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Wenn Microsoft Gesetze schreibt: Rechnerspionage soll in Oklahoma legal werden

Der "Computer Spyware Protection Act", House Bill 2083 wurde unter Mithilfe von Microsoft entworfen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: das Gesetz erlaubt Softwarefirmen, den Rechner von Usern komplett auszuspionieren, wenn diese die EULA akzeptiert haben.

An sich geht es in der Gesetzesvorlage um den Schutz vor Spyware. Bis zu einer Million Dollar Strafe sieht die House Bill 2083 für die Verbreitung von Viren und Spyware vor, die persönliche Daten auf Rechnern ausspioniert. Nun haben aber auch Softwarehersteller Begehrlichkeiten, und die werden im Entwurf zur Genüge berücksichtigt - schließlich hat mit Microsoft eine in Sachen Pirateriebekämpfung recht profilierte Firma an dem Entwurf mitgarbeitet.

Clark Jolley, der die Vorlage mit entworfen hat, gab an, dass das Gesetz jegliche Spionage verbiete, die der User vorher nicht erlaubt habe.

"Es verbietet die Erfassung von so elementaren Daten wie Name, Initialen, Passwörtern, persönliche Identifikationsnummern, Kontoinformationen [...], es gibt ein klares Verbot darauf."

Was in der Tat stimmt, die Erfassung solcher Daten wird untersagt, wenn der User dieses nicht erlaubt.

Nur wird später im Entwurf eine Ausnahme gemacht: Diese Verbote gelten nicht für "Telekommunikationsanbieter, Kabelbetreiber, Hardware- oder Softwarehersteller oder Provider von Informationsdienstleistungen", und zwar für den Fall der "Aufspürung oder Verhinderung des unautorisierten oder betrügerischen Nutzens oder anderer illegaler Aktivitäten".

Ist die entsprechende Klausel in der EULA vorhanden, erlaubt man damit jedem Softwarehersteller, von dem man Programme installiert, das "Aufspüren und Verhindern ... illegaler Aktivitäten". Damit ist nicht nur MS das Recht eingeräumt, eine nicht lizenzierte Office-Installation nach Gutdünken nicht nur anzuzeigen, sondern nach Belieben auch zu löschen, sondern kann der Hersteller den Nutzer beispielsweise auch der Staatsanwaltschaft melden, wenn er auf dem Rechner Anzeichen der Teilnahme an im Bundesstaat nicht erlaubten Glücksspielen findet oder der User seiner Finanzbuchhaltung  nach ungedeckte Schecks ausgestellt hat. Jolley dazu:

"Das Ziel des Gesetzes ist nicht die Erlaubnis für jedes Unternehmen, einfach einzudringen und den Computer zu scannen. Wenn so etwas passiert, dann muss es einem bestimmten Zweck dienen. Wenn man nicht will, dass dies geschieht, darf man dem Lizenzabkommen nicht zustimmen."

Über den Gesetzesentwurf muß nochmals abgestimmt werden, bevor er in Kraft tritt. Was sich Softwarefirmen unter einem ihren Bedürfnissen angemessenen Rechtssystem so vorstellen und welche Rolle dabei die Privatsphäre des Nutzers spielt, ist hingegen bereits jetzt schon klar.

News Redaktion am Montag, 10.04.2006 11:52 Uhr

tagsTags: microsoft privatsphäre oklahoma eula überwachung

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12 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 13.04.2006 01:49:56

    demnächst führen sie ein wenn herbert auf ne porno seite geht das mutti das gleich von microsoft erfährt ...

  • am 11.04.2006 14:02:28

    Die haben echt ne riesen Schramme! Macht den Leuten bewußt was sie sich da an Software kaufen. Software mit "krimineller" EULA, wer sie nicht akzeptiert, kann sie nicht installieren. Fazit: Kauf solche Software nicht mehr! Appell an die Politiker: Kennzeichnungspflicht in auffäliger Schrift solch ...

  • Schrank21 am 11.04.2006 12:23:28

    ... ...

  • sooX am 11.04.2006 09:26:03

    Hi, uns kann dieses Gesetz eh egal sein, in der BRD würde das schon am GG scheitern.. Ich weis, Geld regiert die Welt, aber ein bisschen Optimismus darf ja noch sein ;) PS: Ein Zeichen für mich bei meinem Mac zu bleiben ^^ ciao ...

  • Elfdruck am 11.04.2006 07:32:13

    an sich ne nette idee, aber hast du das Geld????????? Man könnte das auch übers I-Net machen, blos das ist SEHR Schwer. Also: sollang es gegen Microsoft und Microhirn Bill geht: Ich bin dabei! ...

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