
Dennoch, die philosophisch angehauchte Thematik rund um die Matrix Trilogie hat es ihnen angetan. Im Jahre 2002 veröffentlichten sie den über fünfzehn Millionen mal downgeloadeten Kurzfilm Matrix XP. In diesem wurde alles rund um das namentlich erwähnte Betriebssystem und natürlich der Kinohit an sich ironisch und effektreich auf die Schippe genommen. Später suchte man gemeinsam nach neuen Betätigungsfeldern. Deus in Machina, kurz D-I-M. ist ein satirischer Science-Fiction Kurzfilm, der ein totalitäres System am Ende des 21. Jahrhunderts beschreibt. In diesem werden die Bürger je nach der Menge des Konsums und ihrer mehr oder weniger tragenden Funktion nach, in der Rangfolge der Gesellschaft eingeordnet. Ihnen werden von der Führung dementsprechend mehr oder weniger Extras gegönnt. Der Protagonist des Films scheint in diesem Zusammenhang aber weniger Glück zu haben.
Henning Ricke über den Inhalt seines Streifens in einem Email-Interview mit der Gulli-Redaktion:
"D-I-M spielt im Jahr 2075. Die Welt ist mittlerweile zu einem völlig effizienzfixierten hyper-cleanen Moloch geworden. Deine soziale Stellung innerhalb der Gesellschaft wird komplett an deiner Nützlichkeit im System bemessen. Lutz, unser Protagonist, ist zwar ein hochbegabter Neuro-Informatiker, aber auch ein Träumer, der sich lieber in die Welt seiner altmodischen 2D Filme flüchtet als sich für das System abzurackern. Er ist deshalb bereits aus der Uni geflogen und hat nach diversen Rückschlägen den Boden der Gesellschaft erreicht.
Lutz fasst einen waghalsigen Plan dem System zu entfliehen. Aber er braucht Hilfe. Sein einziger Freund ist Jannik, ein alter Hausmeister, der in einem der zahllosen Entertainment-Tempel der Stadt arbeitet. Der ist von Lutz Plan alles andere als begeistert, denn er hatte sich selbst als Jugendlicher gegen das System aufgelehnt. Dies bezahlte er mit 12 Jahren im "Virtuellen Vollzug", einer perfiden Bestrafungsmethode, in der man eine virtuelle Hölle durchlebt, die aus den persönlichen Urängsten editiert wird. Um Lutz das gleiche Schicksal zu ersparen, lässt Jannik sich schließlich breittreten ihm zu helfen. Gemeinsam bereiten sie seine Flucht vor. Alles scheint zu funktionieren, doch der Polizeiapparat ist ebenso effizient wie gnadenlos und bald schon findet auch Lutz sich in den Mühlen des Systems wieder."
Die Studioaufnahmen wurden in einer Lagerhalle in Haan bei Düsseldorf realisiert. Die wenigen Außenaufnahmen fanden in Köln und Bonn statt. Henning Ricke weiter über die digitale Postproduktion:
Verstärkung haben wir durch ein Team von 10 Medientechnik-Studenten bekommen, die sich jetzt seit sage und schreibe 13 Monaten gemeinsam mit uns die Finger wund modeln, animieren und composen. Es ist aber tatsächlich langsam ein Ende abzusehen. Der Schnitt ist parallel bereits in der Vertonung, die wieder mal (wie bei Matrix XP) Marc Meester macht.
Nach der Betrachtung des aussichtsreichen Trailers ist man aufgrund der dargestellten Szenen versucht, D-I-M mit dem Kinofilm "Die Insel" zu vergleichen, der im Frühjahr 2005 über die Leinwände der deutschen Lichtspielhäusern lief. Axel Ricke hierzu:
"Auf jeden Fall bezieht sich unser Film nicht darauf. Das Drehbuch war auch schon wesentlich früher fertig. Eigentlich ist D-I-M eher vom Orwellschen Überwachungsstaat aus 1984 inspiriert".
Der Wert des Einzelnen in der Gesellschaft orientiert sich alleine nach der Menge der Güter, die er oder sie konsumiert. Spitze Zungen könnten behaupten, das ist keine Thematik für einen Science-Fiction - das alleine passt schon ganz hervorragend in unsere Gegenwart. Man könnte sich weiter fragen, was ist unterm Strich maßgebend für das Image eines Menschen, wenn nicht das Etikett der Marken, die an seinen Anziehsachen heften? Wer in dieser Welt bestimmt hinter den Kulissen die Marschrichtung der Politik im Groben wie im Feinen? Und die im Hintergrund international agierende Multikonzerne kann man bis dato leider nicht abwählen.
Betrachtet man die stetige Veränderung der Gesetzeslage in Bezug auf das Internet, so rückt auch die allmächtige Kontrolle der Bürger vonseiten des Staates immer mehr in das hier und jetzt. Auch wenn man die weitere Entwicklung abwarten muss - George Orwell hat sich wie es aussieht, nicht zwingend in der Definition seiner Vision, sondern lediglich der Jahreszahl nach geirrt.
Die Düsseldorfer Ricke Bros. haben offensichtlich die Zeichen der Zeit erkannt und wollen bis Ende des Jahres mit der Produktion ihres Kurzfilmes fertig werden.
"Wir haben uns keinesfalls völlig vom Humor verabschiedet, aber zumindest werden diesmal keine Torten fliegen ;-)".
Das ehrgeizige Filmprojekt sieht in jedem Fall sehr vielversprechend aus. Wenn die Zeit reif ist, werden wir selbstverständlich über die Premiere vom D-I-M berichten und wünschen den sympathischen Brüdern bei der Realisierung ihres Kurzfilms viel Erfolg!
News Redaktion am Montag, 28.08.2006 23:54 Uhr
Sieht stark nach einer Kopie von "Equilibrium" aus... ...
Das dachte ich auch als ich den Trailer sah! ...
Also das ist ja mal was geiles.... Wüsst ichs nicht besser hätte ich den trailer für ne Kinovorschau von nem ziemlich guten Film gehalten :D ...
Die Ricke Bros. haben mit ihren Namensgebern, den Wachowski-Geschwistern eigentlich nicht viel gemein. Sie leben in Düsseldorf am Rhein und wurden nicht in Chicago, jenseits des großen Teichs geboren. Axel Ricke hat amerikanische Geschichte, Philosophie und Journalismus studiert. Sein Bruder Henni ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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