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FBI plant Antiterror-Datenbank mit 6 Milliarden Datensätzen

12 Millionen Dollar sollen ab 1. Oktober in die Hand genommen werden, damit die "Foreign Terrorist Tracking Task Force" des FBI ein "National Security Branch Analysis Center" aufbauen kann. Für Datamining und Schläfer-Früherkennung soll eine Datenbank eingerichtet werden, die bis 2012 6 Milliarden Datensätze beinhalten soll. Kritiker aus dem US-Kongress weisen auf Datenschutzprobleme, falsche Verdächtigungen und die Schwierigkeiten im Handling solcher Datenmengen hin.

Die geplante Datenbank entspräche einer Sammlung von 20 Datensätzen für jeden einzelnen Bürger der USA, vom Kleinkind bis zum Greis, so die Kongressmitglieder Brad Miller und James Sensenbrenner. Mit der Datenbank soll der Einsatz von Datamining-Tools optimiert werden, mittels derer Beziehungen zwischen Personen und Ereignissen hergestellt werden können. Auf diese Weise will man "Schläferzellen" leichter und früher erkennen.

Böse Zungen würden sagen, dass in den USA selbst keine einzige "Schläferzelle" bisher erwacht und aktiv geworden ist, darüber hinaus, dass in den Ländern mit akuter Terrorgefahr selbst während offenen Kampfhandlungen die Identifizierung von Feinden offenbar immer noch ein größeres Problem darstellt. Während im einen Land keine Schläfer existieren und in anderen feindliche Kämpfer alles andere tun als schlafen, erscheint die Maßnahme einmal mehr leicht fragwürdig.

Hinzu kommt, dass das FBI sich beim Datenhandling in der Vergangenheit tatsächlich nicht mit Ruhm bekleckert hat. Über tausend Mal sei bei Abhör- und Überwachungsmaßnahmen des FBI in den vergangenen Jahren gegen Richtlinien oder Gesetze verstoßen worden, berichtet beispielsweise die Washington Post. Besonders blamabel war ein Audit des Government Accountability Office vom letzten Monat, in dem dem FBI massive Sicherheitslücken vorgehalten wurden, die den Betrieb ihres Netzwerks gefährden. Einige Kernpunkte der Sicherheitsanalyse:

 - Netzwerk und Dienste wurden nicht ausreichend gegen den unerlaubten Zugriff von Insidern geschützt
 - Die Identifikations- und Authentifizierungsmethoden seien unzulänglich
 - Starke Kryptographie wird nicht im notwendigen Umfang verwendet
 - Logging und Monitoring bei Sicherheitsmaßnahmen findet nicht ausreichend statt
 - Die physische Absicherung des Netzwerks ist unzureichend
 - Patches und Updates auf Servern und Arbeitsplatzrechnern werden nicht zeitnah eingespielt

Man muss dabei bedenken, dass eine staatliche Institution dieses Audit erstellte.

Auch seitens der beiden Kongressabgeordneten ist das Vertrauen in die technischen Fähigkeiten des FBI nicht sonderlich hoch. Angeführt werden die 170 Millionen Dollar, die das FBI 2005 zur Verbesserung eines Datenbanksystems verbrannte, ohne tatsächliche Verbesserungen zu erzielen, der Hack gesicherter Systeme und dem anschließenden Erbeuten von 30.000 Passwörtern von FBI-Mitarbeitern (einschließlich jenes von FBI-Direktor Robert Mueller) durch einen Securityberater 2006 und den Missbrauch von Datenanforderungen ohne entsprechende Berechtigung durch FBI-Mitarbeiter.

News Redaktion am Donnerstag, 14.06.2007 15:09 Uhr

tagsTags: fbi datenbank terror data mining schläfer security

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10 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Dieselhorst am 15.06.2007 17:26:13

    da brauchen sie eh nur facebook und seine ausländischen abkupferungen "minen" .. dann haben sie ne schöne db an beziehungen.. (hoffentlich bring ich die jetzt nicht auf eine idee :-p ) ...

  • nils am 15.06.2007 16:38:47

    karnevallsverein. braucht man keine angst vor zu haben ;) ...

  • Korrupt am 15.06.2007 14:32:35

    Kurze Ergaenzung, damits noch anschaulicher wird. Ich glaube nicht, dass es 300 Millionen Personen in der DB geben wird. Es geht ja auch um die Erfassung von Orten, Ereignissen und Personen. Genau das macht ja ein Profiling möglich. Um den Unterschied zuwischen Datensätzen und erfassten Personen ...

  • am 15.06.2007 13:35:46

    :D Und schon ist passiert, was nicht passieren sollte. Jemand verwechselt 6 Milliarden Datensätze mit 6 Milliarden Menschen. Es wird jedoch nicht 1 Datensatz (Vorname zum Beispiel) pro Person gebraucht, sondern 20! Das macht bei ~300 mio Amerikanern 20 Pro Person = 6 Mrd Datensätze. ...

  • ruler³ am 15.06.2007 11:24:15

    Eine Terror-Datenbank kann, meiner Meinung nach, nur die Daten aller Terroristen enthalten. Nicht mehr und nicht weniger. Ich bezweifle doch stark, dass es 6 Milliarden Terroristen gibt. :eek: :D Und schon ist passiert, was nicht passieren sollte. Jemand verwechselt 6 Milli ...

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