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Harte Zeiten für Raubkopierer: Libanon übt Normalität

Wenn über den Nahen Osten gesprochen wird, geht das meist nicht ohne die Erwähnung von Toten oder Verletzten. Doch es gibt auch in dieser Weltgegend sowas wie Normalität, und das ist nicht ganz unerfreulich. Aus dem Libanon berichtet etwa die Tageszeitung Daily Star in ihrer heutigen Ausgabe über den größten Schlag gegen professionelle Urheberrechtsverletzer in der Geschichte des Landes.

Die offiziellen Zahlen lassen sich sehen: geschätzte 100.000 Datenträger mit illegalen Kopien von Software, aber auch Musik und Filmen wurden am Donnerstag von kleineren Bulldozern und Dampfwalzen unter den erfreuten Augen von Vertretern der Rechteinhaber und Sicherheitskräften öffentlichkeitswirksam zerstört. Der Marktwert der zerstörten illegalen Kopien wird auf 3 Millionen Dollar geschätzt.

Bei den vorangegangenen Razzien im Libanon, der bisher zu jenen Staaten zählte, in denen Urheberrechte überdurchschnittlich wenig geschützt werden, hatten die Behörden fünf Dutzend Verdächtige festgenommen, die an Herstellung und Vertrieb der unrechtmäßigen Kopien beteiligt sein sollen. "Wir bekämpfen diese Piraterie, um den Namen des Libanon in internationalen Kreisen sauber zu halten", zitiert die Zeitung einen Polizisten.

Weiterhin seien 80 Maschinen beschlagnahmt worden, die zur Herstellung der Kopien genutzt wurden. An sich ist diese Technik im Libanon nicht illegal. "Computer, mit denen CDs und DVDs kopiert werden, sind wie Küchenmesser", erklärte der Beamte aus der Abteilung für Computer- und Wirtschaftskriminalität weiter. "Man kann sie benutzen, um Brot damit zu schneiden oder mit ihnen Verbrechen begehen."

Der Libanon, in dem nach BSA-Angaben beinahe 3 von 4 eingesetzten Programmen illegalen Ursprungs sind, war in der Vergangenheit immer wieder von den einschlägigen Verbänden, darunter auch die für Filme zuständige Motion Picture Association und die IFPI, kritisiert worden; die weite Verbreitung illegaler Kopien ist zudem ein Hindernis für den Beitritt des Landes zur Welthandelsorganisation WTO, 2006 ist laut BSA ein Schaden von 37 Millionen Dollar entstanden.

"Libanons Ruf als Geburtsstätte von Erfindern und Schöpfern wird gefährdet durch Individuen und Unternehmen, die auf schnellen Gewinn aus sind. Die libanesischen Behörden werden die ausufernde Piraterie nicht mehr dulden", kündigte der namenlose Beamte an. Die entsprechenden Bemühungen des Libanon waren im vergangenen Sommer durch den Krieg Israels gegen die von libanesischem Territorium aus operierende klerikalnazistische Hisbollah verzögert worden.

News Redaktion am Montag, 09.07.2007 12:04 Uhr

tagsTags: raubkopie razzia ifpi libanon bsa

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9 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 11.07.2007 14:15:23

    Soviel Mist hab ich selten gelesen sry.Der Vergleich war nicht dazu da um zu beschreiben ob man mit ein PC oder was auch immer genauso schlimme Verbrechen wie mit einen Messer begehen könnte. Die Kernaussage besteht darin das man legale sachen benutzen kann um damit Verbrechen zu bege ...

  • nestie am 11.07.2007 08:44:06

    Sehr interessant!:confused: Er meint damit wahrscheinlich, dass man mit dem Messer auch virtuellen Schaden anrichten kann, anders würds ja keinen sinn machen;) kann man mit messern kinderpornos vertreiben? kann man mit messern datenträger bespielen? ich hab leider nicht so einen ...

  • am 09.07.2007 22:12:25

    "Computer, mit denen CDs und DVDs kopiert werden, sind wie Küchenmesser", erklärte der Beamte aus der Abteilung für Computer- und Wirtschaftskriminalität weiter. "Man kann sie benutzen, um Brot damit zu schneiden oder mit ihnen Verbrechen begehen." Sehr interessant!:co ...

  • Streber am 09.07.2007 19:19:59

    naja kann man ihnen nicht verübeln, ist doch schön wenn man von den krisenregionen auch mal was schönes hört. libanon ist eines der wenigen arabischen länder (nicht das einzige) in denen die menschen relativ viel freiheit haben und das offen ist. das heißt, es ist westen und sucht auch eher an ...

  • dack001 am 09.07.2007 19:02:22

    Die Menschen im Libanon haben ja auch sonst keine Probleme. Mann muss es den Bürgern dort gut gehen, wenn die Regierung kurz nach nem Krieg schon wieder an so ne Scheisse denken kann. Dafür gibts erstmal 3 Daumen nach oben, bravo bravissimo! :T :T :T ...

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