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Elektronische Gesundheitskarte: CCC publiziert desaströse Kosten-Nutzen-Analyse

"Eine erste Sichtung der Daten deutet auf eine massive Kostenexplosion bei der Einführung der Gesundheitskarte und ein weiteres Technologie-Desaster hin.", so das lakonische erste Fazit des Chaos Computer Club nach Sichtung einer internen Studie zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Die kommende Kostenexplosion wurde schon vor Wochen bekannt, die Sicherheitsbedenken dürfte sie nun noch weiter in die Höhe treiben.

All das für eine zentrale Speicherung sensibler Patientendaten. Die ursprünglich rund 1,4 Milliarden Euro kosten sollte, wie das Gesundheitsministerium annahm, bereits im September wurden jedoch Eckdaten der Studie bekannt, die von 3,9 Milliarden Euro Kosten ausgeht, im ungünstigsten Fall sogar von 7 Milliarden Euro.

In zehn Jahren erst sollen sich demnach Kosten und Einsparungen ungefähr die Waage halten. Fragwürdige Sicherheitsmaßnahmen, die der CCC nach erster Analyse bereits aufdeckt, könnten den Termin noch weiter hinausschieben, wenn nicht gar zum befürchteten Technologie-Desaster führen.

"Die Sicherheits- und Zuverlässigkeitsauslegung der Software-Architektur der elektronischen Gesundheitskarte genügen den Anforderungen an ein bundesweit ganztägig im Einsatz befindliches System in keiner Weise. Im Ernstfall droht ein Totalausfall des Systems zu kritischen Zeiten, wie z. B. im Fall einer Grippeepidemie."

Dies die Kurzbilanz des CCC. Einige Worte mehr über die Ausfallsicherheit des Systems verliert Felix Leitner vom CCC, der konstatiert, auch besser ausgelegte Systeme seien bereits in Österreich gecrasht.

"Für die Application Server gibt es N+1 Redundanz, d.h. ein Server mehr als man braucht. Wenn zwei ausfallen, hat man dann halt ein Problem."

Ein Ausfall-Rechehzentrum müßte bei einer derart kritischen Infrastruktur Pflicht sein, denn wie die Analyse selbst konstatiert, kann es im "...Falle von regionalen und überregionalen Desastern, darunter Überschwemmungen und Erdbeben, ... auch zu Totalausfällen eines ganzen Rechenzentrums kommen". Da ein Ausfall-Rechenzentrum die Kosten für die RZ-Infrastruktur naturgemäß verdoppelt, ging es jedoch nicht in die Analyse ein.

Leitners Fazit:

"Kurz gesagt: das Papier liest sich wie ein einziges Desaster. Sie haben da mit teilweise deutlich unseriösen Methoden an den Zahlen geschraubt, und selbst mit derartigen Methoden kommen sie nur gerade so auf einen Break Even. Und ihr habt ja gesehen, wie sie die Kosten hier kleinzurechnen versucht haben, und trotzdem ist das schon das dreifache dessen, was sie dem Gesundheitsministerium initial versprochen hatten. Wenn dieses Papier das Projekt nicht kippt, dann weiß ich auch nicht."

News Redaktion am Montag, 27.11.2006 13:16 Uhr

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6 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • pehlilabelle am 29.11.2006 18:48:59

    Was den Leuten fehlt ist LIEBE und sonst nix.Damn Das ist sehr schön und mit Pathos vorgetragen - aber nicht das Thema ...

  • NeumenizA am 28.11.2006 22:26:06

    Was den Leuten fehlt ist LIEBE und sonst nix.Damn!! ...

  • SteinSchmetzer am 28.11.2006 18:07:07

    Ich kenn das so : Wo ist der Unterschied zwischen einem Politiker und einem Telefon ? Das Telefon kann man aufhängen wenn man sich verwählt hat. ...

  • pehlilabelle am 28.11.2006 06:57:08

    Was ist der Unterschied zwischen der Regierung und der Mafia? Die Mafia kennt einen Ehrenkodex. ..............wir werden auch diesen Blödsinn wieder teuer bezahlen müssen:mad: ...

  • am 28.11.2006 01:08:34

    Motto unserer Politiker: Eine Reform muss her und wenn es nur der Reform wegen ist. Manchmal kann ich es gar nicht fassen was für ein Blödsinn verzapft wird, halbgare Änderungen eines bestehenden Gesetzes sind plötzlich die rettende Reform obwohl sie mehr Probleme aufwerfen als ...

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