
Die Innenminister der 16 Bundesländer glauben, dass sie weitere Amokläufe mit derartigen Verboten unmöglich machen können. Sie wollen diese Spiele so schnell wie möglich aus den Regalen der deutschen Online-Shops und Ladenlokale verbannen. Alleine die Verschärfung des Waffenrechts sieht man nicht als ausreichend an, anfangs war sogar ein Verbot von Paintball geplant.
Antragssteller Peter Schleußer schreibt sehr treffend: "(Vor-)schnelle Verbotsforderungen werden den vielschichtigen Aspekten solcher Ereignisse nicht gerecht, wirken im Gegenteil eher verharmlosend und verhindern so eine gründliche Aufarbeitung. Mit Bedauern stelle ich fest, dass die Debatte von Unkenntnis, Polemik, Unsachlichkeit und Vorurteilen geprägt ist, gerade aus den Reihen der Politik. "Gewaltverherrlichende" Medien hingegen sind aus gutem Grund verboten. Doch ein prinzipielles Herstellungs- und Vertriebsverbot von Filmen und Computerspielen für Erwachsene steht aus meiner Sicht im Widerspruch zu Artikel 5 unseres Grundgesetzes ("Eine Zensur findet nicht statt")."
Er hält es für wichtiger, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht für ihr jeweiliges Alter freigegeben wurden. Hierzulande gelten schon jetzt auf EU-Ebene die strengsten Gesetze. Er bittet die Politiker zudem, sie mögen den irreführenden und diskriminierenden Begriff "Killerspiele" bitte aus ihrem Wortschatz verbannen. Besser wäre es die schon jetzt bestehenden Gesetze effektiver durchzuführen und zu gewährleisten, dass die Gamer nur die Spiele ihrer Altersklasse zur Verfügung haben. Die Medienkompetenz der Kids soll gefördert werden. Eltern, Lehrer, Pädagogen und leider oftmals auch die Politiker selbst müssen über dieses Thema besser informiert werden.
Jeder soll sich daran beteiligen, um den Politikern zu verdeutlichen, dass Computerspieler in der Gesellschaft keine Minderheit darstellen. Die Zeit ist reif, den Politikern klar zu machen, dass wir uns nicht weiter bevormunden lassen. Die ESL fordert zudem alle Gamer auf, den gewählten Politiker seines Wahlkreises anzuschreiben. Dort steht auch ein Musterbrief zur Verfügung, der automatisch mit den eigenen Daten ergänzt werden kann.
Selbst wenn diese Petition auf Dauer ohne Erfolg bleiben sollte, so dürfte es durchaus gelingen, die Menschen ein wenig für dieses Thema zu sensibilisieren. Und den Volksvertretern gleichzeitig vor Augen zu führen, dass sie mit bei ihrem Vorhaben keine winzige Minderheit gegen sich stehen haben. Wenn überhaupt, so hat man im Superwahljahr 2009 Möglichkeiten sich Gehör zu verschaffen. Denn spätestens zur nächsten Bundestagswahl wollen all diese Politiker, die an die Allmacht der Verbote glauben, unsere Stimme haben. Fest steht, wir wählen alles aber sicher keine Spielekiller.
Die ePetition findet sich hier!
Am 25. Juli soll außerdem in drei Städten eine Demonstration gegen die Kriminalisierung von Computerspielen stattfinden.
(Ghandy)
(Foto links von MrTopf @ flickr, danke!)
News Redaktion am Mittwoch, 08.07.2009 16:25 Uhr
Hmm soviele persönlich Daten bei der Anmeldung. Da muss man ja beim Unterzeichnen mit einer Durchsuchung nach Waffen und KiPos rechnen, in den nächsen Tagen. :rolleyes: Zum Thema: Kaum zu glauben, wenn die das durchbringen... Nein da fehlen mir die Worte, hoffentlich wird es nicht durchgesetzt ...
Die USA und Deutschland sollten einfach einen Deal machen. Die Amerikaner konzentrieren sich auf Killerspiele, und wir machen Spiele mit Brüsten. Und dann wird einfach unter der Hand getauscht. Beides ist ja im einen Land absolut tabu, im anderen völlig in Ordnung. ...
nur ein besitzverbot würde die zocker wirklich treffen. das wird aber niemals geschehen, da man sonst aber auch jeglichen besitz von gewalthaltigen medien unter strafe stellen müsste. keine aktionfilme mehr ;) mfg chronoton ...
In paar Jahren wird es sicherlich so sein das solche Spiele ganz verboten werden. In Deutschland ja, In Amerika? Niemals, egal wieviele Amokläufer komm :T ...
In paar Jahren wird es sicherlich so sein das solche Spiele ganz verboten werden. ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.
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