
Ein anonymer Bekannter, der seinen Namen nicht erwähnt sehen möchte, hätte angeblich den Absender gebeten, mich auf die Homepage mediator-team.de hinzuweisen. Natürlich bin ich nicht auf eine der Webseiten hereingefallen, wo man sich seine Lebenserwartung errechnen lassen kann. Und auch mit dem Herunterladen von Dateien gab es nie und gibt es auch jetzt keine Probleme. Auch nicht mit dem Eintreffen des Arztes, der bis dato nicht in der Redaktion erschienen ist. Schade auch! Viel Wind um nichts also?
Für den Betreiber der Webseite des Mediator-Teams Mainz ist der Vorfall weit mehr als ein Sturm im Wasserglas. Bei Markus Moninger gehen täglich unzählige und ebenso unschöne E-Mails und Telefonate von Personen ein, die sich über die unerwünschte Werbung beschweren. Die in der Junkmail angegebene Antwortadresse info@mediator-team.de wurde in der Hoffnung gelöscht, dass den betroffenen Opfern "aufgeht", dass die Personen hinter der Website nichts mit den Werbemails zu tun haben können und wollen. Wie auch immer, den Verursacher wird es nicht stören. Der versteckt sich in Form einer automatisierten Drohne irgendwo in Brasilien, die von Virtua.com aus die Junkmails verschickt. Wenn da nicht ebenfalls an der IP gedreht wurde, um die Bestimmung der Herkunft der Mails noch weiter zu erschweren. Was ist also hier passiert? Hat doch der Betreiber von mediator-team.de auf wenig sinnige Weise versucht, die Trommeln für sein Unternehmen zu rühren und sich erst später eines Besseren belehren lassen? Wahrscheinlich ist dies nicht denn Herr Moninger antwortete auf die Anfrage unserer Redaktion ohne jegliche Verzögerung:
"Im Moment bin ich schlichtweg nur damit beschäftigt, auf über 300 empörte Mails zu reagieren. Wenn die Angelegenheit halbwegs gebändigt ist, stehe ich für ein Interview zur Verfügung."
Dazu kommt die Tatsache, dass Moninger & Co. auf Anregung der Forumuser von Antispam.de seit heute auf die kostenlosen Widerspruchsschreiben der Verbraucherzentralen Bayern und Berlin hinweist. Bis dato hatte man stattdessen Hilfesuchenden eine kostenpflichtige Hilfe für diejenigen angeboten, die sich irrtümlich bei den Diensten "Lebensprognose.com" und "Lebenserwartung.de" angemeldet hatten. Das Angebot wurde von den Antispam-Boardies in Bezug auf die wenig transparente Darstellung, etwaige Rechtsprobleme und besonders in Bezug auf die Höhe der zu entrichtenden Gebühr für die Widerspruchsschreiben, die auch umsonst im Netz zur Verfügung stehen, kritisiert. Oder handelt es sich hier vielmehr um eine Racheaktion der Hintermänner von einem der eben genannten kommerziellen Websites?
Bei einem Mail-Joe-Job macht sich der Spammer die Tatsache zunutze, dass das Versendeprotokoll ("Header"), mit dem der Sendeverlauf einer E-Mail protokolliert wird, auf einem veralteten Standard basiert und in weiten Teilen leider beliebig fälschbar ist. Fast alle Spammer fälschen um unerkannt zu bleiben z.B. die Absendeangabe ihrer Spam-Mails, im Header als "From"- und "Reply-To"-Zeilen bekannt.
Ziel dieser Aktion war es Staub aufzuwühlen, der Imageverlust durch einen JoeJob kann tatsächlich erheblich sein und den betroffenen Betreibern unter Umständen sogar zur Aufgabe seiner eigenen Geschäftsdomain, der Änderung der Mailadresse etc. zwingen. Die E-Mail-Adresse wurde bereits deaktiviert, bis man die Domain mediator-team.de aufgibt, kann der JoeJobber aber lange warten. Davon ist trotz der massiven Negativwerbung aufgrund der Junkmails nicht auszugehen. In jedem Fall sollte man eine Strafanzeige bei der Polizei stellen, um sich selbst aus dem negativen Rampenlicht zu bringen. In diesem Fall könnte man die IP-Adressen der Beitragschreiber an die Ermittlungsstelle übergeben. Ob das etwas bringen würde ist abzuwarten. Aber wer eine Anzeige erstattet, kann außer für den Fall er möchte sich selber belasten, nicht der Urheber des Übels sein.
Auf der Seite vom Verein Antispam e.V. findet man noch viele weitere interessante Informationen zum Thema JoeJob, wie man den Header ausliest und anhand eines Beispieles wie man einen Spammer verfolgen kann.
News Redaktion am Mittwoch, 21.02.2007 18:49 Uhr
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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