
Abgesehen beispielsweise von Patrick Breyer, der sich die Mühe machte, die Ergebnisse einer britischen Studie zu übersetzen, die die weitgehende Sinnlosigkeit der Überwachung des öffentlichen Raums belegt. Über einen Zeitraum von vier Jahren wurde die Studie durchgeführt, in der 13 Videoüberwachungssysteme unter anderem in Ortszentren, Stadtzentren, Parkplätzen, Krankenhaus- und Wohngebieten untersucht wurden. Fragestellung: die Auswirkungen der Videoüberwachung auf die Kriminalität und auf die Kriminalitätsangst der Bürger.
Das desillusionierende Ergebnis: statistisch signifikantes Fallen der Kriminalitätsrate konnte nur bei einer der Überwachungsmaßnahmen festgestellt werden - auf einem Großparkplatz, auf dem es häufiger zu Sachbeschädigungen an geparkten Fahrzeugen kam. Nicht einmal in dem Fall wogen verhinderte Schäden die Kosten der Überwachung auf:
"Setzt man die Anzahl der insgesamt verhinderten Straftaten in Relation zu den Kosten aller 13 Überwachungssysteme, ergeben sich Kosten von 9.000 Euro pro verhinderter Straftat. Betrachtet man nur die Überwachung des Großparkplatzes, so kostete jede verhinderte Straftat 2.000 Euro. Die Verminderung der Kriminalitätsangst um einen Prozentpunkt kostete 3.000 Euro. Berücksichtigt man die durchschnittliche Schadenshöhe in Fällen von Diebstahl von und aus Kraftfahrzeugen, so wiegen die durch Videoüberwachung verhinderten Schäden die Kosten der Überwachung nur zu 67% auf. Auf dem überwachten Großparkplatz wäre es erheblich kostengünstiger, Diebstahlsschäden zu versichern als sie zu verhindern."
Besorgniserregender jedoch die Haltung der zu den Überwachungen befragten Bürgern. Während oftmals angenommen wird, dass wenigstens das Sicherheitsgefühl der überwachten Bürger steigt, entfiel dieser Effekt in der Studie: das Sicherheitsgefühl änderte sich nach Installation der Kameras nicht.
Vollends paradox wird die Haltung der Bürger dann in Bezug auf die Zustimmung bzw. der Ablehnung der Kameras. Im Vorfeld einer Kamerainstallation glauben 80% der befragten Bürger an eine Senkung der Kriminalitätsrate. Nach der Installation glauben noch 45% an diese Senkung, die Zahl derer, die schnellere Reaktionen der Polizei erwarten, fiel von 56% auf 35%.
"Insgesamt stellt die Studie eine Desillusionierung der Menschen nach Installation der Kameras fest", so die Zusammenfassung. Was die fortdauernde Zustimmung vollends unverständlich macht: "Unverändert 70% der Befragten begrüßten die Videoüberwachung. Etwa 15% äußerten Bedenken unter dem Gesichtspunkt der Bürgerrechte."
Ein erstaunliches Resultat: die Bürger sind offenbar gerne bereit, für nutzlose Maßnahmen zu bezahlen, an deren Effektivität sie - zurecht - zweifeln.
Breyer schlussfolgert:
"Es fragt sich, wie sich die Öffentlichkeit und die Politik davon überzeugen lassen, auf das ineffiziente und für die Privatsphäre abträgliche Instrument der Videoüberwachung zu verzichten, obwohl es in einzelnen Fällen immer wieder Nutzen entfaltet. Der Schlüssel zu diesem Problem dürfte darin liegen, eine alternative Verwendung der für eine Videoüberwachung erforderlichen Mittel anzubieten. Es muss sich um Alternativprojekte handeln, die ebenso erfolgreich oder erfolgreicher bei der Kriminalitätsbekämpfung sind. Beispielsweise kommt die gezielte Arbeit mit kriminalitätsgefährdeten Personen oder Projekte zur gemeinsamen Verbesserung der Wohnqualität in bestimmten Gegenden in Betracht."
Ob man mit Aufklärung und Fakten jedoch der fortgesetzten Propagierung des Überwachungswahns begegnen kann? Der hessische Innenmimister Volker Bouffier wurde jedenfalls gestern mit den folgenden Worten zitiert:
"Gerade die jüngsten Ereignisse in Deutschland haben deutlich gemacht, dass die Videoüberwachung ein höchst effektives Mittel zur Vorbeugung von Straftaten und zur Strafverfolgung ist. Deshalb werden die Innenminister von CDU und CSU am Donnerstag bei ihrem Treffen in Mecklenburg-Vorpommern intensiv darüber beraten, wie die Videoüberwachung als wichtiges Sicherheitswerkzeug noch intensiver eingesetzt werden kann".
Dass er die britische Studie zur Kenntnis nehmen will, kann man getrost bezweifeln.
News Redaktion am Donnerstag, 07.09.2006 18:04 Uhr
Politiker sind eh das schwarze Schaf hier in Deutschland. Man siehe sich nur ein Wahlversprechen an,an das sich einige erinnern werden. Es ist noch nicht so alt.Ich nenne aber keine Namen...ihr wisst bestimmt,wen ich meine.;) Das Versprechen war (kurz und bündig) Die Mehrwertsteuer (noch 16%) wir ...
tja was soll man da sagen und ehrlich gesagt bin ich es auch leid. inzwischen würde ich noch nicht mal spucken um diese demokratie zu verteidigen bzw. ich scheisse drauf. ich habe diesen müll so über. ich versuche mich nach cuba durch zu schlagen.......will frei sein!!!!! dieses land behreschen s ...
ich durfte mal meine fingerabdrücke abgeben weil ich 'beschuldigt' wurde einen geldbeutel geklaut zu haben ... - anzeige wurde aufgrund ihrer undurchsichtigkeit fallengelassen - die daten, laut bulle, werden erstmal 10 jahre gespeichert und dann gelöscht (wers glaubt ;)) gerechtfertigt wurde die a ...
Mahlzeit (?), "Insgesamt stellt die Studie eine Desillusionierung der Menschen nach Installation der Kameras fest", so die Zusammenfassung. Was die fortdauernde Zustimmung vollends unverständlich macht: "Unverändert 70% der Befragten begrüßten die Videoüberwachung. Etwa 15% äußerten B ...
Jo! Also wenn man das alles vergleicht, was heutzutage gemacht wird: ich sprech nur mal die Verschleppungen durch CIA an oder Europas größter Horchposten der USA zur Spionage, oder Abhörung von Kofi Annan etc. pp dann verstehe ich nicht, wieso alles was in der DDR passiert ist, schlecht gewesen s ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
Die amerikanische Fluglinie „American Airlines“ muss sich aktuell gegen Vorwürfe wehren, das Unternehmen benachteilige Kunden mit bestimmten moralischen Ansichten. Weil eine Passagierin auf ihrem T-Shirt den Spruch „If I wanted the government in my womb, I’d f*ck a senator“ trug, konnte sie nicht an Bord ihres Anschlussfliegers.
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