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Britische RFID-Pässe geknackt

In nur 48 Stunden schafften es Spezialisten, die Daten der neuen britischen Ausweise aus dem enthaltenen RFID-Chip auszulesen. Während das Innenministerium die Risiken abwiegelt, sind dennoch einige Szenarien denkbar, in denen der angeblich gestiegene Schutz vor Identitätsdienbstahl durch die E-Pässe ins Gegenteiul verkehrt wird.

Mit einer Panzertür, vor der ihr Schlüssel unter der Fußmatte liegt, verglichen die Analysten die eingesetzte Technik. Die Kommunikation zwischen Lesegerät und Chip wird zwar mit dem sicheren 3DES verschlüsselt, der Key zur Verschlüsselung besteht jedoch aus Passnummer, Geburtsdatum und Ablaufdatum des Ausweises.

Adam Laurie, einer der Experten, ist überrascht, wie einfach die Sicherheitsmaßnahmen des RFID-Passes gestrickt sind. Mit einem Lesegerät für ein paar hundert Euro und 48 Stunden Coden konnte er mühelos drei Pässe auslesen. Das Innenministerium wiegelte ab: ein Problem sei das nicht, schließlich erhält ein Angreifer nur die Daten, die ohnehin auf dem Pass aufgedruckt sind. Wer Zugriff auf die RFID-Daten hat, kennt ihren Inhalt ohnehin schon, da sie auf dem Pass aufgedruckt sind.

Der deutsche Securityexperte Lukas Grunwald, der ähnliche Angriffe auf deutsche RFID-Pässe ausführte, sieht das skeptischer: was ausgelesen werden kann, könne auch geklont werden.

Die Briten haben darüber hinaus Lesegeräte entwickelt, mit denen der Abstand zum Auslesen der Daten erhöht werden kann. Aus 7,5 cm Distans konnten die Chips ausgelesen werden - in einer U-Bahn beispielsweise kein Problem. Daten könnten auch beispielsweise vor der Zustellung eines Ausweises extrahiert und zum Erstellen von geklonten Pässen verwendet werden, dafür muss der Brief mit dem enthaltenen Ausweis nicht einmal geöffnet werden. Ein Postbote kenne beispielsweise bereits den Namen des Inhabers, über Grußkarten erfährt er den Geburtstag seines Opfers, berichtete Regelmäßigkeiten in der Passnummerierung deuten darauf hin, dass bei einem solchen Szenario nur noch 5 Zahlen per Brute Force ermittelt werden müssen, um die Verschlüsselung zu knacken. Ähnliche Schwächen bei der Nummerierung stellen auch eine Sicherheitsgefahr bei den in den Niederlanden und Osterreich eingesetzten E-Pässen dar.

Einen Schutz vor Brute Force-Angriffen, wie er beispielsweise bei Geldautomaten eingesetzt wird, die nach drei PIN-Falscheingaben die Karte sperrt.

Die Experten gehen davon aus, mit den jetzt bekannten Angriffsmöglichkeiten erst die Spitze des Eisbergs im Blick zu haben.

"In dem, was wir sehen, sind fehlende Sicherheitsmaßnahmen enthalten - was ist mit den 90% des Eisbergs im System, die wir noch nicht kennen?"

News Redaktion am Freitag, 17.11.2006 15:29 Uhr

tagsTags: großbritannien hacking rfid sicherheit fälschung terrorismus identität biometrie ausweis

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18 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 20.11.2006 12:04:57

    für den normalen einsatz reichen unsere jetzigen pässe sicher, aber hier könnt ihr erkennen was man mit den neuen pässen erreichen will stellt euch an jedem zugang eine zwangskontrolle vor, die alle informationen an eine zentrale sendet, man kann jederzeit feststellen wer wann gekomm ...

  • Alefthau am 20.11.2006 11:03:23

    Einfach den Pass 2s in die Mikrowelle und der Chip ist Geschichte. Der Pass behält seine Gültigkeit trotzdem. Dann dürften aber die Behörden meckern denke ich!:D (Ok, die Ausrede mit "Ihr Lesegerät muß kaputt sein!" könnte klappen. :-P ) ...

  • STRYKER-GER- am 20.11.2006 10:59:56

    Hi, Hm, so ein kleines "Täschchen" aus Kupferdraht sollte doch als Schutz vor dem ungewollten auslesen helfen, oder? Gruß Alef Einfach den Pass 2s in die Mikrowelle und der Chip ist Geschichte. Der Pass behält seine Gültigkeit trotzdem. ...

  • Obs am 20.11.2006 10:52:37

    für den normalen einsatz reichen unsere jetzigen pässe sicher, aber hier könnt ihr erkennen was man mit den neuen pässen erreichen will in einer U-Bahn beispielsweise kein Problem stellt euch an jedem zugang eine zwangskontrolle vor, die alle informationen an eine zentrale sendet, ...

  • easyrieder am 18.11.2006 17:14:36

    Hmm ich finde RFID scheiße. Kostet bloß wieder Arbeitsstellen (z.B. Supermarkt) nitramf Literaturtipp für dich: http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pferische_Zerst%C3%B6rung Joseph Schumpeter hat das schon vor mehr als 60 jahren erklärt... ...

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