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RFID-WM-Tickets: Datensammlung eine wirkungslose Farce

Viel Kritik hagelte es für die personalisierten, via RFID-Chip auslesbaren Tickets zu den WM-Spielen. Mit dem beliebten Scheinargument "Sicherheit" wurde die Erfassungs- und Datensammelwut der FIFA legitimiert, der tatsächliche Nutzen der massenhaften Überwachung von Fußballfans geht indessen gegen Null, der FoeBuD sammelte die absurdesten Fälle.

Das Fazit: Die Technik hat auf ganzer Linie versagt. So sei der Versuch, den Schwarzmarkthandel via personalisierter Tickets zu unterbinden, grandios gescheitert. Ticketing-Chef Willi Behr habe eingesehen, dass es in Deutschland kein Gesetz gebe, das den Wiederverkauf einmal gekaufter Dinge verbiete. In der Folge wurden die Ordner offiziell aufgefordert, jeden Besucher mit gültigem Ticket in die Stadien zu lassen.

Auch Inhaber gestohlener Karten wurden anstandslos zu den Spielen gelassen. RFID-Chips, die sich partout nicht auslesen lassen wollten, führten zur Ausstellung von Blankotickets. Auch hier verlief der Besuch anschließend ohne weitere Kontrolle.

Den Schwarzmarkthandel konnte man nichtmals innerhalb der eigenen Reihen unterbinden: ein Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees vertickte WM-Tickets zum Dreifachen ihres Kaufpreises.

Während auf der einen Seite absurdeste Auflagen gemacht wurden - ein gulli.com bekannter Fussballfan erhielt ein Platzverbot für einen WM-Austragungsort im Ruhrgebiet, ungeachtet dessen, dass er seinen Arbeitsplatz in der für ihn nun gesperrten Stadt hat - berichtete uns andererseits ein polizeibekannter Gewalttäter vom problemlosen Besuch des Spiels Deutschland-Polen - mit unpersonalisiertem Ticket.

Dass WM-Fans nach dem Kartenerwerb ohne Probleme in die Stadien kommen, ist natürlich zu begrüßen. Die FIFA muss sich nun nur die Frage gefallen lassen, wozu die ganze Personenerfassung und Datensammelei im Rahmen des Ticketverkaufs eigentlich gut gewesen sei. Bezahlt und ihre Privatsphäre aufgegeben haben die Fans, auf den gesammelten Daten sitzt die FIFA, der versprochene Nutzen: offensichtlich gleich null.

News Redaktion am Montag, 26.06.2006 16:09 Uhr

tagsTags: privatsphäre wm rfid fifa ticket sicherheit überwachung

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5 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • BuggerT am 27.06.2006 02:11:38

    Ticketing-Chef Willi Behr habe eingesehen, dass es in Deutschland kein Gesetz gebe, das den Wiederverkauf einmal gekaufter Dinge verbiete. In der Folge wurden die Ordner offiziell aufgefordert, jeden Besucher mit gültigem Ticket in die Stadien zu lassen. Sorry, aber das is ...

  • MissAntroph am 27.06.2006 00:25:40

    Wann begreifen die Leute endlich das es für die Konzerne so super günstig ist Marktforschung zu betreiben , Wenn sie es das erste mal zu spüren bekommen, das die Daten gegen sie verwendet werden. die 2 oder 3 Prozent die man mit Punktekarten kann holen die sich locker per ...

  • smugglerpotsdam am 27.06.2006 00:20:49

    würg das is absoluter mist - ich kann es nicht mehr hören - Haben Sie eine punktekarte ? Haben Sie eine Sammelkarte ? Haben Sie Haben Sie Wann begreifen die Leute endlich das es für die Konzerne so super günstig ist Marktforschung zu betreiben , die 2 oder 3 Prozent die man mit Punktekarte ...

  • MissAntroph am 27.06.2006 00:06:25

    Und was hat die mit den Daten vor? Gibt es einen wirtschaftlichen Nutzen, der dahinter steckt? Einen sehr hohen sogar. Hinter der Datensammelei gibts immer einen wirtschaftlichen Nutzen. (Siehe auch Payback&Co.) Geschenkt bekommst du nirgendw ...

  • Bewa am 26.06.2006 15:51:54

    Auch Inhaber gestohlener Karten wurden anstandslos zu den Spielen gelassen. RFID-Chips, die sich partout nicht auslesen lassen wollten, führten zur Ausstellung von Blankotickets. Auch hier verlief der Besuch anschließend ohne weitere Kontrolle.Ich meine, in der Zeitung vo ...

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