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13. März 2008

Activision Guitar Hero-Publisher verklagt Gitarrenhersteller Gibson

Die Serie von Abmahnungen und Klagen scheint jetzt auch die Welt der Gamer erreicht zu haben. Activision Inc., das zweitgrößte Unternehmen zum Vertrieb von Videospielen in den USA reichte kürzlich gegen den in Nashville, Tennessee ansässigen Hersteller von Musikinstrumenten, die Gibson Guitar Corp., Klage ein. Gibson hatte den Spielehersteller zuvor angeklagt, sie würden deren alleiniges Patent auf die Erstellung eines simulierten Konzerterlebnisses brechen.

Activision antwortete am Dienstag vor einem Gericht in Los Angeles seinerseits mit einer Gegenklage. Sie sehen das Patent von Gibson als ungültig an. Zuvor hatte Gibson mit juristischen Mitteln versucht den Verkauf des erfolgreichen Spieles "Guitar Hero" komplett zu unterbinden. Zudem können die Vertreter von Activision durch den Vertrieb des eigenen Games keinen Bruch des Patents von Gibson erkennen. Zunächst beschreibt das Patent, dass der Einsatz von Gitarren zum Zweck eines simulierten Konzertereignisses verboten sei. Das Zupfinstrument im Spiel stellt aber vielmehr eine stark vereinfachte Ausführung einer Gitarre dar. Auch wird laut Patent nicht das Drücken von ein paar Knöpfen verboten, viel mehr passiert aber im Verlauf des Spieles nicht. Darüber hinaus soll ein virtuelles Konzert in 3D aus der Ego-Perspektive verboten werden, was bei "Guitar Hero" auch nicht der Fall ist.

Wenn der Hersteller von Gitarren so sehr an einer Umsatzsteigerung interessiert sein sollte: Warum hat man nicht mit Activision im Vorfeld einen Deal ausgemacht, der den Spielefreaks den Erwerb von Gibson-Modellen nach dem Vorbild aus "Guitar Hero" ermöglicht? Sich gegenseitig zu verklagen dürfte die Gewinne beider Unternehmen eher reduzieren als sie zu maximieren. Spielefreaks sind gemeinhin als eine kaufkräftige Zielgruppe bekannt, warum nutzt man diesen Umstand nicht zum Vorteil beider Firmen anstatt Gelder in die Kassen der beauftragten Rechtsanwaltskanzleien zu spülen? Auch dem Wert der eigenen Marke dürften solche Klagen eher im Weg stehen als diese zu steigern.

(Via Techdirt)

  • 11 Kommentare zum Artikel
  • Ok Thema Patentvergabe Zitat: Patent auf die Erstellung eines simulierten Konzerterlebnisses Ich würde lachen wenns nicht so unsagbar bescheuert wäre wie es ist. Im Prinzip finde ich die Sache Patente gar nicht schlecht, aber welcher Vollpfosten lässt bitte ein simuliertes Konzerterlebnis zum Patent zu. Sicher wird wieder ordentlich Schmiergeld geflossen sein, aber das muss schon ne ganze Menge ...

  • Zitat: Sich gegenseitig zu verklagen dürfte die Gewinne beider Unternehmen eher reduzieren als sie zu maximieren. Richtig... weil es viel mehr Sinn für Activision machen würde das Geld den Clowns von Gibson in den Rachen zu werfen. Solche Streitfälle sind wenigstens mal dazu da die Anwälte in den "legal departments" der großen Firmen zu beschäftigen... und ich denke für Activision erzeugt die ...

    fAt-aXe am 22.03.2008 02:23
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