
2006 konstatierte das Institute for Policy Innovation bereits 20,5 Milliarden entgangene Einnahmen durch Filmpiraterie in den USA. Fünfeinhalb Milliarden Dollar weniger Löhne und Gehälter wurden ausgezahlt, 141.030 Stellen gehen verloren. Dieses Jahr widmete sich die Studie den Schäden durch Musikpiraterie und wartet wie gewohnt mit erstaunlich präzisen Zahlen auf.
12.5 Milliarden Dollar gehen der US-Ökonomie durch Musikpiraterie verloren. 71.060 Jobs können daher nicht geschaffen werden, 2.7 Milliarden weniger Löhne und Gehälter werden ausbezahlt. Der Staat verliert darüber hinaus "mindestens" 422 Millionen Dollar an Steuereinnahmen.
Mit so exakten Daten läßt sich natürlich trefflich gegen die bösen Mordkopierer argumentieren - mit ein wenig mathematischer Fantasie kann sich jeder Kopierer ausrechnen, wieviel Arbeitsplätze auf seiner Festplatte zerstört wurden. Oder im CD-Regal, wo gebrannte und Bootleg-CDs direkt in Steuerausfälle umgerechnet werden können. Dazu muss man jedoch einen Blick auf die Methodologie der IPI-Studie werfen.
Dort stößt man auf erstaunliche Grundannahmen. Bei Musikdownloads wurde eine "Substitutionsrate" von 20% angenommen: wer fünf Alben weniger herunterlädt, kauft stattdessen eine CD. Klar - ein Teenie, der keinen Backkatalog mit 10 Alben zieht, hat auf einmal dreißig Euro mehr in der Tasche, mit denen er sich zwei CDs kaufen geht. Noch schräger die Berechnungen der "physikalischen" Piraterie. Hier werden Substitutionsraten "zwischen 40 und 70 Prozent" angenommen, was bedeutet, dass über die Hälfte der unlizenziert gekauften CDs ohne den Schwarzmarkt im Laden gekauft worden wäre.
Aus der vagen Spanne der "Substitutionsrate" definiert die Studie eine gewichtete Substitutionsrate von 65,7% heraus. Eine mp3-CD einer Band, für einen Euro beim Straßenhändler gekauft und mit sechs enthaltenen Alben mutiert so zu vier nicht gekauften CDs zum Ladenpreis.
So lassen sich natürlich beliebige "entgangene Einkünfte" generieren. Und es ist schon von rührender Naivität, wie in der Studie davon ausgegangen wird, dass die erste Aktion eines Konzerns bei steigenden Einnahmen darin besteht, Leute einzustellen, damit er die Gewinne schnellstmöglich wieder in Lohnauszahlungen transformieren kann.
Nichts neues also von der Statistikfront - außer, dass immer noch wild Schadenssummen errechnet und Arbeitslosenzahlen durch Piraterie ermittelt werden, die sich bei näherer Betrachtung als weitgehend inhaltsleer entpuppen. Immerhin, die Studienmacher sind in Lohn und Brot. Fazit: Piraterie schafft Arbeitsplätze - beispielsweise beim IPI.
News Redaktion am Donnerstag, 23.08.2007 13:48 Uhr
einfach nur lächerlich irgendwann is dann mal die ganze welt arbeitslos oder was? die kalkulieren doch auch gewinn mit ein so ists ja nich ...is doch alles nur propaganda! ...
DRM-freie Medien und ein kleines Entgegenkommen wären mal nicht schlecht. BTW: Alleine durch den Shutdown-Day müssen doch hunderttausende von $ wieder in die Kassen der Konzerne fliessen, oder nicht? :o ...
Eins ist sicher: Raubkopierer sind schuld an der globalen Erwärmung. Die Rechner müssen ja 24/7 für P2P, Torrent und OCH an sein. Dann noch die Zulieferung von Materialien: Europaletten voller CD- und DVD-Rohlinge, jeden Monat mindestens 20 neue CD/DVD-Brenner, LKW-Ladungen voller CD-Regale... ; ...
Unabhängig von der Höhe der geschätzten Schadenssummen, unredlich und unverschämt wird es bei den Angaben über verlorene Arbeitsplätze und Ausfälle an Steuern. Nehmen wir an die Schadenssumme würde stimmen, ist auch egal, es geht ja um Arbeitsplätze und Steuern und die betragen dann eben e ...
Die sollten mal schön die Fresse halten, denn ohne uns Raubkopierer würden die ziemlich alt aussehen, denn dann hätte ihr Beruf überhaupt keine Daseinsberechtigung :T :D ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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