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Deutscher Musikrat & Angela Merkel: geistiges Eigentum muss geschützt werden!

Der größte Musikdachverband Deutschlands unterstützt Frau Merkels Aussagen, die sie kürzlich im Rahmen ihres Videopodcasts veröffentlicht hat. Im digitalen Zeitalter müssen Urheberrechte auf internationaler Ebene geschützt werden, so die Bundeskanzlerin dazu. Der Musikrat möchte dieses Thema ganz oben auf der Agenda der neuen Bundesregierung sehen. Man schlägt auch Kooperationsmodelle auf europäischer und internationaler Ebene vor.

Die Aussagen von Frau Merkel dürften in den Ohren vieler Zuhörer wenig erheiternd klingen. Zunächst geht sie in ihrem Videopodcast auf die heutige Eröffnung der Buchmesse in Frankfurt ein. Sie glaubt, dass das klassische Buch seinen Platz auch in Zukunft behalten wird. Zwar hat man - wenn auch verspätet - auf die Bedürfnisse der Menschen reagiert und E-Books eingeführt. "Allerdings weisen die Möglichkeiten des Internets auch erhebliche Gefahren auf, die mit dem Urheberrecht verbunden sind. Für die Bundesregierung ist klar, das Urheberrecht muss auch im Internet seinen Platz finden." Sie lehnt die Methoden von Google Books ab und führt an, dass die Bundesregierung den deutschen Autoren einen Schutz ihrer Werke gewähren muss. Man soll länderübergreifend darüber diskutieren, wie man die Urheberrechte schützen kann, ohne den technischen Fortschritt aufzuhalten, so Frau Merkel weiter.

Der Deutsche Musikrat hört solche Worte natürlich mit Freuden. Die UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der kulturellen Vielfalt stelle nach Ansicht des Verbandes hierbei ein vorzügliches politisches Handlungsinstrument dar.  Sollte es angesichts der rasant fortschreitenden Digitalisierung nicht gelingen, den Schutz der Kreativen zu gewährleisten, werde Deutschland den Wandel zu einer Wissens- und Kreativgesellschaft nicht schaffen, so der Generalsekretär des Musikrats, Christian Höppner, in einer Pressemitteilung. Christian Höppner vom Musikrat fordert die Bundesregierung auf, sie möge die allgemeinen Auswirkungen der Digitalisierung und der massenhaften illegalen Downloads im Blick behalten und diesen entgegen wirken. Wie das geschehen soll, lässt auch er leider gänzlich offen. Die Rede bei der UNESCO ist von dringenden Sicherheitsmaßnahmen, die im Extremfall kulturelle Ausdrucksformen auszulöschen drohen. Wirklich konkret wird aber auch die Konvention der UNESCO nicht. Welche Maßnahmen sieht man also für die Vertragsparteien vor? Weder die Bundeskanzlerin noch der Musikrat haben greifbare Lösungsvorschläge parat oder wollen diese zum jetzigen Zeitpunkt veröffentlichen. Was kommt also demnächst auf uns zu? Die erzwungene Preisgabe des Klarnamens und der Adresse bei der Anmeldung bei einem deutschen Filehoster? Internet-Sperren gegen Untergrundseiten oder BitTorrent-Portale? Das Kappen der Internetverbindung von Filesharern nach vorheriger Ermahnung? Eine Ausweitung der strafrechtlichen oder zivilrechtlichen Sanktionen gegen illegale Downloader? Die Bandbreite an Optionen ist breit gefächert, auch Raum für Spekulationen ist mehr als genügend vorhanden.

