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Big Brother Awards Schweiz verliehen

Vier Negativpreise und eine Würdigung: gestern wurden die Schweizer Big Brother Awards verliehen. Im Basler Kulturzentrum Sudhaus wurden die schlimmsten Datenschutzverletzungen mit den "Preisen, die keiner will" ausgezeichnet.

In der Kategorie Staat konnte sich der Gesamtbundesrat, vertreten durch den EJPD-Vorsteher Christoph Blocher gegen 32 weitere Nominierte durchsetzen. Die Ehrung erfolgte für die geplante Verschärfung des "Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit". Vorgesehen sind massive Eingriffe in die Grundrechte. Unter dem Titel "Präventive Vorfeld-Ermittlung" soll das das Abhören von Telefongesprächen, das heimliche Durchsuchen von Computern, das versteckte Eindringen und Verwanzen von Wohnungen ohne konkreten Verdacht auf eine Straftat und ohne richterliche Überprüfung der Massnahmen ermöglicht werden.

Die Krankenkasse CSS erlaubte mehreren hundert Mitarbeitenden Zugriff auf sensible Gesundheitsdaten von Patienten. Die Daten waren für den Vertrauensarzt bestimmt und enthielten beispielsweise ärztliche Diagnosen oder Resultate von HIV-Tests. Unter anderem gegen Microsoft konnte sich die Krankenkasse durchsetzen. Für das Programm "Security4Kids" wurde der Softwarehersteller nominiert, da auf der Webseite, die vor den Gefahren für Kinder warnte, die allzu bereitwillig persönliche Daten im Netz angeben, eben diese persönlichen Daten für einen WQettbewerb abgefragt wurden. Microsoft wies die Nominierung als ungerechtfertigt zurück.

Datenkrake Nummer eins am Arbeitsplatz wurde die "Filiale Dietikon ZH des Billigladens MEDIA-MARKT" so die Bezeichnung der Jury. Die Angestellten der Filiale wurden systematisch mit Videokameras überwacht - auch im Lager, bei den Zugängen zur Stempeluhr, zu den Toiletten und zum Pausenraum. Mit Unterstützung der Gewerkschaft UNIA konnte sich die Belegschaft erfolgreich gegen die widerrechtliche Bespitzelung wehren.

Der "Lebenswerk" - Award wurde an Hans Wegmüller verliehen, den Direktor des Strategischen Nachrichtendienstes SND. Wegmüller ist Chef über eine unbekannte Anzahl von Mitarbeitenden und verfügt über ein Budget in unbekannter Höhe. Der SND ist der militärische Geheimdienst der Schweiz und betreibt unter anderem die Telecom-Überwachungsanlage ONYX mit Standorten in Heimenschwand, Leuk und Zimmerwald.

Mit der positiven Würdigung, dem "Winkelried-Award", wurde das Komitee "BWIS-Referendum" ausgezeichnet. Das Bündnis von  Sportfans und aus politischen Gruppierungen wehrte sich gegen die Einführung eines so genannten "Hooligangesetzes".

Die Big Brother Awards wurden in der Schweiz 2006 zum siebten Mal vergeben. Mit dem Aufruf "Nicht lamentieren - nominieren!" wird bereits für Nominierungen der Preisverleihung 2007 geworben.

News Redaktion am Freitag, 17.11.2006 11:02 Uhr

tagsTags: 1984 schweiz big brother award überwachung

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1 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • REALdataCore am 17.11.2006 13:27:22

    eine gute Idee (weiss jetz nich seit wann diese Awards bereits vergeben werden) - und das diese auf von den jeweilgen Personen und Unternehmen ernst genommen werden sieht man bei der Reaktion von Microsoft. Würden diese Awards mehr Publik gemacht (so das der OttoNormalVerbraucher das auch mitbekom ...

  • gullinews am 17.11.2006 11:02:31

    Vier Negativpreise und eine Würdigung: gestern wurden die Schweizer Big Brother Awards verliehen. Im Basler Kulturzentrum Sudhaus wurden die schlimmsten Datenschutzverletzungen mit den "Preisen, die keiner will" ausgezeichnet. In der Kategorie Staat konnte sich der Gesamtbundesrat, vertrete ...

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