
Zur Beruhigung: Situationen wie die im folgenden beschriebene drohen in Deutschland nur in absoluten Ausnahmefällen. Man muss dazu eine intensive, öffentliche Auseinandersetzung im Netz betreiben, obgleich man viel sinnvollere und intelligentere Möglichkeiten hätte, den Tag herumzukriegen. Man muss dabei Gegner haben, die ähnlich denken und auch handeln. Im Folgenden streiche man die Vokabeln "verhältnismäßig" und "rational" aus dem Wortschatz und lasse den Konflikt eskalieren. Damit ist zu hoffen, dass der jetzige Vorfall ohne Nachahmer bleiben dürfte.
Der im gulli:board unter dem nick "fastix" schreibende Webseitenbetreiber war die eine Seite in einem Konflikt, der über die letzten Monate immer stärker eskalierte und in dem zuletzt Abmahnungen und Einstweilige Verfügungen in großer Zahl erlassen und gegen letztere wiederum verstoßen wurde. Eine am 12.9.2006 gerichtlich untersagte Äußerung wurde am 26.9. erneut sinngemäß auf fastix' Website www.rotglut.org veröffentlicht. Da bereits mehrere Verstöße gegen gerichtliche Ver- und Gebotsverfügungen vorangegangen waren und Ordnungsgelder bereits mehrfach verhängt wurden, "war nunmehr Ordnungshaft zu verhängen". So ein Beschluss des LG Kassel, der gulli.com vorliegt und den Beschuldigten weiter zur Begleichung der Verfahrenskosten in Höhe von 3.000 Euro verpflichtet.
Dies die vorläufig letzte Runde in einem Kleinkrieg unter anderem zwischen "fastix", dem einschlägig bekannten Anwalt Günter Freiherr von Gravenreuth und dem umstrittenen Netzunternehmer Mario Dolzer. Die Wellen schlugen bis ins gulli:board. Die Auseinandersetzungen der streitenden Parteien fanden auch hier statt, wenn entsprechende Forenthemen passend zu den hart geführten Auseinandersetzungen waren (oder den Parteien passend schienen). Die Folge waren seitenlange, teilweise wütende Auseinandersetzungen, denen anschließend mit einer gewissen Regelmäßigkeit Löschaufforderungen - meist beider Parteien - an die Boardbeitreiber folgten, bezüglich erneut gefallener, rechtlich bedenklicher oder gerichtlich untersagter Äußerungen.
Von außen betrachtet erstaunt an der absurden Situation vor allem, mit welchem Zeit- und Kraftaufwand eine Auseinandersetzung geführt wurde, die allen Beteiligten nur wenig Positives bringen kann. Im Gegenteil handelt es sich bei praktisch allen Gegnern um durchaus netzkompetente Unternehmer, die an sich produktiveren (und gewinnträchtigeren) Tätigkeiten nachgehen könnten, es jedoch bevorzugen, mit immenser Energie einen Kampf auszufechten, der mehr und mehr irrational und absurd scheint.
Dem entgegen steht indessen der Symbolcharakter der Auseinandersetzung, in denen sich beide Seiten zwar gerne in Gut/Böse - Schemata einordnen, die aber längst mehr als verschwommen sind. Während "fastix" gegen in seinen Augen unmoralische Geschäftspraktiken vorzugehen vorgibt - und dabei allzu gerne "Ermittlungen" mit "Schuldspruch" verwechselt - ist auf der Seite Dolzers wenig von Deeskalation zu sehen und wird im Gegenteil gerade auf der Schiene der Moral argumentiert, mit der "fastix" seinen Kreuzzug legitimiert.
Insofern ist ein Ende des Fights nicht abzusehen. Es stehen noch weitere 28 Tage Ordnungshaft aus, sollten Zwangsgelder nicht bezahlt werden, weitere Verfügungen liegen bei mehreren deutschen Amtsgerichten vor.
Beiden Parteien wurde bereits vorgeschlagen, den Gerichten die Möglichkeit zu geben, wichtigere Fälle zu verhandeln und sich alternativ zum Faustkampf zu treffen, um den Konflikt ein für allemal auszutragen. Leider wurde auf den gut gemeinten Vorschlag nicht eingegangen.
News Redaktion am Freitag, 26.01.2007 23:10 Uhr
Ist ja gut. ...
Hätte nie erstellt werden sollen Wer hat wohl diese Kriegschauplätze eröffnet und kommt jetzt damit nicht klar??? ...
@ Korrupt, close bitte auch die anderen Nebenkriegsschauplätze. Es nervt nur noch. Puky70 ...
Hätte nie erstellt werden sollen! ...
KORRUPT, CLOSEN!!! BITTE!!! :confused: ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.
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