gullinews am Dienstag, 16.09.2008 15:17 Uhr
Die Pressemeldung der unterstützenden Interessengruppen erzeugt ein grobes Bild, welche Nationen sich an dem Abkommen beteiligen und welche Auswirkungen es haben könnte.
"Mehr als 100 öffentliche Interessensverbände aus der ganzen Welt fordern heute die Vertreter der Nationen, die das ACTA-Abkommen unterzeichnen auf [...], den Entwurf unverzüglich zu veröffentlichen. Geheimniskrämerei rund um die Vertragsunterzeichnung schürt die Befürchtungen, dass dieses Abkommen die Interessen der Verbraucher untergraben wird." Diesem Aufruf folgt eine lange Liste an Organisationen, die endlich die Preisgabe aller relevanten Informationen rund um das Abkommen fordern. Denn nichts wird umsonst geheim gehalten.
"Der Mangel an Transparenz beim Unterzeichnen einer solchen Übereinkunft, welche die elementaren Grundrechte der Bürger berühren, ist vollends undemokratisch. Verschlimmert wird das Ganze noch durch die Tatsache, dass Lobbyisten der Film-, Musik-, Software-, Videospiele-, Luxusgüter- und Pharmazeutikindustrie die Texte des ACTA-Abkommens sehen und darüber diskutieren durften. Dies über einen immensen Zeitraum."
Anhand eines Dokumentes, welches vor geraumer Zeit an die Öffentlichkeit drang, präzisieren die Unterzeichner ihre Befürchtungen. Selbstverständlich handelt es sich bislang lediglich um Vermutungen. In Anbetracht dessen, dass die Regierungsvertreter jedoch von einem Gremium aus industrienahen Experten beraten werden, sollte man jedoch vom Schlimmsten ausgehen. Dazu zählen bislang:
Das Schreiben der Verbände kann hier eingesehen werden. Im Anhang dazu befinden sich alle Unterstützer der Aufforderung. Es bleibt bloß zu hoffen, dass deren Begehren erfolgreich ist, und die Entwürfe zeitnah offen gelegt werden. Gegenwärtig deutet nämlich alles darauf hin, dass das Abkommen bis zum Ende des Jahres unterzeichnet ist und in Kraft treten soll. Bis dahin sollte sich jeder Einzelne fragen, in welcher Demokratie wir leben, wenn Regierungsvertreter heimlich Abkommen aushandeln. Nicht dass an vorerst geheim gehaltenen Abkommen grundsätzlich etwas Negatives wäre. Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement betrifft jedoch nahezu jeden einzelnen Bürger, weshalb es nicht geheim sein darf. Vielleicht ist es an der Zeit, dass diese einen Brief an ihre Regierung verfassen, in welchem sie dem "Lobbyismus des 21. Jahrhunderts" eine Absage erteilen. (Firebird77)
(via zeropaid, thx!)
| 7 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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t-time am 16.09.2008 21:25:33: |
laber.net am 17.09.2008 01:08:45: |
u30 am 17.09.2008 19:36:19: |