Industrie lehnt verkrüppelte Geräte ab
Kein Ort der Streitereien ist die Hollywood Post Alliance Tech Retreat-Konferenz in der Regel, auf der Brad Hunt die Kopierschutzpläne der MPAA vorstellte - und auf breite Ablehnung stieß.
Nur: an analogen Ausgängen können ungeschützte Videosignale abgegriffen werden - und das in durchaus hoher Qualität jenseits heute gängiger TV-Auflösungen, und in Zeiten des "Protected Video Path" stellt dies für die Contentanbieter ein kaum hinnehmbares Loch in der Verwertungskette dar.
Das Kopieren analoger Ausgangssignale soll nach dem Willen der MPAA verhindert werden - nur sehen die Gerätehersteller aus gutem Grund eine Menge Ärger mit den Kunden auf sich zukommen, die neue Geräte nicht mehr an ihren DRM-unfähigen Analoggeräten betreiben können. Wer für die entsprechende Aufklärung der Verbraucher zuständig sein sollte, wurde gefragt - nach Ansicht Hunts sollte das die Aufgabe der Händler sein, die den Kunden die schöne, leicht zu bedienende neue Medienwelt erläutern sollen.
Oder eben, warum in dieser neuen Medienwelt nichts richtig funktioniert. Das befürchtete wiederum das Publikum Hunts, dessen Skepsis in einer simplen Frage gipfelte: "Dieser Raum ist voll mit Leuten, deren Lebensunterhalt davon abhängt, dass diese Technik funktioniert. Sie stoßen hier auf Ablehnung bis hin zur Feindseligkeit. Wenn Sie das hier nicht mal uns verkaufen können, wie wollen Sie es der Zielgruppe der 16- bis 45jährigen verkaufen?"
Nach Ansicht Hunts würde der Markt alles regeln. Er wird so falsch nicht liegen - die Kunden lehnen verkrüppelte Geräte und nicht oder nur mühsam abspielbare Medien in der Regel ab. Und werden sich dort bedienen, wo sie abspielbare Medien erhalten. Nur werden das vermutlich nicht die HD-DVD-Shops sein. Es ist ja nicht so, dass in den letzten Jahren keine Gelegenheit bestanden hätte, diese Lektion zu lernen.