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Eircom: Three-Strikes-Regelung ab August

Der irische Provider Eircom wird ab kommendem Monat damit beginnen, vermeintlichen Urheberrechtsverletzern die Verbindungs-Geschwindigkeit zu drosseln und notfalls die Leitung zu kappen.

Der Irish Recorded Music Association (IRMA) gelang es dieses Jahr, zu einer privaten Übereinkunft mit dem größten irischen Provider Eircom zu gelangen.

Diese Übereinkunft kam überraschend und war von niemandem erwartet worden. Vorausgegangen war ein Prozess zwischen dem Provider und dem Verband. Letzterer wollte per Gerichtsurteil bewirken, dass Eircom eine Three-Strikes-Regelung implementieren muss. Ursprünglich hatte der Dienstleister angekündigt, sich mit allen Mitteln gegen die Forderungen der IRMA zu wehren. Paradoxerweise kam es jedoch zu keinem Urteil, da man sich vorab außergerichtlich einigte. Auf eine Three-Strikes-Regelung gegen die eigene Kundschaft.

Ab August ist es so weit, die IRMA wird Eircom bei der Jagd nach den bösen Piraten mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unter die Arme greifen. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die IRMA die Übeltäter benennt und Eircom wohl oder übel nach ihrer Pfeife tanzen darf. Eine Instanz, welche die Anschuldigungen prüfen könnte, existiert nicht. Zuerst folgt eine Warnung auf der Internetrechnung, beim zweiten Verstoß wird deren Anschlussgeschwindigkeit massiv gedrosselt. Schnappt die Filesharer-Falle ein drittes Mal zu, heißt es "Tschüss Internet" für einen bestimmten Zeitraum. Natürlich wird die ganze Sache ohne ein reguläres Gericht entschieden. Wie Widersprüche behandelt werden, ist fraglich. In Frankreich hätte ein gewisser Staatspräsident wohl seine Seele verkauft, wenn das Verfassungsgericht dadurch auf den Richtervorbehalt verzichtet hätte.

Langsam aber sicher kommt auch Licht in die Dunkelheit, die diese Vereinbarung einhüllte. Es geht - wer hätte anderes erwartet - um Geld. Eircom hätte den Prozess wahrscheinlich gewonnen, da es in Irland nicht mal im Ansatz eine gesetzliche Orientierung zur Three-Strikes-Regelung gibt. Prozesse kosten jedoch Geld. Je länger der Prozess, desto mehr Geld. Bedauerlicherweise ist dies ein Rohstoff, den der Provider nicht vorweisen kann. Mit knapp 4 Millionen Euro befindet man sich gegenwärtig in den roten Zahlen und die Chancen auf eine Färbung in tiefes Schwarz sind unwahrscheinlich. Auch mit der Kooperation wird sich nichts an diesen Zahlen ändern, da viele Kunden wohl das Weite suchen werden. Hier tritt dann vermutlich die finanzielle Tragkraft der IRMA auf den Plan. Man hat also nichts anderes getan, als sich das "Three-Strikes-Gesetz" zu erkaufen. Ein großartiger Deal, wobei Eircom sogar noch glaubt, dass nur wenige Kunden wirklich abwandern werden. In absehbarer Zeit wird man dies herausfinden, wenngleich dies jedoch nicht das eigentlich Besorgniserregende darstellen sollte. Die Musikindustrie hat - trotz massiver Verluste durch Piraterie und illegales Filesharing - allem Anschein nach noch immer das finanzielle Potenzial, um sich in einen Provider einkaufen zu können. Die Mittel, einen Provider von der Durchführung eines Prozesses abzuhalten, dessen Ausgang höchst interessant geworden wäre. Auch eine interessante Möglichkeit, an sein "Recht" zu kommen. Eircom hat sich willig angeboten, wie eine Bordsteinschwalbe. Doch selbst diese nehmen nicht alles. Denn manchmal kann kein Preis der Welt einen "Deal" rechtfertigen. (Firebird77)

(via torrentfreak, thx!)

News Redaktion am Sonntag, 26.07.2009 20:17 Uhr

tagsTags: filesharing p2p three strikes gesetz urheberrechtsverletzung illegal provider eircom irland irish recorded music association

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5 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • KilahDentist am 26.07.2009 22:03:19

    Mal ehrlich, ich möchte nicht im Vorstand von Eircom sitzen. Wenn einem das Geld ausgeht und man die einzige Möglichkeit darin sieht, einer Regelung zuzustimmen, die die eigenen Kunden verscheucht... ich glaube, ich könnte danach nicht mehr ruhig schlafen:( ...

  • TheOutSideRs am 26.07.2009 21:45:12

    naja mal schauen was sie machen, wenn sie keine Kunden mehr haben, wenn sie 1/3 Kündigen, werden sie selbst merken das es ein Fehler war ;) es wäre besser sie verhandeln für eine Medienflatrate, so wie bei Virgin, bloss muss halt auch der Preis stimmen ...

  • KidZler am 26.07.2009 21:39:04

    Die Musikindustrie hat - trotz massiver Verluste durch Piraterie und illegales eircomFilesharing - allem Anschein nach noch immer das finanzielle Potenzial, um sich in einen Provider einkaufen zu können. Verluste die MusikIndustrie ? Die machen doch seit Jahre ...

  • reggn am 26.07.2009 21:17:17

    Ich sag dazu nur Satelliten Internet mit up&downstream. Der Sitz des Provider irgendwo im Gesetzlichen nirgendwo. Three Striket mal das.:D Ich nehmen natürlich das mit Usenet Packet man gönnt sich ja sonst nichts. ...

  • daemonicus am 26.07.2009 21:09:58

    brauchen doch nicht zu warten, bis die kunden abhauen. die kicken die doch eh bald von selbst. ma popcorn hol ...

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