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Registry-Einträge gelöscht? Copyrightverstoß, zahlen bitte!

Das "Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen" war schon immer ein heiß diskutiertes Feld - eine gedrückte Shift-Taste oder eine dünne Filzstiftlinie auf der CD reichten bisweilen aus, um den Unmut der Hersteller entsprechend sinnloser "Kopierschutz"-Technik sauer aufzustoßen. Weil die Software von Coupons.com durch das simple Löschen ihrer Einträge in der Windows-Registry gehirngewaschen und zum erneuten Drucken von Bonusgutscheinen verwendet werden kann, wird nun ein Kalifornier verklagt.

Das Problem ist einfach: Gutscheincodes von Werbepartnern können mit der Software von Coupons.com in begrenztem Maß erstellt und ausgedruckt werden. Löscht man die Registry-Einträge der Software, vergisst sie jedoch, wieviele Coupons sie bereits ausgedruckt hat. Eine völlig missglückte Technik, demnach - aber der Kalifornier soll nun dafür geradestehen.

Mehr noch: Coupons.com fordert nicht weniger als Strafe für das Löschen von Daten auf dem eigenen Rechner. Wenn das Löschen von Keys aus der Registrydatei des eigenen Rechners auf einmal strafbewehrtes Umgehen eines Kopierschutzes sein soll, wie weiter? Ist dann die komplette Neuinstallation eines Systems, auf dem jemals die coupons.com-Soft installiert wurde, auch ein strafbarer Versuch, die Gutscheinvergabe des Werbeprogramms zu knacken?

Das Problem ist jedoch tatsächlich, dass der viel geschmähte Digital Millennium Copyright Act durchaus auch so triviale "Umgehungen" von "Sicherheitstechnik" abdeckt. Experten sind sich unsicher, wie das Verfahren ausgehen könnte. Coupons.com sieht die Vorgehensweise des Users als gleich bedeutend wie DVD-Jons DeCSS an, mit dem der DVD-Kopierschutz vor Jahren ausgehebelt wurde.

Während DeCSS tatsächlich eine (schlechte) Verschlüsselung knackte, wurde im gegebenen Fall nur Registryeinträge gelöscht oder verändert. Kaum vergleichbar? Coupons.com gemäß durchaus, die über unbestimmte Schadenersatzforderungen hinaus auch die Daten der User fordern, die eine Software des Kaliforniers geladen haben, welche die Registry-Edits automatisch vornimmt.

Gipfel der Ironie: das Motiv des "Kopierschutz-Knackers" war, Coupons.com seine Fähigkeiten zu zeigen und möglicherweise einen Job bei dem Unternehmen zu bekommen. Nun wird er stattdessen zum Präzedenzfall in der Frage, ob man Dateien auf dem eigenen Rechner nach Belieben löschen darf oder nicht.

News Redaktion am Dienstag, 21.08.2007 15:29 Uhr

tagsTags: dmca copyright registry gutschein gutscheincode rabatt coupon

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25 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 22.08.2007 19:11:45

    Dummkopf verklagt Schlauberger, weil Dummkopf zu doof ist und der Schlauberger das schnell erkannt hat. Nach langer Zeit hat der Dummkopf sein Versagen endeckt, doch eingestehen will er es sich nicht, besser mal alle schlauen Leute verklagen. Ist ja logisch, der Dummkopf ist auch dafür zu blöd sol ...

  • da2kirby am 22.08.2007 16:44:15

    Na und. Wehrt sich doch sowieso niemand :T ...

  • K_Juan am 22.08.2007 14:06:51

    Mich würde es nicht wundern, wenn die Firma den Prozess jetzt verliert und daraufhin Microsoft verklagt. Ich meine wieviele Firmen sonst kommen darauf eine Registry in ihr Betriebssystem einzubauen; da war die Firma doch genötigt diesen Kopierschutz zu erstellen. Also ich würd mich dieser Klage ...

  • ghostuser am 22.08.2007 10:28:03

    Man kann sich hier ja darüber belustigen was die Firma da versucht abzuziehen.... aber es ist schlimm genug das es da überhaupt zur Anklage kommt, man kann nur hoffen das der Richter den Durchblick hat und gegen solche Firmen mal ein Machtwort spricht!!! Gruß ghostuser ...

  • DasFragezeichen am 22.08.2007 10:19:13

    O Gott, gleich morgen früh gehe ich zur Polizei und stell mich. Vielleicht sollten wir es der Musikindustrie gleich tun und die Strafverfolgungsbeörden mit sinnlosen (Selbst) anzeigen zumüllen. :D Ich sehe die Szene richtig vor mir: "Ich will mich selbst anzeigen". "Wies ...

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