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UK: Polizeizugriff auf Patientendatenbank des NHS

Der britische National Healh Service NHS plant den Start seiner zentralen Patientendatenbank für nächstes Jahr. 50 Millionen Menschen werden dort erfasst sein, ein Widerspruch gegen die Aufnahme in das Zentralregister ist nicht vorgesehen. Jedoch der Zugriff durch Polizei und Sicherheitsdienste, wenn dies im Interesse der öffentlichen Sicherheit liegt. In der Datenbank werden sensible persönliche Daten wie HIV-Status, seelische Erkrankungen, Abtreibungen, Drogenmissbrauch oder Alkoholismus gespeichert sein.

Von "Datenvergewaltigung" sprechen Bürgerrechtler. Das System soll automatisch Patientendaten von Ärztepraxen und Krankenhäusern sammeln und zentral speichern. EIn Widerspruchsrecht der Patienten ist nicht vorgesehen. Die Einsichtnahme der persönlichen Krankenakte kann der Patient zwar untersagen, im Interesse der öffentlichen Sicherheit kann die Einsichtnahme dennoch erfolgen.

Befürchtet wird wachsender Druck zur weiteren Öffnung der Datenbank. Zugriff könnten sich beispielsweise auch die Einwanderungsbehörden wünschen. Auch im völlig regulären Betrieb erhalten durch das System 250.000 Beschäftigte des NHS Datenzugriff. Die Zugriffsrechte seien dabei eingeschränkt, je nachdem, wieviel Informationen bestimmten Berufsgruppen zur Verfügung stehen muss. Weiterhin wird versprochen, dass das System mit "verschlossenen Umschlägen" arbeiten könne: Patienten sollen so selektiv sensible Daten schützen und vor dem allgemeinen Zugriff ausschließen.

Kritiker wiederum bemängeln, dass die entsprechende Technik erst im Planungsstadium ist und zu einem noch nicht festgelegten Zeitpunkt zur Verfügung stehen soll. Sie bezweifeln darüberhinaus, dass die Technik überhaupt jemals funktionieren wird. Zu guter Letzt sei das Öffnen der "verschlossenen Umschläge" durch die Polizei weiterhin möglich - wenn das Interesse der Öffentlichkeit von größerer Bedeutung wie die Vertraulichkeit der Daten ist. Dies wäre beispielsweise in Fällen schwerer Kriminalität oder einer Bedrohung der öffentlichen Sicherheit der Fall.

Systeme solcher Art haben das Potential, komplette Lebensläufe zu klompromittieren, würden die gespeicherten Daten unzulässigerweise verbreitet oder versehentlich zugänglich gemacht. Ebenso schwer wiegen dürfte der Eingriff in das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Wenn aus Sorge vor polizeilicher Kontrolle beispielsweise Suchterkrankungen, Drogenmissbrauch und ähnliches kein Thema des Patientengesprächs mehr ist, werden falsche oder unvollständige Diagnosen die Folge sein. Man sollte sich fragen, ob die zentrale Datenbank nicht ebenfalls eine "Bedrohung der öffentlichen Sicherheit" darstellt.

News Redaktion am Montag, 06.11.2006 15:13 Uhr

tagsTags: großbritannien polizei datenbank arzt gesundheit nhl patient arztgeheimnis

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10 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 08.11.2006 00:34:27

    die Zukunft sieht eh schlecht aus. das 3 Reich hat es vor gemacht. Und mit den Computern wird das noch viel einfacher. Finde das nicht gut. Am besten gar nicht mehr zum Arzt gehen um Einträge zu vermeiden? buhaha, schlimmen Gedanken hab ich. Bloß net aussprechen. Sonst machen, die das aus Ge ...

  • am 07.11.2006 22:41:08

    naja hast schon recht damit, das man das kaum kontrollieren kann, aber das kann man sobald etwas digital läuft sowieso nur sehr schwierig. die frage ist da möchte man ALLE daten auf einmal haben, dann kommt meiner meinung nach nur ein chip oder ähnliches infrage, welchen der betroffene selbst bes ...

  • am 07.11.2006 15:40:33

    lol zuviele gerichtsshows geguckt?! weißt du wie oft sowas in de vorkommt (so gut wie nie) außerdem sollte man generell wenn amn mit jemandem schläft der ansonsten häufig wechselnde geschlechtspartner hat (bzw. wenn man es nicht weiß) sowieso mit gummi schützen! aber klasse idee ans ...

  • am 07.11.2006 15:34:05

    Also, ich finde es schon unverschämt, wenn da Leute extra andere mt dem Virus anstecken! lol zuviele gerichtsshows geguckt?! weißt du wie oft sowas in de vorkommt (so gut wie nie) außerdem sollte man generell wenn amn mit jemandem schläft der ansonsten häufig wechselnde ...

  • Obs am 07.11.2006 10:21:18

    andere absichtlich mit hiv anzustecken ist ein verbrechen und gehört bestraft, nicht bestraft gehören die menschen die es haben und damit verantwortungsvoll umgehen aber genau das würde man damit erreichen. es scheint in der tat so zu sein das england vorreiter in sachen "wir scheissen auf die r ...

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