
Bei der belgischen Piratenpartei findet sich bislang wenig Information: Man wendet sich, wie von der schwedischen Partei bekannt, gegen die weitere Verschärfung von Copyright und Urheberrechten, lehnt die überbordenden Patentierungsmöglichkeiten ab und setzt sich für einen verstärkten Schutz der Privatsphäre ein. Über Mitgliedszahlen vermeldet die Seite nichts.
In Frankreich formierte sich im Rahmen der Proteste gegen die Copyright-Reform DAVIDSI ebenfalls eine Piratenpartei - über 2100 "aktive Piraten" vermeldet man dort. Auch hier sind Inhalte noch spärlich gesät, mit der aktuellen Debatte um das französische Urheberrecht dürften die Aktivisten jedoch zahlreiche Anknüpfungspunkte finden, in denen sie sich in die Diskussion einschalten können.
Vergleichsweise professionell und aufgeräumt sieht es in den USA wie auch in Italien aus. Auch hier scheint die Resonanz jedoch noch relativ gering. In Großbritannien hingegen scheint das Adjektiv "unglücklich" für den Start noch schwach gewählt: Inhalte sind keine zu finden, das Design ist mehr als armselig, und außer einem leeren Forum und dem unvermeidlichen Paypal-Button ist von Vernetzung und Interaktion wenig zu sehen - die erste Assoziation ist nicht die einer Gründungsinitiative, sondern die einer der bekannten Abzockseiten mit aktuellem Thema.
Den Fehler, mit einer überhastet erstellten Seite und ohne Konzept eine entsprechende Gründungsinitiative zu starten, beging man in Deutschland nicht. Wohlweislich beschränkte man sich auf ein Forum, um Ziele, Satzung und Vorgehensweise zu erörtern und Informationen zusammenzutragen.
Am pragmatischsten ging man unterdessen das Problem in Österreich an. Die Kommunistische Partei deklarierte kurzerhand die Ziele der diversen Pirateninitiativen als jene, die sie schon seit Jahren vertritt. Unter piratenpartei.at findet man die KPÖ, die durchaus auf der Höhe der Zeit Konzepte geistigen Eigentums, DRM und Überwachungswahn thematisiert.
Durch den Erfolg der schwedischen Vorreiter - über 7.000 Mitglieder kann die Initiative inzwischen verzeichnen - wird es natürlich attraktiv, schnell auf den Zug aufzuspringen. Wenn dies ohne Konzept und ohne seriöse Organisation passiert, könnte sich das jedoch schnell als Schuss ins eigene Bein erweisen - mit den Gründungsinitiativen wird dann womöglich einer der häufigen Versuche assoziiert, mittels aktuellem Thema schnell eine Seite aus dem Boden zu stampfen, Traffic zu generieren und Geld einzusammeln. Bislang wurde das weitgehend vermieden, die britische Webseite läßt jedoch schlimmes befürchten.
Generell ist bislang der Erfolg von Parteien mit mehr oder weniger einem Programmpunkt begrenzt gewesen. Den Wandel von einer Themenpartei zur etablierten politischen Kraft haben in Deutschland bislang nur die Grünen geschafft. Unterschätzen sollte man die Initiativen jedoch keinesfalls: die tangierten Themenbereiche sind Schlüsselthemen der heutigen Gesellschaft, und der Einfluß, die die Randgründungen auf etablierte Parteien haben, ist nicht wegzudiskutieren. In Schweden nehmen sich jedenfalls die großen Volksdparteien dem Thema Urheberrecht und Filesharer-Kriminalisierung inzwischen auf eine andere Weise an als noch vor einem Jahr. In Deutschland sind es vor allem die Jugendorganisationen der weniger reaktionären Parteien, welche das Thema in einem zunehmenden Maß aufgreifen.
News Redaktion am Donnerstag, 06.07.2006 11:34 Uhr
ich finde es gut, dass sie diesen tip abgeben! @ markengequatsche: boykottiert die welt, oder geht nicht mehr aus dem haus -> lächerlich es sind immer welche von "denen" "da oben" durchschnittsbürgergesülze, sry ...
Du hast die (angebliche?) Verfolgung von Gewerkschaftsmitglieder mit "Todesschwadronen" in Abfüllfirmen vergessen, die Ausbeutung und Kinderarbeit in der Orangenernte und rassistische Diskriminierung. Alles in einem schönen Buch über Markenfirmen zu finden. ...
Coca Cola, das waren doch die, die in Indien Unmengen an Wasser verbrauchen, weil es ja kostenlos ist und den Bauern dazu noch ihren Giftmüll als Dünger verkaufen, oder? Sorry, der Laden ist so weit unten durch inzwischen... ...
Na, nach solchen Erfahrungen wird so mancher Käufer beim nächsten Einkauf darauf auchten, dass ihm DRM nicht noch mal den Spaß verdirbt. Und wo jetzt so viel Werbung für allofmp3 gemacht wird... ...
diese ganze lizensierungsscheisse geht einem so auf den senkel - kein wunder dass da niemand bock drauf hat oder?! ich hab damals mal mein glück probiert auf musicload.de doch nach ner weile kam ich mir richtig verarscht vor nachdem ich endlich geblickt hatte wie der shop und dieses ganze lizensier ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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