Amerikanische WarezSzene vs. Filesharing: FTN gehackt

gullinews am Mittwoch, 09.01.2008 22:34 Uhr

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Nachdem Ende Dezember die BitTorrent-Website SuperTorrents gehackt, 2000 Dollar an Dritte überwiesen und der echte Name des Betreibers veröffentlicht wurde, traf es kürzlich die geschlossene FTN-Community. Hacker, die sich wahrscheinlich aus der amerikanischen WarezSzene rekrutiert haben, möchten nach Möglichkeit die Websites des Landes, die sich mit Filesharing beschäftigen, demontieren. Sofern es geht alle Seiten, eine nach der anderen.

Nach Ersan von SuperTorrents.org hat es jetzt den nächsten Administrator kalt erwischt. Auch seine Website wurde gehackt, seine privaten Daten der Öffentlichkeit preisgegeben. Den Mitarbeitern der MPAA, RIAA & Co. dürfte das Schauspiel gefallen haben, ihnen wure die Identität des Mannes quasi frei Haus geliefert. Einigen Mitgliedern der releaser-Szene ist der öffentliche Austausch von Dateien via Filesharing schon lange ein Dorn im Auge. Filesharing macht die Warezszene sehr gefährlich, denn deren Releases werden ohne Zeitverzögerung an die Downloader der Tauschbörsen weitergegeben. Cracks, die nur für die Szene gedacht waren, werden verteilt. Mitunter entfernt man vor der Veröffentlichung sogar das Infofile und das Crackintro der Gruppe. Wie TorrentFreak berichtetete, haben die Hacker bei der Publikation der Daten des Administrators von FTN wirklich nichts ausgelassen: Name, Geburtsort, Wohnort, seine persönlich E-Mail, sein Internetprovider inklusive seiner privaten IP. Daten bezüglich seiner Schulbildung, Freunde, Familie, es findet sich alles dort. Die Angreifer hinterließen die Nachricht, dass sie wieder eine Seite dem Erdboden gleichgemacht haben. Sie fordern Gleichgesinnte auf, es ihnen gleichzutun, um die Szene wieder so aussehen zu lassen, wie sie früher beschaffen war. Man wünscht sich dort offensichtlich wieder mehr Abgeschiedenheit. Stellt sich allerdings die Frage, ob solch restriktive Methoden wirklich angemessen sind. Selbst wenn man mit der Verteilung der Werke nicht glücklich ist - wenn man damit beginnt und weiß, dass man die Weiterverbreitung nicht kontrollieren kann, muss man den direkten Gegner unterstützen, die Betreiber von Filesharing-Websites öffentlich an den Pranger stellen und sie damit in Gefahr bringen?

Zu Zeiten der Mailboxszene in den frühen 1990ern hat es vom Crack bis zur Verteilung dessen in weniger interne Kreisen noch einige Tage gedauert. Die Mitglieder der Warez-Szene waren weitgehend unter sich, ihre Aktivitäten weniger öffentlich. Weltweit koordinierte Razzien wie die Operation Fastlink waren zu diesem Zeitpunkt noch nie durchgeführt worden. Von daher scheinen sich manche der Aktiven die alten Zeiten zurück zu wünschen.

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