
Jeder wahlberechtigte Bürger hat mehrere Repräsentanten in der Politik, von denen er viel zu selten Gebrauch macht. Dabei ist es das gute Recht des Wählers, seine Interessen gegenüber seinen Abgeordneten darzulegen - Lobbyarbeit eben. Wie es geht, zeigt der Hamburger Softwareentwickler Hanno Zulla in seinem "Lobbyismus für Nerds" betitelten Beitrag.
Zulla führt vor, wie man zunächst den entsprechenden Ansprechpartner in der Politik findet, aber vor allem, wie die weitere Kommunikation vonstatten gehen sollte. Bei der schriftlichen Kontaktaufnahme sei es wichtig, seinen Standpunkt knapp, aber fundiert zu formulieren. Man müsse sich bei seinem Gegenüber "interessant machen", etwa durch relevante Referenzen, und vor allem: das persönliche Gespräch suchen. Schriftliche Anfragen erhalten Politiker mehr als genug, umso wirksamer sei es, den eigenen Standpunkt persönlich vortragen zu können. Beim Vorsprechtermin gehe es vor allem darum, die eigene Agenda anschaulich und für einen Außenstehenden einleuchtend zu präsentieren. "Denke bei Deinem Besuch daran: Du bist ein Fachidiot.", so Zulla. "Dein Gesprächspartner ist kein Laie, aber er hat Dein Hintergrundwissen nicht. Er sieht das Thema aus einem völlig anderen Standpunkt heraus als Du." Die persönliche Vorsprache solle man auch für weiterführende Aktivitäten nutzen: "Politik ist Netzwerken." So könne man sich weitere Gesprächspartner vermitteln lassen, aber auch sich beim Gegenüber als zukünftigen Ansprechpartner zu dem jeweiligen Thema empfehlen - um dauerhaft Einfluß ausüben zu können.
Zullas Hoffnung, daß "auch andere Nerds sich aufraffen, dies zu tun", kann man sich nur anschließen. Angesichts der gegenwärtigen Besessenheit der Politik mit für die digitale Community relevanten Themen bei gleichzeitiger Uninformiertheit der politischen Akteure hat sich bei vielen Datenaktivisten einiges an berechtigter Wut angestaut, aber auch viel Potential für konstruktive Kritik. Davon zeugen Foren, Blogs, Portale... Aber der Durchschnittspolitiker liest keine Foren, und Petitionen und Protestmails nimmt er nur am Rande wahr. Da hilft es dem Bürger letzendlich vielleicht nur, die ihm zustehenden Möglichkeiten direkter Kontaktaufnahme mit seinen Repräsentanten zu ergreifen, und dafür bietet Zullas Beitrag eine detaillierte und zum Handeln motivierende Grundlage. Nicht meckern, nicht tatenlos zusehen - aktiv werden!
News Redaktion am Donnerstag, 10.05.2007 04:22 Uhr
word Eben! genau das impliziert ja "hack politics"! (imo) ...
Nicht meckern, nicht tatenlos zusehen - aktiv werden word! ...
Ich find den einen Comment zum Blog so herrlich: "hack politics" :D Der hätte sich glatt nen Platz inner Sig verdient ^^ ...
ein newsbeitrag um diese zeit ^^, das gabs wohl noch nie :D! musicjunkie Das nenn ich n Newsschreiber :T ...
ein newsbeitrag um diese zeit ^^, das gabs wohl noch nie :D! musicjunkie ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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