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BREIN vs. Usenet: 50.000 Euro Strafe pro Tag für FTD

Die niederländische Anti-Piraterie Organisation BREIN holt zum Schlag gegen die Usenet-Community FDT aus.

Vor acht Jahren gründete sich die inzwischen größte Usenet-Community der Niederlande, FTD, welche gegenwärtig etwa 450.000 Mitglieder umfasst. Bei dieser Größenordnung war es nur eine Frage der Zeit, bis auch Piratenjäger auf die Community aufmerksam werden.

Denn mit dem Usenet ist es wie mit einem One-Click-Hoster oder P2P-Tauschbörsen. An sich sind sie vollends legal und können für legale Zwecke genutzt werden. Sie müssen es jedoch nicht. BREIN nutzte die Gunst der Stunde und erklärte öffentlich, dass FTD eine kriminelle Vereinigung sei, wogegen diese mit juristischen Mitteln vorgingen, um eine Richtigstellung zu bewirken. BREIN reagierte jedoch auf diese Forderung so, wie man es aus der Anti-Piraterie Branche gewohnt ist. Nachdem lange Zeit nichts zu hören war, entdeckten die Kollegen von Torrentfreak gestern auf der Website von BREIN eine interessante Pressemitteilung, die zwischenzeitlich mit einem Passwort geschützt wird. Leider zu spät, um die Mitteilung vollends vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Darin hält BREIN fest, dass man eine Geldstrafe von 50.000 Euro pro Tag verlangen will, an dem das Forum FTD weiter aktiv zur Verfügung steht. Man fordert also nichts anderes als die unverzügliche Abschaltung. "Es ist ein Wolf im Schafspelz", erklärte ein Tim Kuik von BREIN, "FTD verdient Geld mit einem System, dass lediglich der Zufuhr von illegalen Content ins Usenet basiert. Es ist enttäuschend, zeigt aber, dass BREIN hier die Hände gebunden sind."

Der IT-Fachanwalt Arnoud Engelfriet, welcher FTD gegen diese immense Geldstrafe verteidigt, erklärte, dass BREIN dieses Geld nicht als Schadensersatz verlangen würde. Faktisch ist es ihnen sogar unmöglich, Schadensersatz zu verlangen, da nach niederländischem Recht Organisationen, die die Interessen einer bestimmten Gruppe vertreten, keinen Schadensersatz fordern dürfen. Die 50.000 Euro sollen also als Geldstrafe fungieren, für jeden Tag an dem FTD weiter agiert, sobald es von einem Gericht zur Abschaltung verurteilt wurde.

"Die Idee dahinter ist, dass ein Gericht die Abschaltung einer Seite anordnen kann und man diese Anweisung nicht ignorieren kann. Mit der Geldstrafe riskiert man dann, dass das Gericht das eigene Haus oder andere pfändbare Gegenstände beschlagnahmt. Grundsätzlich ist dies legal, aber der Betrag ist einfach lächerlich", so Arnoud. Es scheint also ganz so, als würde nach BREIN nach Mininova eine neue Beschäftigung gefunden haben. Die Angelegenheit wird in wenigen Wochen von RA Arnoud Engelfriet und weiteren Gästen auf der mehrtätigen Veranstaltung Hacking On Random thematisiert. Man darf gespannt sein, was bis dahin noch passieren wird. (Firebird77)

(via torrentfreak, thx!)

News Redaktion am Sonntag, 05.07.2009 09:45 Uhr

tagsTags: urheberrechtsverletzung illegal geld usenet content arnoud engelfriet community ftd geldstrafe tim kuik brein

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19 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • 5h4d0w am 08.07.2009 16:37:01

    ich frag mich ob der film/musikindustrie bewusst ist, wie geschäftsschädigend das alles ist... ich bin ein cineast und da ich leider nicht in der oberschicht daheim bin, konnt ich mir nie alle filme leisten, die ich gucken wollt. aber ich hab dennoch einen ganzen haufen an dvds gekauft, weil ich ...

  • BAMPG am 06.07.2009 15:48:00

    http://geheimbund-deutschland.de ps. fallt nicht drauf rein das sind solche EX seiten wo man links sammeln muss. Man merkt das die Ferien bald wieder anfangen ...

  • BAMPG am 06.07.2009 13:32:08

    es gibt aber auch welche die das Usenet für legale zwecke nutzen wie z.b. Informationen auszutauschen. Naja ich hoffe mal das Beste für´s Usenet und CO ...

  • GrafZahl_ am 06.07.2009 12:24:57

    Wer möchte, kann die Sache auch noch mal aus Sicht von Fight To Defeat nachlesen. => http://www.fighttodefeat.nl MfG GrafZahl ...

  • kleini75 am 06.07.2009 11:28:12

    Mal im Ernst, die haben doch eine Klatsche. Jetzt möchte man schon Strafen kassieren, für etwas, was unbewiesen ist, aber eventuell sein könnte. 450.000 Leute, die müssen ja was Illegales machen, das die hawaijanische Urlaubsfotos im Netz tauschen, kann nicht theoretisch auch der ...

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