
Die Krise greift nach der Verlagswelt. Das Sterben der Zeitungen soll aufgehalten werden, durch das Durchsetzen von Abgaben: Wer zitiert, der zahlt!Das dafür erforderliche Gesetz zur Durchsetzung von Leistungsschutzrechten wird von der CDU unterstützt und soll die "Enteignung" der Verlage aufhalten. Die CDU will das Gesetz in der nächsten Legislaturperiode einführen. Hubert Burda, Eigentümer der Hubert Burda Media und Präsident des Verbandes der deutschen Zeitschriftenverleger, schreibt hierzu in seinem Artikel in der FAZ (Journalismus im Internet - Wir werden schleichend enteignet), dass er diesen Prozess gerne aufhalten möchte, da "andere kommerzielle Anbieter aus unseren Angeboten und damit von unserem originären journalistischen Handwerk einen größeren wirtschaftlichen Nutzen ziehen, als wir selbst es tun."
Wenn es also nach dem Willen der Verlage gehen soll, müsste man auch für das obige Zitat eine (kleine) Gebühr an den Verlag entrichten. Dass die Verlage unter großem wirtschaftlichen Druck stehen ist bekannt. Dass man den Focus im Web bekommt, das hilft nicht unbedingt. Am Kiosk wird er damit sicher keine höhere Auflage erzielen.
Der Zeitungsmarkt in den Staaten hat es vorgemacht, die Verlage kommen ins Wanken und schieben den schwarzen Peter dem Netz zu, das Internet mit seiner Text-Raubkopier-Mentalität nimmt den Verlagen die Luft zum atmen. Es muss ein Mittel her, was dieser Selbstbedienungs-Mentalität entgegen tritt. Warum die Verlage nicht genug Geld mit ihren Nachrichten verdienen, dass erklärt Herr Burda u.a. mit der Rolle von Google:
Die Verknüpfung von Werbeerlösen mit Inhalten läuft über google. Wer nicht gefunden wird, kann keine Werbeerlöse generieren, egal wie herausragend seine Inhalte sind. Und die Verlage profitieren nicht in dem Maß von den Suchmaschinen-Ergebnissen, wie man sich das wünscht. Die Lösung soll nun das Leistungsschutzrecht bringen, dass sogar Google dazu verknacken würde, für zitiere Schlagzeilen und Ausschnitte zu zahlen.
Haben sich die Verlage zu spät in ein Geschäft eingeklingt, in dem sie ihre Inhalte nicht optimal online vermarkten? Wurden sie von anderen rechts überholt?
Ulrike Langer klärt dazu auf Medialdigital (Dann boykottiert doch Google!) auf. "Google erbringt mit der Verlinkung eine Dienstleistung. Hierfür als Verlag die Hand auf zu halten, wäre genauso absurd, wie von Kioskbesitzern eine Abgabe dafür zu verlangen, dass der Focus in der Auslage liegt. In der Logik von Burda verkauft der Kioskinhaber nur deshalb so viele Schokoriegel und Bierflaschen, weil die Käufer in erster Linie wegen des Focus zum Kiosk gehen. Also müsse der Burda-Verlag angemessen am Umsatz mit den Schokoriegeln und den Bierflaschen beteiligt werden." Das Erstellen guter journalistischer Inhalte ist teuer, daran ist nicht zu rütteln, aber diese von den Verlagen angestrebte Einfordern von Leistungsschutzrechten verbirgt die Absicht einer Geldbeschaffungsmaßnahme in Krisenzeiten nicht.
Bei Perlentaucher.de kündigt Anja Seeliger in ihrer Replik "Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz" an, dass es für den Leser zwei Konsequenzen gibt, zum einen werden "Presseschauen wie die Feuilletonrundschau des Perlentauchers" künftig kostenpflichtig. Zweitens würden "Leser - oder ihre Kinder - die im Netz zum Beispiel in Kommentaren aus Zeitungsartikeln zitieren, (...) künftig ebenfalls von den Verlagen zur Kasse gebeten." Der Perlentaucher führt mit der "FAZ und SZ seit Jahren einen Prozess wegen seiner Berichterstattung über ihre Berichterstattung."
Auch Blogs wären natürlich von dieser Regelung betroffen. Das eigentliche Thema liegt aber eine Etage tiefer, im Fundament der Demokratie, der Informationsfreiheit. Diese soll nicht eingeschränkt, aber verteuert werden. Herr Burda hat sich auch Gedanken gemacht, wie nun der Verlag herausfindet, wer diese ganzen teuer in der eigenen Redaktion erstellten Texte klaut: mit Transparenz! Was er darunter verstehen könnte, dass wird auf Netzpolitik.org so zitiert. "Kulturstaatssekretär Neumann war da etwas deutlicher: Wir brauchen Kooperationsvereinbarungen zwischen Providern, Rechteinhabern und Verbrauchern. Im Klartext: Wenn ein Verlag es fordert, soll der Internetprovider künftig Ihre Daten herausgeben müssen. Jeder soll im Internet identifiziert werden können. Das geht nur durch staatliche Kontrolle des Internets. Das meint Hubert Burda mit Transparenz im Internet."
Es geht also um das Filtern und zwangsweise Weitergeben von Daten auf Verlangen von Verlagen.
Vielleicht wird es ein Abwandern zu nicht kontrollierbaren kleinen Hostern ins Ausland geben, die die Inhalte nicht per Gesetz ausliefern müssen. Das Thema "Leistungsschutzrechte" dürfte demnächst auf der Agenda der Piraten und anderer Parteien weiter nach oben rücken. "Denn sonst geht die Demokratie irgendwie zu Grunde. Oder so." (Markus Beckedahl)
(Christian Schmidt-David alias double screening)
(Quelle: netzpolitik.org Danke!)
(Bildquelle: Deutsches Historisches Museum - Danke!)
News Redaktion am Freitag, 03.07.2009 11:53 Uhr
Hubert Burda (* 9. Februar 1940 in Heidelberg) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Verleger. naja, noch Fragen? :D ...
tja ohne absatz von printmedien können diese nun nichtmehr die die abzuführenden lizensgebühren zahlen die fällig werden wenn man von den nachrichtenagentur inhalte übernimmt ...
und wer ohne suende der werfe den ersten cent oder Geldbeutel Ich bin eher fuer eine Flasche oder einen richtig grossen Brocken. ...
@CircleJerk Burda geht es unterm Strich darum, dass niemand mehr "sein" Produkt anderweitig nutzt ohne dafür zu zahlen. Die Google-News,die übrigens bei Google nur als Ausschnitt erscheinen und immer auf die original Seite verlinken, ergo Zitat sind/sein dürften... waren Burda und Anderen immer s ...
Absolut wahnsinnig diese einflussreichen Wirtschaftslenker!!! Es kann nicht angehen, dass versucht wird für eine bestimmte Brachne so etwas einführen zu wollen. Wenn der kleine Schreiberling allerdings irgendwo anders zitiert wird, dann bekommt er sicherlich nicht die gewünschten Daten von den ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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