gulli: Andersen vs. RIAA: Unbequeme Informationen demnächst?

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07. März 2008

Andersen vs. RIAA Unbequeme Informationen demnächst?

Was verdienen die RIAA-Anwälte eigentlich an Filesharing-Verfahren, und wohin geht die Kohle, wenn die "Entschädigung" bezahlt wird? Diese und weitere Fragen muss die RIAA möglicherweise bald beantworten, wenn die - ursprünglich selbst verklagte - Tanya Andersen ihre Gegenklage so durch bekommt wie erhofft.

Andersen wurde 2005 von der RIAA verklagt, ermittelt hatte das einschlägig bekannte Unternehmen MediaSentry. Doch die Klägerseite legte eine glatte Bauchlandung hin: das Verfahren wurde eingestellt, die Kosten musste die Gegenseite erstatten. Andersen will jedoch mehr: eine Gegenklage ausfechten und nach Möglichkeit auch eine Sammelklage gegen die RIAA durch bekommen.

Und beides verspricht spannend zu werden, wenngleich die Mühlen nach wie vor langsam mahlen. Im Rahmen der Gegenklage halten es Rechtsexperten für möglich, dass die RIAA gezwungen werden kann, unbequeme Fakten aufdecken zu müssen. Insbesondere könnte dann nicht nur Andersen, sondern auch das Gericht interessiert sein zu wissen, wieviel die RIAA-Anwälte denn selber verdienen und wohin die Gelder aus den "Beilegungszahlungen" fließen. Wie die Labels auf die "üblichen" paar tausend Dollar "Schadensersatz" kommen, soll ebenso offen gelegt werden wie die Kriterien, nach denen entschieden wird, welche Filesharer man verklagt und welche nicht.

Copyright-Anwalt Mike Ratoza konstatiert bei Wired, dass auf die RIAA erhebliche Schwierigkeiten zukommen könnten, wenn sich herausstellt, dass die "Ermittler" (MediaSentry, beispielsweise) Anteile aus den Beilegungszahlungen bekommen., da solche Beteiligungen in zahlreichen US-Staaten schlicht illegal sind. Darüber hinaus stehen auch für eine Sammelklage die Chancen nicht schlecht. Zwar werden Sammelklagen von Bundesgerichten eher ungern angenommen, aber mit den Informationen, die mit Andersens Gegenklage gewonnen werden könnten, wäre die Bahn frei für eine weitere Klage vor einem Landesgericht. Dort wiederum stehen die Chancen für die Annahme einer Sammelklage besser.

  • Richtig so. Mit der Andersen hat sich die RIAA die Richtige herausgesucht. Hoffentlich macht sie dem Ganzen ein Ende und die RIAA-Leute landen wegen *Was auch immer* für lange Zeit im Knast und müssen Beträge bezahlen, die sie in 2.000 Jahren nicht abgestottert hätten. Sie selbst fordern ja immer hohe Geldbußen und wollen Existenzen zerstören wegen bissel Bits und Bytes herschieben.

    DasFragezeichen am 07.03.2008 17:13
  • Hoffentlich wird die Klage genehmigt und beim Verfahren stellt sich heraus,wie man auf so hohe Schadensersatzforderungen komme und in welche Hände das Geld genau fließe.So etwas wäre doch mal richtig spannend.

    Batou_from_GitS am 07.03.2008 17:29
  • Zitat: Zitat von DasFragezeichen  Hoffentlich macht sie dem Ganzen ein Ende und die RIAA-Leute landen wegen *Was auch immer* für lange Zeit im Knast und müssen Beträge bezahlen, die sie in 2.000 Jahren nicht abgestottert hätten. Sehr nette Vorstellung, wird so aber sehr wahrscheinlich nicht eintreffen. Die haben glaube ich eine relativ große Lobby und kommen da ziemlich ungeschoren raus. Aber ihr ...

  • Zitat: Zitat von ADI64  Sehr nette Vorstellung, wird so aber sehr wahrscheinlich nicht eintreffen. Die haben glaube ich eine relativ große Lobby und kommen da ziemlich ungeschoren raus. Aber ihr Ruf dürfte dann auch in der Öffentlichkeit komplett im Eimer sein (falls einige noch was auf diesen Verein halten ) Falls sich genug Medien mit einer ausreichend großen Leserschaft dafür interessieren.

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