
Insgesamt 21 Personen wurden im Anschluss an die G8-Razzien beschuldigt. Bei Hausdurchsuchungen wurden zahlreiche Rechner und Dokumente beschlagnahmt. In einem Fall konnten die Ermittler offenbar die Google-Suchhistory auf dem Rechner nachvollziehen und stießen auf die besagte Suche nach "Dussmann". Auf Grund dieses "Indizes" wurde dem Beschuldigten die Tatbeteiligung an einem Monate zurückliegenden Anschlag auf das Berliner Bücherkaufhaus Dussmann vorgeworfen.
Abgesehen davon, dass das Googlen nach einer ortsansässigen Buchhandlung wohl eine der gewöhnlichsten Suchanfragen überhaupt darstellt, zeigt der Fall auf, wie weit Ermittler gewillt sind, sich aus dem Fenster zu lehnen, wird gegen eine unliebsame Personengruppe ermittelt. Die Absurdität der Indizienführung ist kaum zu übertreffen - und es scheint schwer vorstellbar, dass beispielsweise das Vorhandensein eines Tools wie TrackMeNot in irgend einer Weise das repressive Vorgehen der Ermittler verändert hatte. TrackMeNot sendet automatisiert beliebige Suchanfragen an Google, um eine zufällige und vor allem nicht beweissichere Searchhistory zu erzeugen. Nachdem AOL versehentlich ein riesiges Logfile mit Suchanfragen veröffentlichte und personenbezogene Daten extrahiert werden konnten, gab es eine hitzige Diskussion um Datenschutz bei Suchmaschinen. Bereits damals wurde Trackmenot eher skeptisch betrachtet.
Aber auch in andere Richtungen lässt das Vorgefallene tief blicken. Wenn nach einer Razzia derart nichtssagende Indizien als Beweismittel herhalten müssen, dann fällt es schwer, Vertrauen in den "verantwortungsvollen" Umgang der Ermittler mit den geforderten, erweiterten Möglichkeiten zum Ausspähen Verdächtiger zu haben.
"Wir müssen wegkommen von dieser Misstrauensdebatte, gegen den Staat, gegen die Polizei", wird der umstrittene BKA-Chef Ziercke bei Schieflage zitiert, der im gleichen Interview Statements abgibt, die nur mit viel gutem Willen nicht sofort als vollkommener, widersprüchlicher Unsinn abgetan werden können.
"Wir haben taktische und technische Möglichkeiten, die wir sehr individuell, auf den Einzelfall bezogen, einsetzen können. Es geht also nicht um eine flächendeckende Schleppnetzfahndung im Internet, sondern um Informationen, die für ein konkretes Strafverfahren zur Gefahrenabwehr notwendig sind",
verteidigt Ziercke einmal mehr seinen umstrittenen Bundestrojaner, während in der Praxis die Erfahrung gemacht wurde, dass aufgrund unsinnigster "Beweisführungen" eben einmal der Vorwurf des Brandanschags an Opfer einer Polizeirazzia gerichtet wird.
Fazit: die Misstrauensdebatte "gegen den Staat, gegen die Polizei" wird weitergehen. Es gibt genug Gründe, und ständig liefern die Zierckes Deutschlands und der EU neue.
News Redaktion am Montag, 21.05.2007 11:28 Uhr
Wenn Du es nicht verstehst, es geht um die Suchvorschläge in der Google Suchleiste im Mozilla Firefox, der Suchbegriff dussmann ist bei den Google Suchvorschlägen bereits als default vorhanden. Das zeigt doch mit welcher Hysterie und Unkenntnis die Ermittlungsbehörden vorgehen. Zitat BKA Ziercke ...
Ich schreibe hier aber über Firefox und nicht über die Google-Toolbar, selbst bei einer erstmaligen Installation von Firefox ist der Suchbegriff Dussmann vorhanden. ???????? ...
Dieser Effekt ist nicht Firefox-spezifisch. Es ist ein Feature von Google bzw der Google-Toolbar-Funktionalität. Ich schreibe hier aber über Firefox und nicht über die Google-Toolbar, selbst bei einer erstmaligen Installation von Firefox ist der Suchbegriff Dussmann vorha ...
Dieser Effekt ist nicht Firefox-spezifisch. Es ist ein Feature von Google bzw der Google-Toolbar-Funktionalität. Neu! Erweitertes Suchfeld Während Sie eine Suchanfrage in das Suchfeld der neuen Toolbar eingeben, wird eine Liste hilfreicher Vorschläge angezeigt, die sich aus häufig durchg ...
Wenn man bei Firefox in der Google Suche den Begriff Duss eingibt ist bei jedem Firefox Dussmann als Suchbegriff bereits als default vorgegeben, selbst nach Löschen der Privaten Daten taucht dieser Suchbegriff wieder auf. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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