
"In der Informationsgesellschaft werden immer mehr Daten, immer schneller und gründlicher miteinander vernetzt. Der Einzelne hat nicht nur keine Kontrolle mehr über den über ihn vorhandenen Datenfluss, er selbst wird zu einem bloßen "Scorewert" reduziert, ohne dass er diesen Wert selbst durch rechtstreues Verhalten beeinflussen kann, noch überhaupt weiß, wie sich dieser Wert zusammensetzt. Die notwendigen Rechtsänderungen dürfen nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Angesichts der unübersehbaren technologischen Herausforderungen müssen wir zu einer Ethik der Informationsgesellschaft kommen, die den verantwortungsvollen Umgang mit den technischen Möglichkeiten beschreibt. Auch wenn eine Totalüberwachung zunehmend technisch möglich wird, darf sie nicht realisiert werden."
So Schaar in seiner heutigen Presseerklärung. Gleichzeitig betonte Schaar, dass Datenschutz eine permanente Aufgabe sei, die nicht mit einmaligen Reformen gelöst werden könne. Schaar warnte vor Versuchen eines "großen Wurfs", die in der Vergangenheit dazu geführt hätten, dass Reformen erst gar nicht in Angriff genommen wurden.
Unter anderem höhere Transparenz bei "Scoring"-Verfahren und beim unrechtmäßigen Zugriff auf Userdaten bzw. deren gesetz- bzw. vertragswidrige Nutzung seien notwendig, so Schaar. Vorbild seien hier die USA, wo bereits in 33 Bundesstaaten entsprechende Gesetze zum Umgang mit Pflichtverletzungen im Umgang mit persönlichen Daten verabschiedet wurden. Schaar dazu:
"Warum sollen die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher in dieser Hinsicht schlechter gestellt sein als die Bewohner von inzwischen mehr als dreißig US-Bundesstaaten? Ich finde, dass Amerika hier ein positives Beispiel für den Datenschutz liefert, an dem wir unsere Forderungen für ein neues angemessenes Datenschutzniveau durchaus orientieren können!"
Engagiert vorgetragen - nur mutet die Zuspitzung auf private und kommerzielle Datensammler etwas seltsam an. Bereits mit dem 7-Tage-Kompromiss zum IP-Logging der T-Com sorgte Schaar für Unmut, sein Statement zu TPM ist allenfalls verwunderlich zu nennen und die jetzige Presseerklärung tut ihr Weiteres: ist die Datensammelwut von Staat und Behörden ein nicht minder großes Problem. So prangert parallel Schaars Kollege in Schleswig-Holstein beispielsweise an, dass selbst bei Freisprüchen seitens der Polizei der genetische Fingerabdruck von Verdächtigen häufig in Polizeidatenbanken bleibe. 3,3 Millionen gespeicherte Fingerabdrücke und 445.000 genetische Fingerabdrücke sind inzwischen in den Polizeidatenbanken abgelegt, die Schwellen für die Abnahme eines DNA-Samples werde immer niedriger. Laut Spiegel Online haben bereits über 1400 Menschen eine DNA-Probe wegen "eines Verdachtes auf Beleidigung" abgeben müssen, die nun beim BKA gespeichert ist. Einer Bundesbehörde - Herr Bundesbeauftragter für Datenschutz, übernehmen Sie.
News Redaktion am Dienstag, 06.03.2007 15:51 Uhr
Das erinnert mich irgendwie an die Farm der Tiere (Orwell'sche Vergleiche ziehen hier auf dem G:B immer :) ): Die Schweine ham da ja auch die Gesetze immer so angepasst, wie sie es brauchen/wollten. Das erinnert mich wirklich an diverse politische Debatten im Moment. Z.B. den Datenschutz samt Bunde ...
Die Forderung des Herrn Schaar ist mehr als berechtigt. Eine Modernisierung im Sinne der Bürger wäre dringend nötig. Aber es passiert genau das Gegenteil. Überwachung aller Orten und mit allen Mitteln. Aber wen wundert es? Wenn unsere verantwortlichen Politiker auch keinerlei Respekt vor unserer ...
Der Datenschutz funktioniert doch prima. Keiner unserer "Volksvertreter" muss gegen seinen Willen seine Nebeneinkünfte öffentlich preisgeben. :T Hehehehe genau, aber wir :p :p :p :p :p :p ...
Der Datenschutz funktioniert doch prima. Keiner unserer "Volksvertreter" muss gegen seinen Willen seine Nebeneinkünfte öffentlich preisgeben. :T ...
Das ist leider Gottes ein typisches Sympton der nach 9/11 Ära. Datenschutz ist richtig und wichtig für alle Bürger, aber... Sobald der Staat ein wie auch immer begründetes Interesse daran hat das Recht des einzelnen Bürgers auf Datenschutz zu umgehen werden auf die offiziell bestellten Datens ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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