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Nedap-Wahlcomputer: Kritiker sind Terroristen

Jan Groenendaal ist Eigentümer der Softwarefirma, die Software für den Betrieb der auch in Deutschland eingesetzten NEDAP-Wahlcomputer herstellt. Der CCC berichtet nun von seinem Versuch, die holländische Wahlbehörde zum Aufkauf seiner Firma zu erpressen. Den Gründer der Initiative "Wir vertrauen Wahlcomputern nicht", Rop Gonggrijp, bezeichnete Groenendaal als "Gesellschaftsfeind und Terroristen".

Groenendaal will sich nun offenbar aufs Altenteil zurückziehen und seine Firma vorher vergolden. Sollte die holländische Wahlbehörde seine Firma nicht aufkaufen, droht er mit der Einstellung aller Aktivitäten, die für die in den Niederlanden anstehenden Wahlen notwendig sind. Damit wäre die Durchführung der Provinzwahlen am 7. März gefährdet. Das holländische Innenministerium nimmt die Drohung jedoch nicht ernst.

Der CCC findet einmal mehr deutliche Worte:

"Herr Groenendaal tat sich schon in der Vergangenheit mit gewagten Sprüchen hervor. Er behauptete, dass man auf NEDAP-Wahlcomputern nicht Schach spielen könne. Kurze Zeit nach dieser vollmundigen Behauptung konnte jedoch live im Fernsehen gezeigt werden, wie der Wahlcomputer problemlos Schach spielte. Anstatt nun seine Niederlage einzugestehen und sich auf's Altenteil zurückzuziehen, forderte er, wie in den befreiten Dokumenten belegt wird, Rop Gonggrijp, den Gründer der Initiative wijvertrouwenstemcomputersniet.nl, als "Gesellschaftsfeind und Terroristen" ins Gefängnis zu stecken. Sollte Gonggrijp Mitglied der holländischen unabhängigen Kommission für das zukünftige Wahlverfahren werden, drohte Groenendaal mit der sofortigen Einstellung aller Arbeiten an der Wahlsoftware."

Konsequenterweise fordert der CCC erneut, die Betriebsgenehmigung für die umstrittenen Wahlmaschinen wieder einzuziehen. Ein gutes Argument für die Rücknahme sollte die geistige Verfassung Groenendaals sein. Ist einer Software zu trauen, die in einer Firma mit einem solchen Chef hergestellt wird? Der CCC meint nein:

"Angesichts der nun aufgedeckten massiven Mängel an geistiger Klarheit und Demokratieverständnis des Besitzers der Monopol-Software, mit deren Hilfe auch in Deutschland in 52 Städten und Gemeinden in 6 Bundesländern gewählt wird, fordert der Chaos Computer Club die sofortige Rücknahme der Betriebsgenehmigung für NEDAP-Wahlcomputer. Es stellt sich die Frage, wie das Bundesinnenministerium überhaupt die Entstehung einer derartigen Situation dulden konnte. Offenbar hat sich bisher niemand dafür interessiert, wie die Software für die Wahlcomputer zustande kommt und welche Erpressungsmöglichkeiten und systemischen Risiken dabei billigend in Kauf genommen werden."

News Redaktion am Donnerstag, 01.03.2007 10:29 Uhr

tagsTags: wahlcomputer cc nedap

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4 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Bewa am 01.03.2007 16:58:08

    Hm. Nötigung? Erpressung? Wenn der Staat da genug Rückgrat beweist, kann der Schuss schwer nach hinten losgehen. Scheint mir ein letztes Zucken zu sein. ...

  • kuxxx am 01.03.2007 13:15:32

    Und an solchen Leuten hängen Arbeitsplätze Andere Sorgen hast Du nicht? super, zwei fliegen mit einer klappe So kann man es auch sehen. Sorgen mache ich mir dennoch. Gerade auf Kommunaler Ebene sind in letzter Zeit Versuche bekannt geworden, die Wahlen (zum ...

  • Obs am 01.03.2007 12:55:51

    drohte Groenendaal mit der sofortigen Einstellung aller Arbeiten an der Wahlsoftware :T super, zwei fliegen mit einer klappe ...

  • T#rall am 01.03.2007 11:53:37

    OH MEIN GOTT! :eek: Was ist das denn für ein gestörter Freak? Und an solchen Leuten hängen Arbeitsplätze :mad: ...

  • gullinews am 01.03.2007 10:26:27

    Jan Groenendaal ist Eigentümer der Softwarefirma, die Software für den Betrieb der auch in Deutschland eingesetzten NEDAP-Wahlcomputer herstellt. Der CCC berichtet nun von seinem Versuch, die holländische Wahlbehörde zum Aufkauf seiner Firma zu erpressen. Den Gründer der Initiative "Wir vert ...

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