
Man "untersuche die Ursache" des Ausfalls, teilten die Kanadier lakonisch mit. Eine Firmensprecherin ließ offen, ob und gegebenenfalls wann es eine detaillierte Erklärung zu dem Vorfall geben soll. Experten sind sich derweil einig, dass RIM die alleinige Schuld an den Zustellungsproblemen trifft. Denn nur Datendienste (darunter E-Mail und mobiler Web-Zugriff) auf den BlackBerry-Geräten waren ausgefallen; die über Mobilfunk-Carrier bereitgestellten Services wie Telefonie und SMS funktionierten weiterhin problemlos.
Das Problem muss mithin in RIMs Network Operations Centers (NOC) gelegen haben - der Stelle also, die als Vermittler zwischen Unternehmens-Mailservern und den Empfängern sitzen. Es beweist ferner, wie verletzlich das Netz der Kanadier geworden ist, insbesondere angesichts der wachsenden BlackBerry-Nutzerschaft, nicht nur in den USA und Kanada. Allein im zuletzt abgeschlossenen Quartal gewann RIM gut eine Million neuer Abonnenten hinzu. Die Firma bedient nun bereits acht Millionen BlackBerry-Nutzer allein auf dem amerikanischen Kontinent - vier Mal so viele wie vor einem Jahr! Im laufenden Vierteljahr sollen bereits wieder weitere 1,125 bis 1,15 Millionen neue "BlackBerry"-Anwender gewonnen werden.
Da drängt sich der Verdacht auf, dass das Netz nicht ausreichend mitgewachsen ist. "Mit all dem jüngsten Nutzerwachstum wäre es nicht weiter verwunderlich, wenn sie Netzprobleme bekämen", mutmaßt Dan Taylor, Managing Director der Mobile Enterprise Alliance, einer nicht gewinnorientierten Brancheninitiative für die Mobilisierung von Unternehmensanwendungen.
"Sie haben ihre Nutzerschaft in den letzten zwölf bis 16 Monaten etwa vervierfacht. Da konnte man eigentlich auf eine Panne warten. Ich bin aber sicher, dass die Leute, die das NOC fahren, auf so etwas vorbereitet waren, und dass sie daran arbeiten, das wieder zu fixen."
RIM arbeitet mit einer zentralisierten Infrastruktur, bei der jede BlackBerry-Mail über eines von zwei Haupt-NOCs geroutet wird. Das eine NOC steht in Kanada und versorgt die Westhalbkugel und Teile von Asien; das andere befindet sich in Großbritannien und ist zuständig für die EMEA-Region (Europa, Nahost und Afrika).
Große Firmen (wie z. B. IBM oder Microsoft) oder Carrier (wie T-Mobile) installieren sich einen "BlackBerry Enterprise Server", der E-Mails aus ihren Exchange- oder Domino-Mailservern über VPN an eines der beiden NOCs weiterleitet. Von dort aus werden die Nutzer mit ihren Endgeräten authentifiziert und bekommen die für sie bestimmten Nachrichten auf ihren BlackBerry "gepusht". Weil RIM die Nutzerauthentifizierung außerhalb der Firmennetze übernimmt, bleiben diese geschützt vor Hackern, die versuchen, Mailserver hinter der Firewall anzugreifen. Die IT-Abteilungen der Unternehmen müssen sich auch nicht mit mehreren Mobilfunkanbietern herumschlagen, weil RIM das mit seinen NOCs übernimmt.
Nur zwei NOCs für acht Millionen Nutzer sind auf der anderen Seite zwei zentrale mögliche Fehlerquellen. Sobald in einem oder gar beiden Rechenzentren ein Defekt auftritt, kann es zu Ausfällen wie dem in dieser Woche kommen. "Wann immer Traffic durch ein einziges Data Center fließt, gibt es die Möglichkeit eines katastrophalen Ausfalls!", kommentiert Gene Signorini, Vice President of Enterprise Research bei der Yankee Group. "Allerdings bietet RIMs Architektur für Unternehmenskunden auch jede Menge Vorteile. Das ist halt die Natur der Bestie."
Todd Kort von Gartner geht jedenfalls davon aus, dass RIM seine Probleme schnell wieder in den Griff bekommt. "RIM hat sich rasch wieder von der Zahlung der 600 Millionen Dollar im Patentvergleich mit NTP erholt", sagt der Analyst. "Sie haben rund 1,4 Milliarden Dollar in Cash zur Verfügung. Ich bin daher sicher, dass sie sich das State-of-the-Art-Equipment leisten können, dass sie brauchen, um ihr Netz solide zu halten."
News Redaktion am Freitag, 20.04.2007 12:38 Uhr
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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