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ATT: Provider will Urheberrechtsverstöße seiner Kunden bekämpfen

Da man selber Pay-TV-Dienste verkaufe, habe man bemerkt, dass die eigenen Interessen mit denen Hollywoods weitgehend übereinstimmen: erfreulich ehrlich gibt der US-Provider zu, seinen angekündigten schärferen Kurs gegen Urheberrechtsverstöße seiner Kunden aus reinem Eigennutz zu betreiben. Im Netz des größten US-Provider sollen entsprechende Verstöße in Zukunft unterbunden werden. Kritiker gehen davon aus, dass das Vorhaben erfolglos sein wird und allenfalls zu unzufriedenen Kunden führt.

Illegal verbreitete Daten will der ISP-Riese in Zukunft filtern. Wie das technisch funktionieren soll, ist unklar - in Zeiten von BitTorrent-Headerencryption, lizenzierten Inhalten auf Videoplattformen und verteilten, verschlüsselten rar-Files wird mit wenig Eindämmung unlizensierter Kopien, jedoch zahlreichen unbegründeten Filterungen zu rechnen sein: die Kopierer waren seit jeher gut darin, technische Restriktionen zu unterbinden.

Abgesehen von den datenschutzrechtlichen Problemen - es geht den Provider in der Regel nichts an, was seine Kunden kommunizieren - können auch weitere rechtliche und juristische Folgen zu befürchten sein. Die technische Ineffizienz von Filtern oder Schutzmaßnahmen hat bisher noch nie verhindert, dass das Recht nachzog, Beispiel DRM. Obgleich Kopierschutztechnik - vor allem im Audiobereich - ein schlechter Witz ist, der den Namen "Schutz" nicht verdient, wurden sowohl in Europa wie auch den USA Gesetze geschaffen, die seine Umgehung kriminalisieren. Wenn ein Gigant am Providermarkt nun verkündet, er sei in der Lage, Urheberrechtsverstöße seiner User automatisch zu erkennen, zu filtern und zu sanktionieren, könnte das erheblichen Druck für andere Provider bedeuten, die - berechtigterweise - angeben, eine solche Technik existiere nicht und sei auch unmöglich zu implementieren.

Damit bleibt zu hoffen, dass die Entscheider bei AT&T genau wissen, dass sie unmögliches versprechen, aber eben gute Miene zum Spiel machen, um Pluspunkte bei der Contentindustrie zu sammeln. Möglicherweise liegen so bessere Lizensierungskonditionen drin. Einmal mehr wird dem Vorbild der Musikindustrie gefolgt: wirkungslose technische Kastrationen werden implementiert, die Contentindustrie ist glücklich, den technisch versierten Kunden ists egal und die weniger kompetenten User sind verärgert. Eine Strategie, die nicht unmittelbar einleuchtet, aber immerhin wird sie seit Jahren verfolgt. Warum also nicht auch von AT&T?

News Redaktion am Donnerstag, 14.06.2007 12:15 Uhr

tagsTags: provider isp copyright filter usa at&t urheberrecht

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13 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Atheist-666 am 15.06.2007 13:43:54

    Dann nimmt man halt andere Ports :D ...

  • am 15.06.2007 13:41:46

    Der Provider muss nur die typischen Sharing Ports schliessen bzw. drosseln. Alles selber erlebt. Ist fies wenn der Download nur noch tröpfelt. ...

  • Hadron am 15.06.2007 09:46:08

    "Provider würden insbesondere im Rahmen der so genannten Störerhaftung in die Verantwortung gezogen und mit Beseitigungs- und Unterlassungsansprüchen konfrontiert. Sollte diese nicht greifen, käme verstärkt die "Gehilfenhaftung" zum Tragen."(bezieht sich auf deutsche Ve ...

  • ThEfLy am 14.06.2007 19:08:51

    Ich gehe mal davon aus, dass dieser Provider demnächst sehr viele PROBLEME WENIGER haben wird... Immerhin haftet er als Mitstörer Nee, Gravie, sorry. Das ist Realitätsverweigerung par excellence:p Der Kundenschwund wird die rechtliche Absicherung, deutlich überkompe ...

  • da n00b am 14.06.2007 18:39:40

    Illegal verbreitete Daten will der ISP-Riese in Zukunft filtern. Administrator von Gulli will der User "da n00b" in Zukunft werden. Träum weiter, AT&T! ...

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