwicklung eines neuen Betriebssystems für Desktops oder Notebooks wäre völlig sinnlos. Hier dominiert Microsoft klar das Geschehen. Google kann und wird nur dort ansetzen, wo im Markt noch Bewegung möglich ist.

Alles ist vorbereitet, denn die Damen und Herren aus Mountain View haben sich schon im November 2007 überaus potente Partner an Bord geholt. Die sogenannte "Open Handset Alliance" klingt wie das Who is Who der Industrie. Sie besteht einerseits aus Telefongesellschaften wie beispielsweise Sprint Nextel, T-Mobile, China Mobile, Telefonica und Telecom Italia. Daneben verpflichtete man Softwareproduzenten wie die Ascender Corporation, eBay, Nuance Communications etc. und namenhafte Hardwarehersteller wie LG, Motorola, HTC, Samsung, Intel, Nvidia, Qualcomm, Texas Instruments etc. etc. etc.

Sollte dieser Schuss in den Ohren einiger Zuhörer wie geballte Power klingen? Ja, das dürfte von den 34 Gründungsmitgliedern durchaus so geplant worden sein. Überspitzt ausgedrückt geht es um nichts Geringeres als um eine indirekte Marktregulierung. Nur das in diesem Fall nicht der Staat sondern ein Teil der Industrie versucht, die bisherigen Zustände zum eigenen Vorteil zu Fall zu bringen.

Auch sehr geschickt: Auf die Software bezogen bemächtigte man sich des Open Source-Grundgedankens, um den Kunden so schnell wie möglich nicht nur die Endgeräte, sondern auch so viele Anwendungen und Spiele wie möglich anbieten zu können. Denn die sogenannte "open platform" bietet Entwicklern zahlreiche Freiheiten, über die sie bei Apples iPhone oder dem iPod Touch nicht verfügen. Doch wie gulli-Leser bereits erfahren durften, so frei wie ursprünglich angekündigt, wird das Handy-OS von Google auch nicht ausfallen. Und während alle Tools von den Apple-Usern brav vom iTunes Store gekauft werden müssen, können die G1-Benutzer diese von überall her beziehen, im schlimmsten Fall sogar kostenlos. Google, HTC und T-Mobile gaben indes bekannt, man will trotzdem jeweils eigene Shops im Internet eröffnen. Doch die G1-Anwender werden künftig die freie Wahl zwischen kommerziellen und somit auch kostenpflichtigen oder zahlreichen Freeware-Programmen zum Nulltarif haben. Während das Gerät von HTC morgen den New Yorker Bürgern vorgestellt wird, ist mit neuen "Google-powered" Handys von LG und Samsung erst nächstes Jahr zu rechnen.

Um den Schaden soweit wie möglich zu begrenzen, erwarb Nokia noch im Juni 2008 die Aktienmehrheit von Symbian. Der Urheber von UIQ und dem Symbian OS soll in absehbarer Zeit von der Symbian Ltd. in die Symbian Foundation überführt werden. Dies soll u.a. sicherstellen, dass in den nächsten zwei Jahren die firmeneigenen Betriebssysteme als Open Source-Software zur Verfügung stehen werden. Offensichtlich hat man auch in Finnland die Zeichen der Zeit erkannt. Hoffentlich war es dann noch nicht zu spät für diesen Schritt. Fakt ist aber: Auf 60% aller Smartphones (Kombination aus Handy & PDA) ist ein OS der Firma Symbian installiert. Das Betriebssystem würde dann aller Wahrscheinlichkeit nach kostenlos zur Verfügung stehen, auch hier will man sich die Unterstützung der Community zu eigen machen. (Ghandy)

(via guardian.co.uk, thx!) (Bildquelle: myth news, thx!)

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Das offizielle Promo-Video von November 2007

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21 Reaktionen aus dem gulli:Board

nitramf4 am 23.09.2008 20:18:36:
Das soll ja 1GB Speicher haben. Kann man da ne Speicherkarte reinschieben? Wäre ja sonst nicht so prall :confused: Hat das eigentlich GPS?...

Potatohead am 25.09.2008 11:47:17:
Hat nur 192 MB Speicher. Speicherkarten Slot ist mit drin. GPS mit A-GPS Unterstützung....

Kabummski am 25.09.2008 13:03:01:
und wieder nur excl. über t-mobile, was soll die kacke :dozey:...

 

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