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14. April 2005

Aktivisten unterwachen die Überwachung

Wachsende Gegenbewegung zur Überwachung im öffentlichen Raum

Über eine Initiative zur verstärkten "Unterwachung" berichtet heise von der Computers, Freedom and Privacy - Konferenz, die zur Zeit in Seattle stattfindet. Die Konferenz befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Thema des Panopticon - der anwachsenden Infrastruktur allgegenwärtiger Überwachung ohne genaues Wissen darüber, ob man momentan überwacht werde oder nicht.

Mit einer Gegenbewegung zur Überwachung des öffentlichen Raums will der Aktivist Steve Mann einerseits für die Problematik sensibilisieren und weiter einer anwachsenden Überwachung von oben ein Prinzip der "Unterwachung" entgegensetzen - Bürger ihrerseits sollen ihre Möglichkeiten nutzen, Überwacher zu überwachen. Dieses Prinzip sei bereits bei der Klage gegen die Polizisten erfolgreich gewesen, die 1992 Rodney King schwer misshandelten und dabei unbemerkt gefilmt worden wären.

Die Aktion der Initiative Manns, im Rahmen der Konferenz Überwachungskameras in Kaufhäusern im Rahmen der Konferenz zu filmen, sei in den Kaufhäusern entsprechend auf wenig Gegenliebe gestoßen, wenngleich aus einem anderen Grund: gezieltes Filmen könne zum geistigen Diebstahl von Shopkonzepten führen.

Ob Überwachung durch noch mehr Überwachung bekämpfbar sei, ist auch auf der Tagung selbst umstritten. Auch Überwachung von unten könne die Gesellschaft zu ihrem Nachteil verändern - und dient selten den hehren Zielen, die Mann mit seinem Ansatz verfolgt. USA Today berichten, der private Einsatz von Überwachungstechnik habe in der letzten Zeit massiv zugenommen - und diene vor allem dem gegenseitigen Ausspionieren von Familie, Ehepartner und Freundeskreis. Über die Überwachung beispielsweise der Internetkommunikation zerbrechen mehr und mehr Ehen - ob nun wegen gefundenen und verheimlichten Gesprächen oder der Überwachung selbst, die von nicht geringem Misstrauen zeugt. Entsprechend warnt der Psychologieprofessor Gerald Goodman, dass bereits überwachte Kinder zügig lernen, dass man ihnen offenbar nicht vertraut - und in der Folge selbst auch nicht mehr zum Vertrauen fähig sind.

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