
Früher mit dem Namen Palladium und zuletzt mit dem Zungenbrecher-Akronym NGSCB schmückte sich die Trusted Computing - Technik, die seit Jahren die Gemüter erhitzt und die Microsoft nun unter dem Namen Secure Startup Bitlocker mit Vista herausbringen will: hardwarebasierte Sicherheitstechnik, die vor allem besseren Schutz vor Malware und unzertifiziertem Code bieten soll und nebenbei dem User ein starkes Sicherheitstool in die Hand gibt: so nutzerfreundlich, dass sogar in Großbritannien laut über die Forderung nach einer Backdoor für Strafverfolger nachgedacht wird.
Dass Vista weitaus umfassendere DRM-Maßnahmen mitbringen wird als die unrestriktiveren Vorgänger, war abzusehen, wie nun demonstriert wurde, läßt sich zu diesem Zweck auch der Trusted-Computing-Chip nutzen. Lenovo führte eine entsprechende Anwendung auf der RSA-Show vor. Ein ThinkPad mit Fingerabdrucksensor verwendete die Trusted-Computing-Tedchnologie, um nach Fingerabdruckscan dem Benutzer das Öffnen eines Dokuments entweder zu erlauben oder zu verbieten.
Dabei kam die klassische DRM-Technik zum Einsatz: der Ersteller des Files behält die Kontrolle darüber, wer das File unter welchen Umständen öffnen kann. Was der Technik nun eine andere Qualität gibt. Denn Trusted Computing läßt sich natürlich sowohl im Sinne des Users als auch im Sinne dritter Parteien einsetzen. Wird die Technik dazu verwendet, dem User eine sichere Verschlüsselung seiner Dateien zu garantieren, erweitert sie dessen Handlungsspielräume und die Sicherheit des Systems, Wird sie im Sinn der Contentverbreiter verwendet, findet der umgekehrte Prozess statt: die Möglichkeiten des Users auf dem eigenen System werden eingeschränkt, die DRM-Ersteller erhalten einen nicht kontrollierbaren Zugriff auf das System und darauf, was es leisten kann und was nicht.
Das System sei laut Lenovo dazu auch in der Lage, Zugriffe auf ein entsprechend geschütztes File userbezogen zu tracken: Freischaltung per Fingerabdruck, dieser kann an den Anbieter der Datei übermittelt werden, wonach erst die Freigabe erfolgt - oder das Logging eines unberechtigten Zugriffs. Und nun traut man der Medienindustrie zwar inzwischen viel Kundenunfreundlichkeit zu, dass man jedoch einen Fingerabdruck ans Label übermiteln muss, bevor einem das Abspielen einer Mediendatei erlaubt wird, ist dennoch kaum vorstellbar.
Problematisch ist der potentiell umfassende Zugriff des DRM-Managements auf die gesammelten Daten. Denn während eine lokal funktionierende Anwendung der Sicherheitstechnik ganz in der Verantwortung des Anwenders liegt, der sein System entsprechend schützen muss, wird in der DRM-Variante eine dritte Partei hinzugezogen, die den Zugriff auf das Rechtemanagement hat: mit allen Problemen, die sich daraus ergeben, zuzüglich einer ungleich weiter reichenden Datenerfassung als es die aktuellen DRM-Varianten bieten.
Der Nutzer einer solchen Technik muss Hard- und Softwareherstellern sein Vertrauen schenken - nicht nur in deren Gutwilligkeit, sondern auch in die Bereitstellung einer entsprechend geschützten Infrastruktur und deren Zukuftssicherheit in einem schnellebigen Markt. Starke Sicherungstechniken mit aufwändigen Zugangskontrollen verwendet man in der Regel bei besonders sensitiven Daten. Dass man jedoch bei gerade diesen die Zugriffssicherung an externe Akteure abtritt, ergibt wenig Sinn. Womit sich wieder die Frage stellt, für wen Lenovo die Technik eigentlich entwickelt.
Und so deutet auch Informationweek an, die Anwendungsbereiche der Technik könnten in Zukunft eher im Einsatz gegen die Kunden liegen. Denn ein Filmstudio oder ein Plattenlabel kann durchaus größeres Vertrauen zu Microsoft haben als zu ihren Kunden. Ob dasselbe für die Leitung eines Unternehmens gegenüber den dort beschäftigten PC-Nutzern gilt, ist eher fraglich.
News Redaktion am Montag, 20.02.2006 12:21 Uhr
Naja wenn sich die User das gefallen lassen. Ich werde bei Windows XP Professional bleiben. Die neuen Microsoft Betriebssysteme werden immer schlechter anstatt besser. Und der Benutzer wird nur ausspioniert und in seiner Freiheit am PC eingeschränkt. Na danke ! ...
Toll, Fingerabdrücke kann man doch kopieren, sieht man in jedem billigen Spionagefilm dort schneiden sie Im Extremfall dem Opfer den/die Finger ab. An kriminellen Ideen fehlt es nicht. Was leitet man davon ab? DRM-Maßnahmen stehen für die Gefahr des möglichen Verlustes der Finger(Fingerabdruck ...
Lenovo demonstriert hardware- und biometriebasiertes DRM Früher mit dem Namen Palladium und zuletzt mit dem Zungenbrecher-Akronym NGSCB schmückte sich die Trusted Computing - Technik, die seit Jahren die Gemüter erhitzt und die Microsoft nun unter dem Namen Secure Startup Bitlocker mit Vi ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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