
Jetzt hat sich mit Kai Öistämö auch ein hochrangiger Manager von Nokia in die Debatte um die Verwendung von Digital Rights Management für die online verkauften Musikstücke eingeschaltet. Er plädiert für Musik-Downloads, die beispielsweise mit Werbung finanziert werden. Auf Kopierschutzsysteme der digitalen Inhalte zu setzen, die umgangen werden können, hielt er für weniger sinnvoll. Jeden Tag würden mehr und mehr Medieninhalte aus dem Internet geladen, ohne dass die Kunden dafür bezahlen. Nokia-Manager Öistämö schlägt deswegen eine Suche nach neuen Möglichkeiten vor, wie man mit dem Vertrieb von Musik auch wieder Geld verdienen kann. Noch immer steht eine endgültige Einigung zwischen Handyproduzenten und Netzbetreibern in Bezug auf die verwendeten Systeme des Handykopierschutzes aus. Diesbezüglich war es schon vor Jahren zwischen den in der Open Mobile Alliance organisierten Firmen, die sich als Organisation MPEG LA zusammengeschlossen haben, und der GSM-Alliance, ihrerseits ein Zusammenschluss von GSM-Netzbetreibern, immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen. Wenn man also, wie Öistämö es vorschlägt, zukünftig auf den Einsatz von DRM-Systemen komplett verzichtet, wäre auch die uralte Streitfrage zwischen Handyherstellern und Netzanbietern geklärt, weil gänzlich überflüssig.
Der Chef von Macrovision Fred Amoroso verteidigt den Einsatz von DRM in seinem Antwortbrief. Er sieht DRM als Wegbereiter zwischen Inhalten ganz unterschiedlicher Art und Weise. Wie viele potentielle Kunden dem zustimmen, in welcher Form DRM Brücken zwischen Filmen, Spielen, Musik und Software schlagen soll, lassen wir an dieser Stelle lieber offen. Er sieht eine Vermehrung des Nutzens von DRM für die Konsumenten. Seine Lösung geht in Richtung Ankurbelung der Entwicklung vom DRM und der Sicherung entsprechender Verkaufsstellen im Netz. Amoroso mag die offensichtliche Niederlage im Kampf gegen die Kopierer sich und der Welt gegenüber noch immer nicht eingestehen. Auch sieht er Schutzsysteme für Content-Anbieter als wichtigen Anreiz, überhaupt in das digitale Geschäft einzusteigen.
Im Umkehrschluss könnte man darüber nachdenken, was als Verkäufer mehr zu verdienen wäre, wenn man den Kunden endlich für das gezahlte Geld die Freiheit im Umgang mit der gekauften Ware gibt, die die Kunden auch verdienen. Ohne DRM kein Content? Man könnte auch kontern: Mit DRM kaum oder kein Umsatz! Der offene Brief vom Apple-Chef Steve Jobs scheint bei aller Skepsis aus den Reihen der DRM-Hersteller immerhin viele andere Firmen und Personen zum Nachdenken angeregt zu haben.
News Redaktion am Sonntag, 18.02.2007 14:56 Uhr
Je billiger die Musik ist und je weniger Kopierschutzmechanismen es gibt, desto häufiger wird die Musik auch gekauft werden. Anstatt 1 Lied für 1€ an 100 Leute zu verkaufen, könnte man mit einem Preis von z.B. 0,20€ wahrscheinlich tausende von Leuten zum Kauf überreden. Allerdings nur wenn ...
Das Bild Is Ja Wohl Voll Daneben ICH GLEUB IHR WISST NICHT SO RICHTIG WO DAS HERKOMMT ...
Der offene Brief von Steve Jobs, in dem er kürzlich auf einen Verzicht auf DRM plädierte, motivierte weitere Topmanager dazu, sich zu diesem Thema zu äussern. Zumindest die Vertreter der Musikindustrie hatten auf diesen Brief in den letzten Tagen teils heftig, aber einhellig ablehnend reagiert ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.
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