Lars Sobiraj aka ghandy von gulli meint:

Was fehlt sind eigene Strategien, wie die Musikwirtschaft den digitalen Vertrieb weiter ankurbeln könnte. Ein möglicher Wegweiser ist beispielsweise das brandneue Start-Up Beatboat. Auf diesem Vergleichsportal kann man mit einfachsten Mitteln die Preise für kostenpflichtige Musik-Downloads vergleichen. Zwar geht dies bisher nur für recht wenige Anbieter wie Amazon, iTunes, Jamba und Musicload. Die Idee dahinter erscheint aber alles andere als verkehrt zu sein. Noch geschickter, aber leider nicht fertig realisiert, ist dagegen der Streaming-Dienst tape.tv. Auf diesem Musikfernsehsender fürs Internet kann man sich zahlreiche Videos anschauen und diese (hoffentlich bald) auch mit einem Klick bei verschiedenen Anbietern käuflich erwerben. Wem eines der gespielten Videos gefällt, kann auch in der Datenbank eines Online-Ticketshops nachschauen, ob der Künstler in der Nähe des Zuschauers auftreten wird. Das hat genau die cleverness, die so lange in diesem Bereich gefehlt hat! Die Musikfans anlocken, ihnen etwas Kostenloses an die Hand geben und ihnen anbieten, die Ware bei Gefallen zu kaufen. Doch die Konkurrenz von tape.tv schläft nicht. putpat verlässt sicher bald die Beta-Phase, auch Spotify soll in absehbarer Zeit von Schweden nach Deutschland importiert werden. Auch wenn Herr Michalk vom BVMI noch nicht so recht an werbefinanzierte Modelle glauben möchte. Die Zeit ist reif für Veränderung und Experimente. Veränderung sollte aber nicht mit einer Einschneidung unserer Rechte gleichgesetzt werden. Rechteinhaber sind eben nicht nur Verlage, Autoren, Künstler und Firmen der Kreativwirtschaft! Jeder einzelne Bundesbürger ist ebenfalls ein Rechteinhaber. Auch wenn wir über keine eigene Lobby verfügen. So sind unsere Interessen und Rechte dennoch keinen Deut weniger wert, als die der Musikwirtschaft, der Verlagshäuser, der Filmwirtschaft, der Pornoindustrie und die der Spielehersteller. Hoffentlich wird Frau Merkel auch diese Fakten bei ihren neuen Gesetzesvorhaben berücksichten. Man darf also gespannt sein.

(via das musikinstrument.de, danke!)

(Grafiken von Beatboat, thx!)

News Redaktion am Dienstag, 13.10.2009 15:16 Uhr

tagsTags: beatboat bvmi christian höppner deutscher musikrat putpat stefan michalk tape.tv

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27 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Sitecom am 14.10.2009 20:54:20

    Mal eine Frage, rein objektiv: Immer wieder lese ich hier, wie kritisiert wird, dass die Leute geistiges Eigentum schützen wollen. Da heisst es denn "ach das klappt nicht" und "Copyright ist doof, braucht man nicht" usw. Aber als es hier zur Schließung der Börse kam, und es Interessenten für d ...

  • asdf jklö am 14.10.2009 17:16:10

    an, in Deutschland verfügbaren mp3 Download Diensten ist 7digital.de/ für mich Momentan der einzig brauchbare. Für die anderen brauche ich obskure Download-Programme(Amazon, iTunes) oder ich bekomme etwas das ich nur auf einem Apple-Programm abspielen kann. :rolleyes: Gott sei Dank ist DRM tod. ...

  • cjieasia am 14.10.2009 11:39:49

    Zunächst geht sie in ihrem Videopodcast auf die heutige Eröffnung der Buchmesse in Frankfurt ein. Zitat: (1.42min-1.50min) "...deswegen lehnen wir ab, dass ohne jeglichen Kopierschutz Bücher einfach eingescannt werden, wie dies von GOOGLE ??? gemacht wird!" me ...

  • Shoprat am 14.10.2009 01:38:47

    Alles nur Bullshit! Unsere Bundes Lobbyhure plappert hirnlos nur die von den Content-Ausbeutern über Jahre kampagnenhaft verbreiteten Propaganda, Lügen, Übertreibungen und Verzerrungen nach. Ihre kriminelle Vereinigung a.k.a. CDU hat scheinbar über die Jahre reichlich schwarze Koffer erhalten, ...

  • Atheist-666 am 14.10.2009 01:28:24

    Ich weiß das wir in keiner Demokratie leben deshalb auch das "dachte", mit Demokratie hat das hier sowieso nichts zutun. Die Wahl zwischen Scheiße und noch mehr Scheiße ist keine Demokratie. ...

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