
Adware, nur noch schlimmer - das sind die Möglichkeiten, die sich mit der von MS patentierten Technik auftun. Eingeblendete Werbung beschränkt sich nicht auf die hinlänglich bekannten Browserpopups, geänderten Favoriten und Startseiten, wie man sie von gängiger Malware kennt. Ebenso kann sie in Applikationen eingeblendet werden - neben Toolbars wird in der Textverarbeitung noch eine Adbar eingeblendet, die Videosoftware spielt gelegentlich ein Werbevideo und so weiter.
Der Patentantrag sieht wenig Kontrolle durch den User vor, um so mehr durch Betriebssystem und Applikationen - jedes Programm kann festlegen, in welchem Umfang und wofür Werbung eingeblendet wird. So könnte beispielsweise unterbunden werden, dass ausgerechnet in MS-Word Werbung für Googles Writely geschaltet wird.
Die "Mutter aller Adware", wie Ars Technica schreibt, dürfte jedoch nicht darauf ausgerichtet sein, ungeliebte Ad- und Spywarehersteller mit Patentklagen zu überziehen. Dass ein solches Werbemonster "niemals tatsächlich gebaut" werde, wie das Magazin zynisch schreibt, ist hingegen unwahrscheinlich - dafür passt das Patent zu gut zu Überlegungen aus Redmond, Betriebssysteme und Programmpakete möglicherweise in werbesubventionierten Versionen anzubieten.
Denn die Konkurrenz schläft nicht und über den reinen Kaufpreis (bzw. dass dieser bei Null liegt) punktet nicht nur die Open Source-Konkurrenz, mit Googles netz- und browserbasierten Officeplänen begibt sich gerade ein weiteres Schwergewicht auf Microsofts angestammtes Terrain. Hier mit niedrigpreisigen, werbefinanzierten Produkten zu kontern, ist möglicherweise keine schlechte Strategie. Insbesondere wenn man bedenkt, dass sich die Produkte Googles bei näherer Betrachtung nicht unbedingt von den MS-Plänen unterscheiden. Außer, dass die Adware nicht auf dem eigenen Rechner gehostet wird. Aber das werden die Inhalte von Google Mail und anderer Online-Dienste des Konzerns ja auch nicht.
News Redaktion am Donnerstag, 19.07.2007 16:37 Uhr
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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