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Hollywood: Kanada kriegt keine Kino-Previews mehr

Die MPAA stellte letztens fest, dass aus Europa, Russland und Asien maximal 10% der kopierten Filme stammen: 40% werden in New York gerippt, über die Hälfte in Kanada. Die Konsequenzen: Kanadische Kinos und Filmkritiker bekommen keine Vorab-Versionen anlaufender Filme mehr. Der wahre Grund dürfte sein, die kanadische Regierung unter Druck zu setzen, um ein US-kompatibleres Recht zum Schutz geistigen Eigentums zu schaffen.

Denn die Vorwürfe sind gelinde gesagt seltsam. Einmal mehr werden die Camrips als Wurzel aller Prereleases ausgemacht, man könne quasi "sicher sein, dass in der ersten Woche des Anlaufen eines Films irgendwo ein kanadisches Release auftaucht", so Darcy Antonellis, Leiter der Antipiraterieabteilung von Warner Bros. Entertainment. Über die Hälfte aller Camrips würden laut MPAA vom nördlichen Nachbarn stammen. Was die USA angeht, sind die Angaben widersprüchlich: lobt man die eigenen scharfen Gesetze, ist die Piraterie "eliminiert", stammen jedoch anderen Verlautbarungen gemäß 40% aller Camrips aus New York.

Beginnen wird der Preview-Stopp mit "Ocean's Thirteen" und dem im Juni anlaufenden "Harry Potter der Orden des Phoenix". Dass sich an der Filmreleasefront dadurch etwas ändert, kann getrost bezweifelt werden - bereits der Anteil der Camrips an den Releases dürfte zu hoch beziffert, die Kanada- und New-York-Zahlen überhöht und unrealistisch sein.

Wahrscheinlicher ist es, dass der jetzige Vorstoß im Rahmen der schon länger erhobenen Forderungen der USA nach einer schärferen Copyright-Gesetzgebung in Kanada stattfindet. Bereits vor zwei Jahren forderten die USA von ihrem Nachbarn, DRM stärker zu schützen und den Gebrauch DRM missachtender Geräte zu erschweren. Ebenso ein Dorn im Auge sind den USA die geringen Strafen, die kanadischen Filesharern drohen und die größeren Freiheiten von ISPs, auf Meldungen von Copyrightverstößen zu reagieren.

Die Stimmung in Kanada ist hingegen kritisch - spätestens seit dem Lobbyskandal um die damalige Kulturministerin Sarmite Bulte und ihrer anschließenden Abwahl dürften die Kanadier entsprechende US-Behauptungen mit einer gewissen Gelassenheit betrachten. Und die Filme dann eben als Releases von New Yorker Camrippern.

Kurze Nachbemerkung: an den Kinokassen machte Hollywood 2006 ein kräftiges Plus.

News Redaktion am Dienstag, 08.05.2007 17:13 Uhr

tagsTags: mpaa kanada hollywood copyright bulte

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13 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • amondaro am 19.05.2007 16:16:38

    Moin, irgend einer muss ja der Schuldige sein,solange es die MPAA nicht selber ist. Ich glaube das den Kandiern das voll am Arsch vorbei geht ob se jetzt nen Kino-Preview bekommen oder nicht. Das zeigt doch nur wie erbärmlich die MPAA ist und ihrer Arroganz !! mfg ...

  • G.L.R. am 18.05.2007 16:42:33

    LOL @CINEMANIAC back2topic: dass viele Releases aus dem nördlichen Nachbarn der USA stammen stimmt zwar, die Rechnung ist dennoch komisch..:dozey: Jedenfall wird diese Aktion 0 Wirkung auf die Verfügbarkeit von Sourcen haben !:T ...

  • Cinemaniac am 18.05.2007 02:36:39

    :) seh ich ganz genau so. noch ne frage hinterher hat kanada eigentlich atombomben? Nein, nur ganz viele rote Männchen, die die Grenze bewachen :D http://www.international.gc.ca/protocol/site/images/dip_forum/2004/RCMP-CH-00298.jpg ...

  • Verbogener am 09.05.2007 18:40:33

    Eine interessante Rechnung 50% Kanada 40% New York 10% Europa, Asien und Russland. Somit ergibt sich das in der restlichen USA keine illegalen Kopien angefertigt werden :D Cu Verbogener ...

  • VEB am 09.05.2007 18:18:46

    Dieser blindwütige Aktionismus einiger grosser Studios macht mir zwar einerseits Angst, aber andererseits treiben die Jungs ihre Kunden direkt in die Arme der nächsten Filmemachergeneration. Nämlich der, die das Netz als dicken Kumpel betrachtet und nicht als Krebsgeschwür - und ihr Zeug z.B. un ...

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