Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

IFPI: 25.000 Filesharerklagen 2007 in Deutschland

Zwischen mehreren hundert und bis zu 20.000 Euro schwer waren die Vergleiche, die der Verband der Phonoindustrie Deutschlands IFPI mit insgesamt 25.000 Filesharern alleine 2007 abgeschlossen haben will. Die angekündigten 1000 Klagen gegen Filesharer pro Monat hat die IFPI 2007 demnach bereits nach einem knappen halben Jahr weit übertroffen.

90 Ermittler seien inzwischen für die IFPI in den Tauschbörsen aktiv und ermitteln die IPs von Filesharern mit unlizensierter Musik im Shared-Ordner. Das Vorgehen der IFPI ist in der Regel gerichtsfest: unter Aufsicht werden mehrere komplette Tracks von einem verdächtigen User heruntergeladen, der Vorgang wird beglaubigt, anschließend stellt die IFPI Anzeige und geht gegen die damit ermittelbaren User vor.

Stefan Michalk von der IFPI konstatierte maßgebliche Erfolge im Kampf gegen unlizensierte Musikkopien. Von 600 Millionen kopierter Tracks 2003 sei die Zahl 2006 auf deren 374 Millionen gefallen - ein Ergebnis des restriktiven Vorgehens der IFPI.

Wenngleich man den Zahlen als solchen kaum Glauben schenken kann, was die IFPI sicher auch weiß. Der Anteil des P2P-Traffics im Netz ist seit 2003 nicht abgefallen, im Gegenteil - 2005 wurden Rekordquoten gemeldet. Und auch der Focus auf P2P hat mit den Tauschrealitäten nichts mehr zu tun - längst sind weitere Verbreitungswege im Netz etabliert, und auch offline sind die Möglichkeiten massiv erweitert, will man Kopien verbreiten. In den Zeiten von GB-großen USB-Sticks und der externen Platten mit kompletten Musikbibliotheken liefert die reine Analyse von P2P-Traffic keine aussagekräftigen Daten mehr.

Schlimmer noch: in ihrer Verlautbarung gab die IFPI an, dass der größte Teil der verfolgten Tauschbörsennutzer Jugendliche seien - die außergerichtlichen Vergleiche wurden häufig mit den Eltern geschlossen. Damit gibt die IFPI offiziell zu, in erster Linie eine wenig kaufkräftige Kundenschicht zu verfolgen, die dazu neigt, das Geld, welches ihr zur Verfügung steht, in erster Linie für Medien und Unterhaltung auszugeben - selbst wenn das Tauschverhalten bekämpft werden würde, mit Mehreinnahmen braucht deswegen kein Verband, kein Label und kein Künstler zu rechnen.

Einmal erwischte Täter würden laut Michalk "nicht rückfällig". Zutreffender dürfte die Vermutung sein, dass sie zügig die Tauschkanäle wechseln.

News Redaktion am Mittwoch, 13.06.2007 12:44 Uhr

tagsTags: filesharing klage musikindustrie jugendliche ifpi deutschland vergleich

Bookmark and Share
 
Weitere interessante News
65 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • cyberaquarius am 21.06.2007 11:02:52

    Wollte mal fragen ob ein Torrent client weniger riskant ist (tracker via tor) wie Emule oder ob sich das nix nimt. ...

  • Hadron am 19.06.2007 10:09:41

    Wenn die Staatsanwaltschaft bei einem "1 Klick Host" die Daten anfordert müssen sie diese auch rausgeben, sofern sie welche haben. Wobei das "Schöne" bei den 1-Klick-Hosts ja ist, dass diese nicht unbedingt auf deutschen Boden stehen müssen. So befindet sich z.B. megaup ...

  • Alter Hasse am 19.06.2007 09:16:07

    Provider MÜSSEN die Daten weitergeben ... wenn mister staatsanwalt xy nach meinen daten fragen würde, dann hätte könnte mein provider sich nicht die frechheit erlauben und auch noch geld dafür verlangen. das fällt ja schon unter bestechung :rolleyes: Wenn die Staatsanwalt ...

  • Hadron am 18.06.2007 23:05:26

    ja hadron, das ist doch sehr gut. 250€ pro IP, da überlegt sich der Staatsanwalt ob er nachfragt oder von vorne herein kleine Fische wegen geringer Schuld fallen lässt. Oder kann er das nicht? Es geht in dem Artikel ja um den zivilrechtlichen Auskunftsanspruch ohne vorheri ...

  • Chummer am 18.06.2007 22:17:44

    ja hadron, das ist doch sehr gut. 250€ pro IP, da überlegt sich der Staatsanwalt ob er nachfragt oder von vorne herein kleine Fische wegen geringer Schuld fallen lässt. Oder kann er das nicht? ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
News [Kurioses]

Apple filterte den Begriff "Jailbreak" im iTunes Store

Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr

befreit: ipad 3 & iphone 4s

Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookgulli:news im AppStoreSeitenanfang